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Handball: Landesliga

Kinderhaus nimmt Geschenk an und wird Verbandsligist

Münster

Es ist entschieden: Die Handballer von Westfalia Kinderhaus nehmen die ihnen kurzfristig angebotene Aufstiegschance wahr und spielen in der kommenden Saison in der Verbandsliga. Zu dieser Entscheidung kamen Trainer und Mannschaft, später gab auch der Vorstand grünes Licht für die freie Fahrt.

Wilfried Sprenger

Stephan Dittrich zählt zu den Stützen des Teams der Westfalia. Er ist sehr erfahren und hat bereits vor seinem Engagement in Kinderhaus Verbandsliga-Erfahrungen gesammelt. Foto: Jörg Riemenschneider

Westfalia Kinderhaus geht’s an. Am Montag erfuhr der Handball-Landesligist völlig überraschend von der Chance, über eine „Quotientenregelung“ in die Verbandsliga zu klettern. Tags darauf entschieden Abteilungsspitze, Mannschaft und Trainer, die Möglichkeit wahrnehmen zu wollen. Mittwochmorgen segnete der Gesamtvorstand das Vorhaben ab. Damit ist es beschlossen: Münster hat wieder einen Handball-Fünft­ligisten bei den Männern. „Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn wir uns sportlich qualifiziert hätten. Am grünen Tisch steigt niemand so richtig fröhlich auf. Aber nach sorgfältiger Abwägung nehmen wir das Geschenk gern an“, sagte Abteilungs­leiter Daniel Vaegs.

Digital hatten sich Team und Trainer Michael Dreskornfeld am Dienstagabend beraten. „Die Diskussion war lang und intensiv. Am Ende war der Beschluss einstimmig. Wir stellen uns der Herausforderung und lassen uns auf das Abenteuer ein“, erklärte der neue Coach. Ein bisschen erntete Dreskornfeld die Früchte seines Vorgängers. Unter Sebastian Dreiszis hatte Westfalia guten und erfolgreichen Landesliga-Handball gespielt und somit die entscheidenden Punkte für die unerwartete Zulassung zur Verbandsliga eingefahren. Der Handball-Verband Westfalen hatte diese Tür geöffnet, nachdem absehbar war, dass die Zeit für eine zunächst vorgesehene Aufstiegsrunde nicht mehr reichen würde. Hätte Kinderhaus abgewunken, wäre die Option an den Stadtnachbarn SC Münster 08 heran­getragen worden. Vor sport­lichen Bedenken waren bei der Westfalia schon wirtschaftliche ausgeräumt worden. „Natürlich ist die Verbandsliga ein bisschen teurer. Aber der Kostensprung bleibt überschaubar, das Risiko ist vertretbar“, versichert Vaegs. Zudem gibt es beim Ressort-Chef die Hoffnung auf neue Sponsoren. „Mit dem Aufstieg sind wir ja noch ein Stück ­attraktiver geworden.“

Kommentar: Heute Freude, morgen Frust?

Sportlich sieht Dreskornfeld die Mannschaft „gut aufgestellt und durchaus konkurrenzfähig. Ja, wir trauen uns das zu“, konstatiert er im Brustton der Überzeugung. Gerade den jungen Spielern gebe die Verbandsliga neue und bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Für die erfahrenen Kräfte gelte: „Jeder kann an der neuen Aufgabe noch einmal ein bisschen wachsen.“

Dreskornfeld plant aktuell mit einem 18er-Kader, im Juli – das ist seine Hoffnung – soll die Rückkehr in den Trainingsbetrieb erfolgen. In den Sommerferien ist keine Pause vorgesehen. Es gibt ­einiges aufzuholen nach der monatelangen Auszeit als Folge der Pandemie. Zum Saisonstart will Kinderhaus dann bestmöglich präpariert sein. „Um“, wie Dreskornfeld sagt, „Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Als Aufsteiger ist man immer gut beraten, zunächst nach unten zu schauen.“

Welcher Staffel der Neuling zugewiesen wird, ist noch nicht entschieden. Geografisch ist die Eingliederung in Gruppe 2 wahrscheinlich, dort wären dann der ASV Senden und die zweite Mannschaft der Ahlener SG Kontrahenten. Der Saisonstart ist für den 4./5. September vorgesehen.

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