1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Klimke und ihr „Macho“ Franziskus glänzen beim Heimspiel im Grand Prix

  8. >

Reiten: Turnier der Sieger

Klimke und ihr „Macho“ Franziskus glänzen beim Heimspiel im Grand Prix

Münster

Ein aufreibendes Wochenende zwischen Elmlohe in Norddeutschland und dem Turnier der Sieger vor der Haustür hat Ingrid Klimke mit einem Sieg eingeläutet. Vor dem Schloss von Münster gewann sie den Grand Prix mit Franziskus.

Henner Henning

Ingrid Klimke gewann den Grand Prix mit ihrem „Macho“ Franziskus. Foto: Jürgen Peperhowe

Mit einem strahlenden Lächeln verließ In­grid Klimke (RV St. Georg Münster) das Viereck. Ihr Heimspiel vor dem Schloss, gerade einmal 2000 Meter von ihrem Zuhause entfernt, war der Reitmeisterin geglückt. Franziskus, der stolze Hengst von der Albachtener Station Holkenbrink, ließ sich mit Klimke im Sattel zu Beginn seines Auftritts auch vom einsetzenden Glockenspiel nicht ablenken und war mit 74,34 Prozent der Beste im 15-köpfigen Starterfeld des Grand Prix.

Zweite vor Hubertus Schmidt (RV Altenautal) mit Bonamour (72,960 Prozent) wurde Jil-Marielle Becks (RFV Lüdinghausen) mit Damon’s Satelite (73,50 Prozent), die nach ihrem Start bei der Nachwuchs-EM – dort gewann sie Team-Gold und Einzel-Bronze – noch etwas „Trainingsrückstand“ hatte. Dies merkte man aber ebenso wenig wie die Guckigkeit ihres Wallachs, die einzig die 22-Jährige spürte.

Flutlicht am Samstag

„Ich bin ganz happy und hatte die ganze Zeit ein gutes Gefühl“, sagte Klimke, die auch das bestätigende Nicken von Bundestrainerin Monica Theodores­cu im Einritt registrierte. Besonders die Trabverstärkung, für die es sogar eine Neun gab, der „für seine Verhältnisse“ (Klimke) sehr gute Schritt sowie die letzte Piaffe gelangen Franziskus. Einzig bei den Einerwechseln patzte der Elfjährige – ausgerechnet. „Denn die macht er sonst immer gut. Das war schade, das zählt gleich doppelt. Aber man hat ja immer ein Ups dabei. Franziskus war fleißig und eifrig, es hat echt Spaß gemacht“, sagte Klimke.

Spaß soll – und wird erfahrungsgemäß – auch der zweite Auftritt des Paares bei der Kür am Samstagabend machen. Unter Flutlicht fühlt sich der „Macho“, wie die 51-Jährige ihr Dressur-Ass nennt, einfach wohl, genießt als kleine Rampensau die Aufmerksamkeit. Die wird er sicher bekommen bei der Präsentation der Kür, die Klimke mit ihm zu spanischen Klängen schon beim CHIO in Aachen gezeigt hatte. „Die Kür ist schon echt anspruchsvoll und schwer, es geht Schlag auf Schlag“, erklärte Klimke, die sich direkt nach dem Grand Prix auf die Autobahn begab und in Richtung Elmlohe düste.

Bei den dortigen Reitertagen nördlich von Bremerhaven tritt sie am Freitagvormittag mit Bluetooth in der Qualifikation zum Louisdor-Preis an, ehe sie anschließend zurück pendelt – Friedensreiterpreis am Abend, Samstag dann die Kür und Sonntag wieder auf nach Elmlohe. Ein straffes Programm, das mit einem Sieg aber schon einmal süß begann.

Doppeltes Heimspiel

Auch ihre Vereinskollegin Anabel Balkenhol hatte zunächst aus sportlichen Gründen einen Start in Elmlohe erwogen, entschied sich aber auch aus Verbundenheit zum Turnier für Münster – und bereute diesen Entschluss nicht. Als Sechste war die 47-Jährige noch platziert, zwei kleinere Fehler, unter anderem bei der Trabverstärkung, kosteten ein besseres Ergebnis als die 70,280 Prozent. „Die waren teuer. Dennoch bin ich sehr zufrieden. Davinia war von der Rittigkeit so, wie ich sie mir vorgestellt hatte“, lobte Balkenhol ihre zwölfjährige, aber im Grand Prix noch etwas unerfahrene Stute.

Zu den vor ihr platzierten Paaren Christoph Koschel (RSC Osnabrücker Land) mit Ballentines (71,60 Prozent) und Charlott-Maria Schürmann (RV Gehrden) mit Burlington (70,920) fehlte nicht viel. „Ich reite immer gerne in Münster, war hier schon oft erfolgreich und fühle mich sehr, sehr wohl“, sagte Balkenhol. Und das konnte man bei ihr ebenso sehen wie bei Klimke. Ein doppeltes Heimspiel eben.

Turnier der Sieger

Alle Infos zum Sport-Event finden Sie in unserem TdS-Special

Startseite
ANZEIGE