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Rudern: U-23-Nachwuchs muss Videos drehen

Kurzfilm-Festival im Trockenen

Münster

In Zeiten von Corona geht kein Ruderboot aufs Wasser. U-23-Bundestrainerin Brigitte Bielig möchte sich dennoch ein Bild vom Leistungsstand der Talente machen. Beim Fernduell im Trockenen möchten sich auch Athleten vom RV Münster empfehlen.

Ansgar Griebel

Joscha Feder beim Training auf dem Ergometer Foto: Feder

Not macht erfinderisch – und Brigitte Bielig macht zudem aus der Not eine Tugend: Die Ruder­bundestrainerin für den ­U-23-Nachwuchsbereich hat kurzerhand ein ganz besonderes Kurzfilm-Festival organisiert. Die Beiträge sind zwischen sechs und sieben Minuten lang – und bei allem Respekt nicht gerade mainstreamtaugliches Popcorn-Kino: Man muss es schon mögen. Bielig hat ihre Schützlinge im ganzen Land aufgerufen, ihr am 24. März ein Video von einer 2000-Meter-Simulation auf dem Ergometer zu schicken – die Auswertung wird dann bei der Kaderselektion für die noch junge und durch die Corona-Fernbeziehung bis dahin seltsame Saison dienen.

Besonderen Stellenwert dürfte die Bundestrainerin auf die Filmlänge legen, denn hier liegt vor allem in der Kürze die Würze, die Happy Ends werden auf dem Display ablesbar, je schneller desto besser.

Für den RV Münster nehmen die Brüder Ole und Sönke Kruse, Joscha Feder und Floyd Benedikter auf dem Rollsitz Platz. Sie haben ihr Training ohnehin in den vergangenen Wochen mehr und mehr ins Trockene verlegt. „Wir machen das hier in Münster ähnlich mit den jüngeren Kader-Athleten“, sagt Thorsten Kortmann, Trainer beim RVM. Allerdings reicht dem Pädagogen für seine Einschätzung die Übersendung des finalen Ergebnisses, das ganze Rennen auf Video möchte er sich ersparen. Im DRV-Bereich soll allerdings durch die B­e­wegtbilder Manipulationsversuchen ein Riegel vorgeschoben werden.

Alle anderen Ruderer beim RVM sind von ihren Coaches Kortmann und Benedikt Göller jetzt in die Osterferien geschickt worden, richtig los geht es wohl erst, wenn Flüsse, Seen und vor allem der Kanal nicht nur vom Eise, sondern vor allem vom Coronavirus befreit sind. Und dass das nicht in den nächsten Wochen erledigt sein wird, das hat der Deutsche Ruderverband als einer der ersten Dachverbände erkannt und die entsprechenden Konsequenzen gezogen. Bei einer Videokonferenz am Gründonnerstag hat der DRV beschlossen alle Veranstaltungen bis August 2021 abzusagen. Die Hoffnungen ­ruhen jetzt auf einen Neueinstieg im Herbst.

Abgesagt ist auch die Serie der Ruder-Bundesliga (RBL), die planmäßig am 20. Juni in Münster Station gemacht hätte. Allerdings ist die RBL von der Absage durch den DRV überrascht worden und denkt aktuell noch über eine verkürzte Not-Saison nach.

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