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Reiten: Weltcup-Finale

Langehanenberg, Nieberg und Schulze Topphoff in Leipzig dabei

Münster

Wenn nach zwei Jahren Pause endlich wieder der Parcours und das Viereck für das Weltcup-Finale freigegeben werden, sind auch drei Reitpaare aus Münster in Leipzig dabei. Zum fünften Mal nimmt dann Helen Langehanenberg teil, Neuland betreten dagegen die Springreiter Philipp Schulze Topphoff und Gerrit Nieberg, die sich in den vergangenen Monaten in den Kreis der Elite gearbeitet haben.

Von Henner Henningund

Philipp Schulze Topphoff debütiert beim Weltcup-Finale in Leipzig, wo er Concordess satteln wird. Foto: Foto: Imago/Stefan Lafrentz

Das Weltcup-Finale in Leipzig ist zurück, nach zwei Jahren coronabedingter Pause ermitteln die Spring- und Dressurreiter wieder ihre Sieger der Hallensaison – und das vor Zuschauern. Eine besondere Atmosphäre wird also in der Messehalle der sächsischen Metropole herrschen, die ein Trio aus Münster im Sattel erleben darf. Für das Treffen der Besten qualifizierte sich Helen Langehanenberg (RV St. Georg Münster), die zum fünften Mal bei einem Weltcup-Finale dabei ist. Ihr Debüt feiern dagegen die Springreiter Philipp Schulze Topphoff (RV Roxel) und Gerrit Nieberg (RV St. Hubertus Wolbeck).

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich Schulze Topphoff in den Kreis der Weltelite gearbeitet. Der U-21-Europameister von 2018 ließ etwa im vergangenen Jahr beim CHIO in Aachen aufhorchen, gewann dann in A Coruña das Weltcup-Springen – immer im Sattel von Concordess, seiner Erfolgsstute. Schritt für Schritt ging es bergauf, in der bereits laufenden Saison der Global-Champions-Tour debütierte er in Doha und punktete gleich zum Auftakt. Es läuft für den 23-Jährigen, der im Konzert der Olympiasieger, Welt- und Europameister nun anders wahrgenommen wird als vorher. „Man hat schon mehr Kontakt als früher, verbringt mehr Zeit zusammen und lernt sich besser kennen“, sagt Schulze Topphoff, der nach seinem Start in Doha den Gang zurück unter das Dach ging. In Paris, beim Hallenturnier der Fünf-Sterne-Kategorie, um sich bestmöglich auf Leipzig vorzubereiten. Ein Testlauf de luxe sozusagen. „Der Auftritt hat seinen Zweck erfüllt, auch wenn wir dort den einen oder anderen Fehler hatten“, erklärt Schulze Topphoff mit seiner gewohnt gelassenen Art, mit der er auch beim Weltcup-Finale eine auffällige Rolle spielen will. Gut vorbereitet sei er, das Gefühl passt. „Mal sehen, was passiert“, sagt Schulze Topphoff.

Nieberg im Perspektivkader

Fast parallel zu dem Havixbecker setzte Gerrit Nieberg zum Höhenflug an. Auch er gehört zu den 36 Springreitern, die sich in den verschiedenen Ligen qualifiziert haben – wenn auch nur als Nachrücker. Doch diese Chance will der 28-Jährige, der mit seinem Ben wie Schulze Topphoff und Concordess zum deutschen Perspektivkader gehört, nutzen. Am Donnerstag ist er in der ersten Teilprüfung dabei, 24 Stunden später folgt die zweite Herausforderung. Am Sonntag fällt ab 14.45 Uhr die Entscheidung, wer Weltcup-Sieger 2022 wird.

Langehanenberg: „Konkurrenz gut wie selten“

Dann steht schon fest, wer den Titel im Viereck gewinnt. „Die Konkurrenz“, sagt Langehanenberg, „ist wohl so gut wie selten. Das ist eine der stärksten bei einem Weltcup-Finale.“ Die 39-Jährige kann durchaus einen Vergleich ziehen, war sie doch schon viermal – immer mit Damon Hill, mit dem sie 2013 in Göteborg gewann – beim Abschluss der Hallensaison dabei. Auf den letzten Drücker und mit einem kleinen Kniff, als sie die Weltcup-Etappe im slowakischen Motesice gewann, löste sie das Ticket für Leipzig. Mit einem Zähler Vorsprung auf Frederic Wandres. Wahrhaft eine Punktlandung, die ihr nach den Olympischen Spielen in Tokio und der EM in Hagen a.T.W. die dritte Teilnahme in Serie bei einem großen Turnier beschert. Ein Zeichen, dass sich ihre Arbeit mit Annabelle auszahlt und dass die Entwicklung voranschreitet. „Das ist mega, ich bin total happy dabeizusein“, sagt Langehanenberg, die am Dienstag nach einer ersten Runde von einem „guten Gefühl“ sprach. „Mausi war an und aufmerksam, als wollte sie schon loslegen.“

Das darf die Stute aber erst am Donnerstagabend im Kurz-Grand-Prix, am Samstag wird die Frage vor vollbesetzten Tribünen beantwortet, ob Isabell Werth ihren Titel verteidigt oder ob die Konkurrenz um Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl die Titelverteidigerin entthronen kann. „Wir haben dort sicher nichts zu verlieren“, erklärt Langehanenberg.

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