Reiten: Starker Kür-Auftritt in Balve

Langehanenbergs Olympia-Chancen

Münster

Helen Langehanenberg vom RV St. Georg Münster hat weiter gute Aussichten auf ein Olympia-Ticket für Tokio. Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve landete sie mit Annabelle auf Position vier und damit hinter dem wohl gesetzten Top-Trio. Ihr Glück: Eine Ersatzkraft wird noch gesucht.

Helen Langehanenberg und Annabelle haben sich mit starken Auftritten bei der DM eine Olympia-Chance erarbeitet. Foto: Imago/Stefan Lafrentz

Die Tür, die sich für Helen Langehanenberg nach dem Grand Prix und dem Special in Richtung Tokio bereits einen Spalt geöffnet hatte, ist am Samstag noch ein kleines Stückchen weiter aufgegangen. In der Kür der Deutschen Meisterschaften in Balve war sie hinter dem Top-Trio Jessica von Bredow-Werndl, Isabell Werth und Dorothee Schneider abermals mit Annabelle die Beste und darf sich nun Hoffnungen machen, zu den Olympischen Spielen als Ersatzreiterin mitzufahren. „Am Anfang des Jahres hatte ich die Chance noch nicht als allzu groß angesehen, da war die Wahrscheinlichkeit minimal. Aber nun ist sie etwas größer geworden“, sagte die Dressurreiterin des RV St. Georg Münster.

Es ist das Ergebnis des tollen Entwicklungsprozesses, den Langehanenbergs 13-jährige Stute in den vergangenen Monaten genommen hat und in Balve bestätigte. Von Tag zu Tag steigerte sich Annabelle im Viereck, überzeugte zuletzt auch mit 83,475 Prozent in der Kür – persönlicher Bestwert. „Ich bin absolut zufrieden, viel besser hätte es nicht laufen können. Ich hatte schon im Training ein gutes Gefühl, Annabelle fühlte sich einfach sehr gut an“, meinte die 39-Jährige, die in der Kür knapp vor ihrem Tokio-Konkurrenten Benjamin Werndl mit Daily mirror (83,175 Prozent) lag. Nach dem mit ihm geteilten fünften Platz im Grand Prix und einem hauchdünnen Vorsprung im Special der zweite kleine Erfolge für Langehanenberg. „Ich habe jetzt die Nase leicht vorne, aber entschieden ist noch nichts. Also ruhig bleiben und weitermachen“, sagte die Team-Weltmeisterin von 2012.

Schon in London dabei

Wer letztlich mit zu den Olympischen Spielen – es wären nach 2012 in London mit Mannschaftssilber ihre zweiten – darf, wird sich in knapp drei Wochen bei der zweiten Sichtung in Kronenberg entscheiden. Rufen Langehanenberg und Annabelle dort noch einmal Top-Leistungen ab, dürfte die Tür sich endgültig weit öffnen.

Auch mit den Auftritten von Zoom im Nürnberger Burgpokal (Platz in der Qualifikation, Rang sechs in der Finalqualifikation) war sie einverstanden. „74 und 73 Prozent sind für einen Siebenjährigen mehr als top“, lobte sie den Hengst, dem bei seinem zweiten Einsatz im Viereck „etwas die Kraft fehlte“. Mit ihm peilt Langehanenberg die Qualifikation für die WM der Jungen Dressurpferde an.

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