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Fußball: Kreisliga B und C

Laufpläne für die Fitness, Knobeln für die Seele

Münster

Für die höherklassigen Amateurkicker gibt es im Lockdown regelmäßig Trainings- und Fitnesspläne. Wie aber sieht es in der B- und C-Liga aus? Auch dort geht es teils sehr professionell zu. Doch erwartungsgemäß stehen auch soziale und gesellige Aspekte auf dem Plan, wie die Beispiele aus Gremmendorf, Mecklenbeck, Amelsbüren und vom ESV Münster zeigen.

Uwe Niemeyer

Derzeit Fehlanzeige: Auf den gemeinsamen Torjubel muss nicht nur Wacker Mecklenbeck III verzichten. Und doch sind die Fußballer in der Zwangspause alles andere als ideenlos. Foto: Wacker Mecklenbeck

Viele reden von Trainingsplänen für das sportliche Homeoffice, Cardio-Training für die Überbrückung. Andere halten Video-Schalten oder gar -Analysen ab. Im Amateurbereich. Die Rede ist allerdings von den höherklassigen Mannschaften. Egal ob Fußball oder auch Handball. Aber was geschieht an der Basis, was passiert bei den unterklassigen Teams? Beispielsweise in der B- oder C-Liga der Kicker? Dauerpause? Totale Funkstille?

Noch am 6. September war die Erleichterung groß. Sechs Monate nach dem 8. März und dem Abbruch der Saison 2019/20 ging es wieder los. Genau neun Spieltage lang. Die letzte Punktpartie datiert auch schon wieder vom 25. Oktober, liegt über einen Monat zurück. Bei Wacker Mecklenbeck III ist dennoch von Ruhe wenig zu spüren. „Wir haben eine recht umtriebige Whatsapp-Gruppe“, verrät Daniel Fröndhoff. Klingt nach dem üblichen Meinungsaustausch, es steckt aber mehr dahinter als die längst gängige Kommunikation.

„Wir machen drei Dinge wöchentlich“, beginnt der 32-Jährige mit der Aufklärung. Einmal steht via Zoom-Call tatsächlich ein Work-out an. Aber auch sonst ist der B-Ligist unterwegs. In Dreiergruppen wird gelaufen. Nicht einfach so. Es geht um die meisten Kilometer, die zudem noch mit Preisen belohnt werden. Die Prämien werden dafür überwiegend aus der Mannschaftskasse finanziert, eine hat ideellen Wert. „Ein Preis ist für eine Saison die Befreiung, die Trikots zu waschen“, lacht Fröndhoff. In eineinhalb Wochen legten die Spieler schon 600 Kilometer auf Münsters Laufwegen zurück. Sitzend wird derweil Teil drei absolviert: der Online-Knobelabend. „Das ist mehr etwas für die Seele,“ gesteht der Coach.

GWA läuft

Besonders das Laufen steht bei GW Amelsbüren im Mittelpunkt. Der Tabellenzweite und Aufstiegskandidat in der B 3 hat für den Nikolaustag einen Sponsorenlauf geplant. Die Einnahmen sollen zu 100 Prozent dem Förderverein der Davertschule zugutekommen. „In den derzeit schwierigen Wochen und Monaten ist es uns als Verein wichtig, ein soziales Zeichen zu setzen“, begründet Trainer Andre Frankrone die Initiative.

Andere Aktivitäten finden eher weniger statt. „Es zieht doch keiner Trainingspläne drei oder vier Monate durch. Daher werde ich sie erst verteilen, wenn es wieder losgeht“, so Frankrone. Auch das Echo auf regelmäßige, wöchentliche Chats oder Work-outs fiel leise aus. Zum Verständnis des Coaches: „Es gibt eben auch wichtigere Dinge als Fußball.“

Konditionelles Rüstzeug

Beim SC Gremmendorf steht nach wie vor die körperliche Fitness auf dem Programm. „Wir wollen für den Fall, dass es wieder weitergeht, konditionell gerüstet sein. Zumindest eine Grundlage haben“, begründet Christian Gruber die Duos, die gemeinsam auf die Laufstrecken gehen. „Wir sind bemüht und ambitioniert, was mir wichtig ist“, ergänzt der SCG-Trainer. Fußballspezifisch geht es aber auch beim B-Ligisten zu. Abwechselnd treffen sich die drei Torhüter Philip Jansen, Timo Vanname und Patrick Tabbert „auf der grünen Wiese“ zum Training. Doch auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz. Via Handy „wird nicht nur über Fußball gesprochen“, sagt Gruber. Schließlich steht über allem der Kontakt mit dem Team.

Whatsapp ist auch beim ESV Münster das Zauberwort. Wie überall. „Die Jungs halten untereinander Kontakt. Ansonsten ist relativ wenig los. Sicher geht der eine oder andere, wie viele auch, laufen. Der Fußball aber fehlt“, sagt Trainer Jonas Toboll. Gespielt wird auch im Kreis des C-Ligisten. Allerdings anders. Mindestens einmal in der Woche und an der Playstation. Online natürlich.

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