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Leichtathletik: „Wings for Life World Run“

LSF-Starter David Schönherr hat das „Catcher Car“ im Nacken

Münster

Das ist eine besondere Challenge: David Schönherr war im vergangenen Jahr weltweit der zweitbeste Starter bei dem Versuch, möglichst lange laufend einem eine halbe Stunde später gestarteten Auto zu entkommen. Jetzt tritt der Athlet der Laufsportfreunde erneut an.

Alexander Heflik

David Schönherr auf der „Flucht“ Foto: privat

Wer hat das noch nicht erlebt als Läufer? Spaziergänger, die einem „hopp, hopp, hopp“ nachrufen. Warum auch immer. Oder Fahrradfahrer, die einen im freundlichen Fall anklingeln, damit man aus dem Weg rennt, oder erschrecken wollen, damit man möglicherweise in den Graben springt. Oder Autofahrer, die hupen, weil man sich vielleicht in der Hiltruper Grafschaft die schmale Straße tatsächlich für den Moment teilen muss.

Aber eingefangen werden von einem Pkw, das gibt es nur einmal im Jahr. Am 9. Mai (13 Uhr) findet weltweit der „Wings for Life World Run“ statt. Ein sogenanntes „Catcher Car“ startet eine halbe Stunde nachdem der letzte Läufer die Startlinie überquert hat und sammelt dann Walker für Walker, Jogger für Jogger und Läufer für Läufer ein. Das Rennen endet für den, der vom Wagen eingeholt wurde. Und die Premiere in diesem Jahr ist die virtuelle Teilnahme via App.

62,68 Kilometer getürmt

David Schönherr, Münsters aktuell schnellster Marathonläufer mit einer 2:23-Stunden-Bestzeit, war bei der letzten Austragung Zweiter – und zwar aller weltweiten Rennen. Genau 62,68 Kilometer rannte er dem „Catcher Car“ davon. Nur der Russe Iwan Motonin war mit 64,3 Kilometern noch länger unterwegs. Schönherr also auf Rang zwei, weltweit unter 120 000 Aktiven.

Nun greift der 32-Jährige wieder ins Geschehen ein, virtuell über den App-Modus. In Mexico City, Taipeh, Oppeln oder Mailand und Melbourne finden organisierte Läufe zeitgleich statt. In Deutschland wird der Pandemie Rechnung getragen, nur via App ist ein Start möglich. Schönherr lief seine flotten „63K“ noch in München. Nun aber organisiert er von daheim aus sein persönliches Rennen wie auch das von „Davids Running Team“. Bislang folgen ihm 73 Aktive, jeder für sich, nicht schlecht, aber da geht noch was an Mitläufern.

„Für mich ist das eine Standortbestimmung“, sagt er, wobei er den Charity-Charakter nicht außer Acht lassen will. Wie es auf der Homepage heißt, gehen alle Startgelder und Spenden zu 100 Prozent in die Rückenmarksforschung und helfen dabei, Querschnittslähmung zu heilen.

Start in Handorf?

Schönherr überlegt, eine Fünf-Kilometer-Runde in Handorf zu seiner Strecke zu machen, über Kopfhörer und Smartphone-Kontakt weiß er, wie schnell sein Vorsprung schmilzt. Das gilt für alle App-Nutzer. Letzte Woche tippelte der Aktive der LSF Münster zur Vorbereitung mal zügige 157 Trainingskilometer weg. Der ursprüngliche Plan, ein passendes Event an der Sentruper Höhe aufzuziehen, scheiterte an den aktuellen Corona-Entwicklungen.

„Seit zehn Wochen bin ich wieder richtig gut im Training, ich hoffe auf Herbst“, sagt der Langstreckenspezialist. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft über 100 Kilometer nahe Berlin bleibt das Ziel. Fünf deutsche Läufer werden nominiert, er möchte dabei sein, bei der DM in Bernau im September dürfte es darauf ankommen. So gesehen ist der „Wings for Life World Run“ ein griffiger Einstieg in die Saison. 60 Kilometer sollten es dann schon sein ...

  • Anmeldung und ein Blick auf „Davids Running Team im Netz unter:
  • www.wingsforlifeworldrun.de
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