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Running Crew Münster

2:25 Stunden: Wie Manuel Kruse zum blitzschnellen Marathon-Mann wurde

Münster

Sechs Tage pro Woche, über 5000 Kilometer im Jahr: Manuel Kruse läuft viel und das verdammt schnell. Über den Marathon-Mann, der mit Coach David Schönherr immer neue Bestzeiten aufstellt – und dafür auch den Job hinten anstellt.

Immer auf Achse – und das verdammt schnell: Manuel Kruse von der Running Crew Münster Foto: Jonas Janßen

Die härteste Zeit für Manuel Kruse sind die zwei Wochen nach einem Marathon. Dann nämlich soll der 32-Jährige pausieren, seinem Körper genug Zeit für die Regeneration einräumen. „Da werde ich verrückt. Vor allem die erste Woche ist echt schlimm für mich“, sagt der Münsteraner. „Ich musste erst lernen, dass die Pause wichtig für meinen Körper ist.“

Aber Kruse macht, was sein Coach ihm sagt. Seit 2021 trainiert der Läufer nach den Vorgaben von David Schönherr, Münsters Ausnahme-Athleten. Der Kontakt zwischen den beiden entstand nach dem Münster-Marathon, die zwei Kilometer-Fresser fanden schnell zueinander.

Inzwischen arbeitet Kruse an sieben Tagen pro Woche an seiner Form. Sechsmal geht er laufen, zudem schwingt er sich aufs Rennrad – sein Alternativprogramm. Hinzu kommen zwei Einheiten Krafttraining und täglich Dehnübungen, manchmal auch Yoga.

„Nur zu laufen ist kein nachhaltiger Weg. Es braucht mehr, damit der Körper die Belastung mitmacht“, so Kruse. Um die 100 Kilometer hat er nach einer Woche in den Beinen, in der intensiven Marathon-Vorbereitung werden es auch mal bis zu 170. Nach einem Jahr steht Kruses Tacho bei über 5000 Kilometern.

Kruse: „Vorbereitung macht am meisten Spaß“

Der Weg ist das Ziel – dieser Spruch mag für viele eine platte Floskel sein, Kruse aber lebt sie. „Die Vorbereitung auf einen Marathon macht mir fast am meisten Spaß, der Wettkampf-Tag ist dann die Belohnung“, sagt der 32-Jährige.

Zweimal im Jahr läuft er einen Marathon mit Vollgas – oder wie Kruse sagt: „All out.“ Also so, dass er im Ziel sagen kann: „Ich hätte keinen einzigen Kilometer schneller laufen können, als ich es getan habe.“ Letztes Jahr in Hannover stoppte die Uhr für Kruse bei 2:26:14 Stunden – persönliche Bestleistung. In der Heimat unterbot er diese Marke fünf Monate später gleich noch mal, lief nach 2:25:48 ins Ziel. Damit war er der drittschnellste Deutsche.

Manuel Kruse (Mitte) unter der Flagge der Running Crew beim Münster-Marathon, den er in 2:25:48 Stunden lief.  Foto: Jonas Janßen

„Meine Form geht definitiv immer weiter nach oben, seitdem ich mit David trainiere“, sagt Kruse. Zuvor hatte er sich Pläne selbst zusammengestellt. „Neue Bestzeiten sind aber nur noch möglich, wenn ich das Training ganz genau abstimme.“

Kruse läuft unter der Flagge der Running Crew Münster, nur bei offiziellen Meisterschaften geht er für die Laufsportfreunde an den Start – „weil die Running Crew noch kein offizieller Verein ist“.

Kruse ordnet seinen Job dem Laufen unter

Mit 22 Jahren erwischte es ihn so richtig, nach dem ersten gefinishten Marathon sei es um ihn geschehen gewesen, erzählt Kruse. Damals, natürlich in Münster, brauchte er 3:28:27. Inzwischen ist dem 32-Jährigen das Laufen so wichtig, dass er seine Stelle im Lebensmitteleinzelhandel auf 24 Stunden pro Woche limitiert hat – anders wäre das Sportprogramm nicht zu stemmen. Denn: „Da kommen gut Stunden zusammen“, sagt Kruse. Er weiß kleinere Sponsoren hinter sich.

Auch aktuell hat das Running-Crew-Mitglied ein Ziel fest vor Augen: den Hamburg-Marathon am 23. April. Auf den Vollgas-Lauf im Frühjahr lässt Kruse natürlich noch einen im Herbst folgen. Ob das auch im Jahr 2023 in Münster sein wird, ist noch offen. Vielleicht wagt er sich auch mal an ein Event auf schnellerem Terrain ran. Den Marathon in Münster würde er dann als Trainingslauf absolvieren – „in 2:30 Stunden“.

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