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Bogenschießen: World Games

Martina Boscher genießt Tage in Birmingham und wird zum Abschluss Fünfte

Münster

Als Fünfter der Platzierungsrunde schloss Martina Boscher von den Bogenschützen Münster ihren Wettbewerb bei den World Games in den Vereinigten Staaten ab. Sportlich wäre mehr drin gewesen. Doch die Erfahrung, die sich in Birmingham/Alabama machte, nimmt ihr keiner mehr.

-ag-

Die Eröffnungsfeier der World Games in Birmingham hatte durchaus olympische Dimensionen. Für die Optik sorgte ein opulentes Feuerwerk, für die Ohren waren eigens Rapper Foto: Imago/Gepa

Martina Boscher hat es gut getroffen: Die Westfälin verbringt aktuell aufregende Tage im US-Bundesstaat Alabama und ist mit der Universitätsstadt Birmingham im „Pfannenstiel“ der Vereinigten Staaten am Golf von Mexiko schnell warm geworden. Kein Wunder bei Temperaturen tief in den 30ern. „Und extrem schwül ist auch“, sagt die treffsichere Sportlerin der Bogenschützen Münster. Der Stimmung bei den World Games in den USA tut der schweißtreibende Atmosphäre aber keinen Abbruch. „Im Gegenteil, alles super“, berichtet die 57-Jährige.

Zwischen Sumo-Ringen und Tauziehen

Die Aktiven sind auf dem weitläufigen Campus untergebracht, die Footballer der Birmingham Blazers haben das Feld geräumt, auf dem jetzt Platz ist für zahllose Begegnungen aus dem kompletten Spektrum der Sportwelt. „Hier trainieren gerade ein paar Turner, da drüben sind die Kickboxer“, so Boschers Live-Eindruck am späten Mittwochabend. „Und was die vorne da machen, kann ich gar nicht sagen.“ Könnten Lacrosse-Spieler sein oder Sumo-Ringer, Powerlifter, Orientierungsläufer oder die Nationalteams im Tauziehen. Es ist eine bunte Leistungsschau der Sportarten, die weit weg sind von olympischen Weihen, meist im Schatten der medialen Aufmerksamkeit wachsen, dort aber mitunter im Verborgenen blühen.

Martina Boscher

Die Bogenschützen und -schützinnen sind da schon fast Prominenz, der Recurvebogen hat es ins olympische Programm geschafft, Compound- und Blankbögen komplettieren das Arsenal. Boscher zählt zu Deutschlands Besten mit dem Blankbogen – und natürlich reicht es ihr nicht, bei den World Games nur dabeizusein, die Sportwartin der BS Münster ist mittendrin. Sechs Tage nach der großen Eröffnungsgala mit Feuerwerk und Livemusik begann am Mittwoch ihr Wettkampf, den sie am Donnerstagabend auf Platz fünf der Platzierungsrunde beendete. So richtig zufrieden war die Münsteranerin nach dem ersten Tag nicht, als sie den Vorkampf auf Rang neun unter den zwölf Teilnehmerinnen beendet und eine bessere Ausgangsposition vergeben hatte. „Das war unnötig. Ich war eigentlich immer ganz vorne mit dabei, bis zu dieser Runde. Einmal vorbei, danach noch eine Eins geschossen. So was wirft einen weit zurück.“ In die K.o.-Runde schaffte sie es so nicht. Immerhin bezwang sie zum Abschluss Victoria Williams (Großbritannien) mit 72:51, besiegte Stine Asell (Schweden) nach dem 67:67 in einem Stechen und gewann gegen Christine Gauthe (Frankreich) knapp mit 70:67.

Brokamp bittet zum Schützenfest

Doch die kleine Schützenfamilie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits geliefert: Die Goldmedaille von Compound-Schütze Florian Unruh war Anlass genug für Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp, am Mittwochabend zu einem Schützenfest zu bitten.

„Wir waren zum Essen eingeladen in einem typisch amerikanischen Restaurant. Das war auch sehr schön.“ Und half, die „verkackte“ Schießeinlage zumindest etwas zu vergessen. Am Ende ist Dabeisein auch für die Münsteranerin Martina Boscher vielleicht nicht alles, aber schon sehr, sehr viel.

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