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Golf: 21. Stadtmeisterschaften

Max Bresser und Verena Brokamp machen das Rennen

Münster

Das war spannend: Erst nach dem fünften Stechen war der Stadtmeister bei den Herren bei der 21. Auflage am Sonntag gefunden. Max Bresser (GC Wilkinghege) lieferte sich ein packendes Duell mit Fabian Büring (GC Tinnen) und siegte. Bei den Damen setzte sich Verena Brokamp überlegen durch.

André Fischer

Stadtmeisterin: Verena Brokamp. Foto:

Was für ein Drama am 18. Loch: Die 21. Stadtmeisterschaften, traditionell ausgerichtet vom GC Wilkinghege und vom GC Tinnen, gingen am Sonntag auf dem 18 Hektar großen Areal in Münsters Süden in die Verlängerung. Max Bresser (Wilkinghege) und Fabian Büring (Tinnen) lagen in der letzten Runde bei einsetzendem Regen gleichauf. Und selbst das war überraschend, hatte doch Bresser Tag eins mit vier Schlägen unter Par beendet und die Konkurrenz an der kurzen Leine gehalten. Stunden später büßte er nach und nach seinen Vorsprung ein. Und verspielte ihn in Gänze. Es kam zum Showdown vor gut 200 Zuschauern, denen auf Abstand der Atem stockte. Fünf Extrarunden mussten am letzten Loch über Wohl und Wehe entscheiden. Letztlich spielte Bresser ein finales Birdie, sein Gegenüber brauchte einen Schlag mehr: Sieg. „Wahnsinn“, freute sich Tinnens Präsident Martin Huhn.

So etwas hat es in der Historie bislang nicht gegeben. Fünf Stechen – das ist einmalig. 2020 wird nicht allein wegen der coronabedingten Verschiebung des ursprünglichen Termins im Juli in Erinnerung bleiben.

Die Damen machten es weniger spannend. Und einer setzte vor Freude die Abstandsregel kurzerhand außer Kraft. Hendrik Brokamp fiel seiner Verena in die Arme, drückte und knutschte sie. Für die Familie gelten keine strengen Vorschriften. Erst recht nicht, wenn die Angetraute soeben den Titel errungen hat. Die 44-Jährige vom GC Tinnen spielte über beide Tage überragend, lag deutlich vor der Konkurrenz. „Ich bin super zufrieden. Es passte alles“, freute sie sich mit Caddie Susanne Böntrup. Ja, das Gros der 120 Teilnehmer kam in Begleitung auf das saftige Grün. Psychologisch durchaus wertvoll. „So kann sich der Spieler voll und ganz auf seinen nächsten Schlag konzentrieren“, sagt Martin Schleinhege, Pressesprecher des Clubs Am Kattwinkel. 159 Aktive hatten gemeldet – 39 mussten mit einer Absage durch die ausrichtenden Vereine leben.

Brokamp also. Endlich. Sie hatte sich 2019 noch mit Platz zwei hinter Franca Siebeneck (GC Brückhausen) zufrieden geben müssen. Da die Vorjahressiegerin bei den Deutschen Meisterschaften in München weilte, war der Weg weniger steinig. „Ich habe schon gehört, ich soll mich noch schick machen“, lachte Brokamp. In heller Vorfreude auf das Dinner nach der Arbeit. Das in diesem Jahr in Zeiten von Corona personell dünne ausfiel. Nach der virtuellen Siegerehrung gab es eine kleine Runde mit allen Gewinnern, Martin Huhn als Präsident des GC Tinnen und Heike Ewertz (Vizepräsidentin und Spielführerin) aus Wilkinghege. Sie wurde übrigens bei den Frauen Zweite.

Ja, es waren besondere Spiele 2020. „Wir sind glücklich, uns endlich wieder in einem Wettkampf messen zu können“, hatte Leon Heitz, 2019 bei den Männern ganz vorne, am Samstag gesagt. Er spielte diesmal keine große Rolle – und war mit sich selbst trotz Rang vier nicht im Reinen. „Das kann ich besser“, haderte er. „Aber ich gönne es Max.“

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