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Segeln: Deutsche Meisterschaften

Max Stiff und Ole Kuphal erobern vom Aasee aus die Welt

Münster.

Verglichen mit den großen Segelrevieren ist der Aasee eine kleine Pfütze – aber die hat es in sich. Bei den Deutschen Meisterschaften im Laser (Radial und Standard) am Starnberger See landeten mit Ole Kuphal (17 Jahre, Platz acht) und Max Stiff (15, Platz fünf) gleich zwei Talente des SC Hansa Münster ganz prominent auf der Ergebnisliste.

Von Ansgar Griebel

Max Stiff segelte auf dem Starnberger See in die nationale Spitze Foto: privat

Europameisterschaften in Split, Weltmeisterschaften am Gardasee, die nationalen Titelkämpfe auf dem Starnberger See – und das ist nur eine kleine, aber wohl die feinste Auswahl der exklusiven Reiseziele, die Max Stiff 2021 angesteuert hat. Wenn der 15-Jährige zwischendurch ein wenig Zeit findet, dann tut er das, was Zehntklässler so zu tun haben. Er geht zur Schule, macht die Hausaufgaben und büffelt für Klausuren. Aktuell ist Mathe an der Reihe, nach den Ferien geht es dann Schlag auf Schlag: Spanisch und Deutsch liegen an, beide mit wohlwollender Unterstützung der Schulleitung am Annette-Gymnasium zugunsten der Deutschen Meisterschaften für Max verschoben. Zeit zu lernen bleibt allerdings erneut wenig, denn in den Herbstferien stehen die Deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Ammersee an – das Boot des hoch talentierten jungen Seglers ist gleich in Bayern geblieben, der Kapitän ist auf Stippvisite in Münster.

Spagat zwischen Sport und Schule

Der Spagat zwischen Leistungssport und Schulleistungen ist nicht immer leicht, doch Stiff hat klare Ziele. Zum einen natürlich das Abitur, zum anderen lebt der Traum von den Olympischen Spielen. Vor zwei Jahren segelte er noch im Opti auf dem Aasee, mittlerweile ist er erfahrener Skipper in der Laserklasse – zum Übergang und dann auch gleich bei der Europameisterschaft in Portugal in der 4.7er-Klasse, seit diesem Jahr im Radial. Doch natürlich testet er im Training auch schon mal die olympische Standard-Klasse. „Dafür fehlen mir noch ein paar Zentimeter und Kilos“, sagt der Münsteraner, „aber die Technik ist die gleiche.“

Bei EM und WM zählte Stiff zu den Jüngsten, sammelte aber wichtige Wettkampferfahrungen – ab und an auch noch mit vielen Booten vor sich. Doch schon bei den nationalen Titelkämpfen vor Wochenfrist meldete er größere Ambitionen an. Platz fünf quer durch alle Altersklassen – ein ganz starkes Stück des Seglers, der sogar lange auf Sieg- und Podestkurs lag, ehe er bei den abschließenden Wettfahrten bei größeren Windstärken doch noch einige wenige Konkurrenten vorbeiziehen lassen musste.

Vorbilder in Familie und Verein

Eins seiner großen Vorbilder ist natürlich Vater Manuel, der selbst 15 Jahre lang erfolgreich als Sportsegler im Einsatz war und jetzt mit Rat, Tat und Bootsanhänger zur Seite steht. Zwei andere Vorbilder sind seine Vereinskameraden Christoph Möhring und Ole Kuphal, die im Standard längst zur deutschen Spitze zählen. Möhring siegte zuletzt auf dem Biggesee, als gleichzeitig Max Stiff die Radial-Klasse für sich entschied. Kuphal zeigte der Konkurrenz bei der DM in Tutzing, was der kleine Aasee als Ausbildungsstätte zu bieten hat: Platz acht im Laser-Standard rundete den starken Auftritt der Hansa-Segler ab.

Abitur geht vor

Kuphal wird im kommenden Jahr seine Prioritäten etwas verschieben: „Mit Segeln kann man sein Geld nicht verdienen“, sagt der 17-Jährige abgeklärt. Darum haben die Abi-Vorbereitungen auf dem Paulinum zunächst Vorrang, anschließend auch der Start ins Studium – das dann aber gerne in Kiel oder Warnemünde. „Natürlich will ich weiter segeln“, so Kuphal, der nach dem unfreiwilligen Abschied von Kadertrainer Paul Kessler ein wenig Kurs und Ziel verloren hat. „Aber in den Herbstferien ist eine neue Kadersichtung. Mal sehen, was da geht.“

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