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Radsport: DM in Berlin

„Muss man sich gut überlegen“: Lennart Drees besucht Sportinternat in Köln

Münster

Seit August lebt Lennart Drees im Sportinternat Köln, will Radsport-Profi werden. Der 16-Jährige vom RSV Münster ist aktuell auf Heimatbesuch in Drensteinfurt und startet am Wochenende bei der DM in Berlin.

Von André Fischer

Lennart Drees in Aktion beim Klassiker „88-mal um die Marktallee“ in Hiltrup. Samstag und Sonntag startet der 16-Jährige vom RSV Münster in Berlin. Foto: privat

In einer Bauernschaft in Herbern auf dem Weg nach Ascheberg. Es ist kühl an diesem Donnerstagmorgen, auch wenn die Sonne ein paar warme Strahlen abwirft. Lennart Drees sitzt auf dem Rennrad, will die Muskulatur in den Beinen auf Betriebstemperatur bringen. Am Wochenende geht es für den Fahrer des RSV Münster zur Deutschen Meisterschaft nach Berlin. Zusammen mit Moritz Bell vom RC Zugvogel Aachen startet er im Madison (Zweier-Mannschaftsfahren) und im Omnium auf der Bahn im Velodrom. Der 16-Jährige ist aktuell auf Heimatbesuch, genießt die Ferienzeit mit der Familie. Seit August lebt er im Sportinternat Köln, hat sein großes Jugendzimmer gegen ein überschaubares Einzelzimmer getauscht. In der Hoffnung, seiner Karriere einen weiteren Schub zu geben. Drees will Profi werden.

Heimweh? „Nein“, lacht der junge Mann. Denkt nach – und sagt: „Es ist aber ein Schritt, den man sich gut überlegen muss.“ Selbst wenn die Domstadt am Rhein und seinen Heimatort Drensteinfurt nur rund 135 Kilometer trennen, ist er erstmal auf sich allein gestellt. Kontakte hat er inzwischen geknüpft, das macht es einfacher. In der Bleibe an der Sporthochschule ist der talentierte Nachwuchs aus diversen Sportarten angesiedelt, Fußballerinnen und Fußballer, Boxerinnen und Boxer oder Eishockeyspieler geben sich die Ehre. In dem nahegelegenen kooperierenden Gymnasium bereiten sie sich auf das Abitur vor – Leistungssport und Schule im Einklang.

Für den ambitionierten Drees die beste Möglichkeit, an seinen Träumen zu feilen, seiner Zukunft zu bauen. Er hat das Zeug, mal in die Fußstapfen von Fabian Wegmann oder Linus Gerdemann zu schlüpfen. Allein 2022 wird er bei den nationalen Titelkämpfen mit der Vierer-Mannschaft Vizemeister auf der Bahn und auf der Straße. Das Lernen habe gleichwohl Priorität, sagt der Vernunftmensch Drees, der genau weiß, dass nicht ein jeder, der auf ein Sportinternat geht, automatisch in den ganz großen Zirkus des Sports eintaucht.

Nach Berlin geht's erstmal in den Urlaub

Nach dem Wettkampf in der Bundeshauptstadt taucht er erstmal mit den Eltern in Südtirol ab. Urlaub machen muss sein. Die Rennmaschine, die an der Wand in seinem Zimmer in Köln hängt, nimmt er mit. So ganz ohne geht es denn doch nicht für Drees, der in der U-19-Bundesliga für das Rose-Team Nordrhein-Westfalen fährt. Bei der 16. Auflage des Sparkassen-Münsterland-Giros suchen Freunde und heimische Wegbegleiter den Youngster vergeblich. Mit Blick auf Berlin verzichtete der Lizenzfahrer bewusst auf den Start beim Heimspiel. „Ich freue mich jetzt auf die Rennen – und dann ist die Saison vorbei. Es war ein langes, anstrengendes Jahr“, gesteht Drees. Der im besten Fall als Deutscher Meister heimkehrt.

28 Kilometer zeigt der Tacho an, die Runde, die er an diesem Morgen macht, ist überschaubar. „Ich wollte mich ein bisschen warmtreten für das Wochenende“, sagt der Wahl-Kölner – er braucht die Körner dringend fürs Velodrom.

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