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Leichtathletik: 10 000 Meter

Voigt läuft in Deutschland auf Platz eins – und hat noch lange nicht genug

Münster

Nils Voigt hat sich in Deutschland wieder auf Platz eins der saisonalen Bestenliste über 10 000 Meter geschoben. Eineinhalb Monate vor der Europameisterschaft in München gehört der Münsteraner, der für Wattenscheid startet, mit 27:52 Minuten in Europa zu den Top-10-Athleten. Nun geht es für den Feinschliff nach Kenia.

Von Alexander Heflik

Finale bei der Deutschen Meisterschaft über 5000 Meter: Nils Voigt (rechts) wird Dritter. Der Titel geht an Mohamed Mohumed (Mitte) vor Sam Parsons (links) Foto: Imago/Hoffmann

Die Dinge haben sich eindeutig in die Richtung von Nils Voigt gedreht. Nicht nur, weil der 25 Jahre alte Münsteraner nun ins vierwöchige Höhentrainingslager nach Iten in Kenia fliegt. Voigt hat die letzten Wochen genutzt, um für den Saisonhöhepunkt der Leichtathleten bei der Europameisterschaft in München vom 15. bis 21. August in Schwung zu kommen.

Voigt wurde bei der Deutschen Meisterschaft über 5000 Meter in 13:44,12 Minuten Dritter. In der nationalen Bestenliste hat er über zehn Kilometer die Führungsrolle übernommen, nachdem er in Leiden/Niederlande 27:52 Minuten benötigte.

Höhentrainingslager in Iten

Nun also Kenia, wo er mit den Marathon-Spezialisten Amanal Petros und Hendrik Pfeiffer trainieren wird. Iten liegt auf einem Hochplateau auf 2400 Metern. Es hätte auch St. Moritz sein können, aber Voigt sagt: „Ich gehe auch der Konkurrenz aus dem Weg.“ Kenia liegt ihm als Trainingsmaßnahme, die Konkurrenz wird die 27:52er Zeit als Richtwert vom Deutschen Meister von 2021 verbuchen – mehr nicht.

In den Tagen vor dem Flug nach Kenia wird Voigt eine Reha-Maßnahme absolvieren. Muskuläre Beschwerden will er damit beheben, manches Mal zwickt die Achillessehne, er will die „Wehwehchen“ loswerden, bevor der Fokus voll auf Afrika gelegt wird.

Voigt: Schwerer Start, nun gute Form

Es war kein leichter Start in das Jahr für ihn, auch Voigt setzte eine Corona-Erkrankung zu. Zudem war die nationale Konkurrenz im Kampf um die EM-Tickets nicht gerade langsam unterwegs. Aber mit der Zeit aus Leiden sowie dem dritten Rang bei der DM über 5000 Meter, als Voigt hinter Mohamed Mohumed (LG Dortmund/13:43 min.) und Sam Parsons (Eintracht Frankfurt/13:43) knapp Dritter wurde, hat er seine sportlichen Duftmarken gesetzt.

Voigt wird bei der EM über 10 000 mit von der Partie sein. Ein paar Tage nach der DM, genauer gesagt am Samstag im belgischen Heusden, lief der 25-Jährige dann die fünf Kilometer in 13:31 Minuten – Platz fünf in der deutschen Bestenliste.

Voigt blickt durchaus selbstbewusst nach vorn. Mit seinem aktuellen Leistungsniveau und den erreichten Zeiten pegelt er sich über die 10 000 Meter in Europa unter den Top 10 ein: „Mir schwebt als Ziel eine Top-8-Platzierung vor.“ In Kenia will er sich nun die restlichen Prozentpunkte an Leistung herauskitzeln, wie gesagt, mit den Marathon-EM-Startern Petros und Pfeiffer. Aller Anfang war schwierig in dieser Saison, nun aber kommt der Laufprofi aus Münster in Fahrt.

Crippa ist Europas Schnellster

Am 21. August, pünktlich zum Beginn der Tagesschau, startet in München in der Abendsession das Finale über 10 000 Meter. Vorher beginnt das Speerwerfen, im Anschluss finden die 110 Meter Hürden am letzten Wettkampf der Europameisterschaften statt.

Dazwischen will Voigt schneller als eine Sendung der Tagesthemen unterwegs sein, also deutlich unter 30 Minuten bleiben. Europas Nummer eins in dieser Saison ist im Übrigen Yemaneberhan Crippa aus Italien, er lief im Mai die zehn Kilometer in 27:16 Minuten. Dieser Konkurrenz ist Nils Voigt bereit, sich zu stellen. Nicht schlecht.

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