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Segeln

Ole Kuphal schaut vorsichtig auf Olympia 2028

Münster

Still ruhte der See – und auch die See. Corona stoppte zunächst auch die Segler, die nun aber wieder auf dem Wasser sind. So auch Ole Kuphal, das 16 Jahre alte Talent vom SC Hansa Münster. Fleißig trainiert er für mögliche Regatten und Meisterschaften im späten Sommer oder Herbst– und träumt ein wenig von Größerem.

Ansgar Griebel

Den Rettungsring hat Ole Kuphal bislang glücklicherweise noch nicht benötigt. Das soll so bleiben, wenn im späten Sommer womöglich doch noch Regatten stattfinden. Foto: Ansgar Griebel

Ole Kuphal ist erstaunlich gut gelaunt, als er am Anlegesteg des SC Hansa Münster locker über die Segel-Saison 2020 plaudert, die sich aus bekannten Gründen so ganz anders entwickelt hat, als geplant und erhofft: U-19-Weltmeisterschaft in Polen – abgesagt. Deutsche Jugendmeisterschaften in Travemünde – ersatzlos gestrichen. Die Saisonhöhepunkte wurden vom Coronavirus erbarmungslos dahingerafft, die großen Wettkämpfe sind – nun ja – ins Wasser gefallen. Scheinbar kein Problem für den 16-Jährigen, für den das Kentern zum sportlichen Alltag gehört. Kurz schütteln und zurück an Bord: Der Zehntklässler vom Gymnasium Paulinum in Münster ist auch ohne aktuelle Wettkämpfe längst wieder im Wettkampfmodus.

In der Pfingstwoche war der Kader-Athlet gemeinsam mit seinen drei Clubkameraden vom SC Hansa, Lean Hoenlöchter, Christoph Möhring und Max Stiff, in Kiel und absolvierte schweißtreibende Trainingseinheiten unter den wachsamen Augen von Landestrainer Paul Kessler, am Mittwoch startete der Münsteraner zur nächsten intensiven Trainingseinheit nach Warnemünde. Aktuell lässt der eingeschränkte Schulalltag da einiges zu, am Paulinum reckt man bereitwillig den einen Daumen für das Mitglied des German Sailing Team, den zweiten hält man gedrückt für weitere Erfolge.

Unterstützung vom Paulinum

„Das passt schon“, freut sich Kuphal über die Unterstützung seiner Lehranstalt, weiß aber, dass die schulische Karriere künftig etwas mehr Aufmerksamkeit beanspruchen wird. „Im kommenden Schuljahr geht es schon um die Abi-Vorbereitungen, da muss ich genauer drauf gucken, welche Regatten wirklich wichtig sind“, sagt Kuphal, der die spezifischen Eigenheiten des heimischen Aasees zur Genüge ausgelotet hat, für höhere Ambitionen aber den Horizont regelmäßig erweitern muss. „Der Aasee ist schon speziell, aber um national mithalten zu können, muss man schon an die Küste.“

Dass seine seglerischen Ambitionen derart ausufern würden, war noch nicht absehbar, als die Eltern ihren sechsjährigen Filius im Jahr 2010 („glaube ich zumindest, ganz genau weiß ich es nicht mehr“) gemeinsam mit der zwei Jahre älteren Schwester Tineke zum Feriensegelkurs auf dem Aasee anmeldeten. „Die mussten beide arbeiten und haben für uns eine Beschäftigung gesucht“, erinnert sich Kuphal. Diese Ferienbespaßung ging dann in Serie und endete schließlich bei einer Mitgliedschaft beim SC Hansa. „Aber erstmal nicht in der Trainingsgruppe, die war am Wochenende und da hatte ich keine Lust drauf“, erinnert sich der 16-Jährige, an den ruhigen Start der Segler-Karriere, die inzwischen mächtig Fahrt aufgenommen hat und andere Sportarten wie etwa das Handballtraining bei Sparta Münster längst aus dem Ring gedrängt hat.

Tennis beim THC

Inzwischen spielt Kuphal ab und an noch Tennis beim THC Münster, absolviert die Fitness-Einheiten beim Ruderverein Münster und hat sich jetzt ein Rennrad zugelegt für Sondereinheiten an Land. Sein Sportlerleben spielt sich allerdings im Wesentlichen auf dem Wasser ab, in Münster beim Landesstützpunkt unter Trainerin Lena Thöne, an der Ostseeküste bei Landestrainer Kessler. Vom kleinen Optimisten ist Kuphal vor drei Jahren in den Laser Radial umgestiegen – einer Klasse mit Olympischen Weihen, sobald eine Frau am Steuer ist. Im Männerbereich braucht es etwas mehr Segelfläche und den Laser Standard für eine Olympiateilnahme. Folgerichtig die nächste Station für den jungen Münsteraner, der sich schon mal ganz unverbindlich die Olympischen Spiele 2028 im Kalender notiert hat. „Wenn, dann wären das wohl die passenden Spiele“, so Kuphal.

DM und EM im Herbst?

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg mit vielen Zwischenstationen. Die ersten dann wohl doch noch im verkorksten Corona-Sommer. Im September soll die Kieler Woche nachgeholt werden, Anfang Oktober stehen Deutsche Meisterschaften im Leipzig an, wenig später möglicherweise sogar die verschobenen Junioren-Europameisterschaften in Athen. Dann ist doch nicht alles ins Wasser gefallen . . .

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