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Boxen: NRW-Finals im Boxzentrum

Oliver Ginkel lässt die Fäuste sprechen und holt den Titel

Münster

Oliver Ginkel hat sich am Sonntag zum NRW-Champ geboxt. Der 24-Jährige sicherte sich in der Klasse bis 80 Kilogramm bei den Finals in der Sporthalle des Boxzentrums den Titel und das Ticket zu den Deutschen Meisterschaften in Straubing.

Von André Fischer

Hoch her ging es bei den NRW-Finals im Boxzentrum am Schifffahrter Damm – Zuschauer waren nicht zugelassen. Foto: André Fischer

Schweiß und Lederfett liegen in der Luft. In der Boxhalle am Schifffahrter Damm riecht es wie im „Pumakäfig“. Am Eingang hockt Rexhildo Zeneli vom Boxclub Vorwärts Bielefeld. Seinen Cut unter dem linken Auge schreckt er mit einem Kühleisen ab. Gezeichnet. Bei den NRW-Finals am Samstag und Sonntag fliegen die Fäuste im Minutentakt. Da wird niemand geschont – immerhin geht es für die A-Klasse-Boxer um das begehrte Ticket zur Deutschen Meisterschaft in Straubing (7. bis 11. Dezember). Und darum, der eigenen Vita Titel hinzuzufügen. Oliver Ginkel vom Boxzentrum Münster gelingt das vorzüglich. Der 24-jährige Schützling von Stützpunkttrainer Farid Vatanparast darf sich seit Sonntagmittag in der Klasse bis 80 Kilogramm NRW-Champ nennen.

„Das war ein knapper Fight – und am Ende eine Sache des Willens.“ Ginkel wirkt erschöpft, holt nach seinem Erfolg nach Punkten gegen Serhat Parlak (Schwarz-Weiß Westende Hamborn) tief Luft. Und sagt: „Dafür, dass ich viereinhalb Jahre raus war, ist das doch ganz okay.“ Für sein Psychologiestudium an der Uni ließ er einst den Boxsport mehr oder weniger sausen. „In einer Nacht- und Nebelaktion“, erinnert sich sein Mentor Vatanparast. „Das hat mich damals schon geärgert, zumal wir viel Zeit investiert haben.“ Mittlerweile arbeiten die beiden seit sechs Monaten wieder zusammen – und diese Liaison trägt erste Früchte.

Das Urteil der Kampfrichter an sich akzeptiert derweil Gregory Tolkovets nicht. „Was ist hier los?“, fragt der Förderer von Parlak, der gleichfalls am Bundesstützpunkt in Köln arbeitet. Er sieht seinen Mann klar vorne. „Wenn nicht, bin ich in diesem Sport falsch.“ Sein Gegenüber Vatanparast stellt klar: „Runde eins und drei hat Oliver gewonnen, die zweite verloren. Da gibt es keinerlei Zweifel. Fertig.“

Ja, auch in der Faustkämpferszene gibt es sie, die hitzigen Diskussionen und Dispute. So wie einen Tag zuvor, als Ali Dakroub (Boxzentrum) im Superschwergewicht (über 92 Kilogramm) gegen Samuel Samson Adefolabi (MBR Hamm) in den Ring steigt. Nachdem der 25-jährige Münsteraner in Runde eins angezählt wird, rutscht er unmittelbar vor dem Gong weg, geht ohne Schlageinwirkung zu Boden. Springt sofort wieder auf, will weiterboxen – und wird durch den Ringrichter jäh in seinem Eifer unterbrochen. Abbruch. „Ich habe das nicht wahrgenommen, dass es vorbei ist. Ich bin ausgewichen und weggerutscht, das war alles, ich bin sehr enttäuscht“, gibt Dakroub einen Einblick in sein Inneres. Das Urteil ist gültig, auch wenn Münster Protest einlegt. Aber auch der NRW-Verband zeigt sich ob der Unstimmigkeiten einsichtig, drückt dem Münsteraner die Fahrkarte zur DM in die Hand. Ebenfalls in Straubing sind Patrick Walfort und Samuel Gasoyan (bis 92 Kilogramm) dabei, genau wie Marcel Lapke in der Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm.

Deutscher U-17-Meister ist seit Samstag Uzun Kahraman aus dem heimischen Boxzentrum. Bei den Titelkämpfen in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) besiegte er Dominik Weinbinder (MV) mit 3:2.

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