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Fußball: Bezirksliga

Partyzeit in blau und weiß: BW Aasee feiert Klassenerhalt

Wilmsberg

Fünf Siege in Folge legte BW Aasee auf das Parkett, scheinbar schon abgestiegen, jetzt doch nicht. Ein umkämpftes 3:2 beim Borghorster FC sicherte dem Team von Trainer Andre Kuhlmann den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Der Jubel war groß im Waldstadion zu Wilmsberg.

Von André Fischer

Party in blau und weiß: Maximilian Picht herzt den oberkörperfreien Jonas Gövert (links). Foto: Fischer

Die Freude entlädt sich, Spieler und Trainerteam tanzen im Waldstadion zu Wilmsberg. Irgendwo ist zu hören: „Trainer, wirf den Grill an.“ André Kuhlmann grinst spitzbübisch. Geschafft, Klasse gehalten, mit dem fünften Sieg in Serie. Das umkämpfte 3:2 (1:2) am Sonntag beim Borghorster FC symbolisiert die Breite von Bezirksligist BW Aasee. „Ich habe nie dran gezweifelt“, sagt Routinier Christian Hülsmeier mit Nachwuchs auf dem Arm. Und Kuhlmann selbst schiebt nach: „Irgendwo reißen wir jetzt die Hütte ab.“ Assistent Tobias Steens verkrümelt sich derweil in die letzte Ecke des Feldes. Braucht seine Zeit, um runterzukommen. Um dann doch von seinen Jungs überrumpelt zu werden. Vorbei mit der Ruhe. Hier ist Party.

Der Ergebnisdruck macht den Clubs aus dem Keller in der Regel zu schaffen. Der Abstiegskampf zehrt an den Nerven, die Münsteraner können ein paar Lieder dazu trällern – in dieser aufreibenden Spielzeit gibt es wenn überhaupt nur zu Beginn Hoffnung auf ein Jahr ohne große Sorgen. Mit zwei Siegen und einem Remis ist die blau-weiße Welt anfangs so rosig, ehe sie erste Risse erfährt. Risse, die bleiben. Bis zum letzten Spieltag. Und das trotz der eindrucksvollen 43 Punkte.

Aasee liegt früh zurück

„Nullacht führt schon“ – Aasees Trainer André Kuhlmann ist von Beginn an bestens informiert, was auf den anderen Plätzen abgeht. Und sieht seine Garde nach drei Minuten im Rückwärtsgang, Schlussmann Leon Berkemeyer steht nach einem Kopfball von Torben Schlieckmann erstmals im Blickpunkt. Aber auch der Gast weiß, was auf dem Spiel steht, ein guter Angriff über die linke Seite bringt nach zehn Minuten die erste gute Offensivaktion, die Flanke von Daniel Bartelink geht an Freund und Feind vorbei. Nach 25 Minuten ist wieder Bartelink beteiligt, sein Kopfball nach klasse Vorarbeit von Jonas Gövert streicht hauchdünn am Kasten von Frederik Teupen vorbei. Coach Kuhlmann hat derweil seine Trainingsjacke abgelegt, die innere Hitze im Abstiegskampf setzt ihm zu. Er soll noch mehr in Wallung kommen, nach 32 Minuten sieht er das 0:1. Schlieckmann bedient Alexander Wehrmann, der keine Mühe hat. Berkemeyer versucht das Leder noch aus dem Tor zu kratzen, aber der Ball ist drin, sagt unter dem Protest der BWA-Bank der Unparteiische Stefan Heying.

Kurz geschüttelt, Aufgeben ist keine Option. Blau-Weiß kämpft, rackert, belohnt sich, Ole Goldbeck vollendet eine Hereingabe von Niklas Seifert aus der Drehung (43.). Erlösender Jubel bei Kuhlmann und Co. – das ist das Lebenszeichen vor der Pause. Und dann kommt es doch unverhofft anders, einen umstrittenen Freistoß setzt Marvin Bingold an den rechten Innenpfosten ins Herz der Gäste (45.). Dann ist schon Halbzeit.

Packheiser mit dem wichtigen Ausgleich

Die Antwort lässt aber nicht lange auf sich warten, nach einer Ecke ist Bennet Packheiser zur Stelle – 2:2 (56.). Ungemein wichtig dieses Tor, weil Nullacht in Hauenhorst 2:0 führt. Dieser Punkt würde reichen. Ein Sieg wäre besser, Bartelink steht nach 70 Minuten blank vor Jannik Anselmi, der inzwischen das Tor der Borghorster hütet, weil Teupen verletzt raus musste – und scheitert, wie im Nachschuss Leonard Mikowsky.

„Die letzten fünf, Junge“, Kuhlmann ist an der Außenlinie ständig in Bewegung, pusht seine Jungs. Reicht das? Mikowsky hat das 3:2 auf dem Schlappen, drüber (86.). „Nullacht 4:1“, ruft Kuhlmann seinem Assistenten zu. „Das Ding ist durch!“ Jetzt ist Aasee am Zuge, aus der Schützenhilfe Kapital zu schlagen. Und tut es. Gövert erlöst sie alle in der 90. Minute nach einem herrlichen Konter, den er zum 3:2 abschließt – und reißt sich das Dress vom Leib. Der Rest ist Jubel, Trubel, Heiterkeit in blau und weiß.

BWA: Berkemeyer – Seifert, Goldbeck, Henning, Bergmann – Packheiser – Gövert (90.+1 Halili), Schmitz, Mikowsky, Bartelink (76. Hülsmeier) – Khani (46. Picht)

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