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Verein zur Förderung des Leistungssports

Perspektive für Neubau nahe der Coburg bis Ende des Jahres gewünscht

Münster

Der Vorstand des Vereins zur Förderung des Leistungssports schlägt Alarm. Der geplante Neubau in der Nähe des Freibads Coburg ist ins Stocken geraten, den handelnden Personen fehlen die Perspektiven – gerade für das Sportinternat. Das ergab die Mitgliederversammlung. Gleichzeitig sollen Gespräche mit der Politik folgen.

Von Thomas Austermann

Jens Bruckmann, Karin Reismann und Uwe Peppenhorst (r.) warten zunehmend verzweifelt auf die Umsetzung eines Neubaus. Foto: Thomas Austermann

Die Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung des Leistungssports in Münster hatte mit dem Treffpunkt Mühlenhof einen außergewöhnlich schönen Rahmen. Wichtige Themen aber sorgten für Kritik und Stirnrunzeln. Der für zwei Jahre wiedergewählte bewährte Vorstand um die Vorsitzende Karin Reismann tritt im Ringen um den Fortbestand der von ihm getragenen Institution Sportinternat auf der Stelle und stellt die Frage nach Perspektiven.

Uwe Peppenhorst

Die seit 2014 amtierende Reismann will nach dem Votum der mit 19 Stimmberechtigten schwach besetzten Versammlung gemeinsam mit den bestätigten 2. Vorsitzenden Uwe Peppenhorst und Peter Bochnia auf allen wichtigen Ebenen weiterkämpfen. Nämlich um die Realisierung des seit vier Jahren thematisierten Neubaus auf dem Gelände des ehemaligen DJK-Bildungs- und Sportzentrums „Kardinal von Galen“ an der Grevener Straße nahe dem Coburg-Freibad. Dieser Kampf zermürbt beinahe, wie Peppenhorst erklärte: „Ich bin seit 16 Jahren in diesem Verein tätig – meistens mit großer Freude. Zuletzt aber schlug diese in Frust um.“

Perspektive bis Jahresende?

Bis Jahresende müsse eine greifbare Perspektive her, ob und wann ein Neubau realisiert werden kann. „Ich hege ernsthafte Zweifel, aber wir werden Kontakte auf allen politischen Ebenen nutzen“, sagte Peppenhorst. Ansonsten sei fraglich, „ob unser Verein weiterhin für eine Trägerschaft verantwortlich sein kann“ und ob das Sportinternat überhaupt eine Zukunft habe. Der seit 2010 angemietete Trakt des Lettischen Centrums entspreche „in keinster Weise mehr den heutigen Anforderungen“ und beeinträchtige durch „miserable Bausubstanz“ das Zusammenleben.

Kletterhalle geplant

Peppenhorst hat, ehrenamtlich tätig, mit der als Gelände-Eigentümerin zuständigen DJK-Bildungs- und Sportstiftung um den Vorsitzenden Wolfgang Zalfen sowie dem Investor Kletterbar GmbH aus Offenbach einen Plan entworfen. Die Hessen wollen eine Kletterhalle bauen und auch in den 8 Millionen Euro teuren Internatsneubau nebenan investieren. Das durch das Land förderungswürdige Projekt ist nur realisierbar mit Landeszuschüssen in Höhe von 60 oder 70 Prozent der Gesamtsumme. Das große Hin und Her diesbezüglich, wechselnde Gesprächspartner und ungelöste Fragen um Förderungskriterien haben den Verein an seine Grenzen geführt. Die Aussage der Staatskanzlei, vor 2025 oder 2026 sei nicht mit Zuschüssen zu rechnen, mag Peppenhorst nicht akzeptieren. Er setzt auf Unterstützung der hiesigen Politik und wartet zugleich gespannt auf die Zusammensetzung der neuen Landesregierung.

Enormier Stress während Corona

Die letzten beiden Jahre standen auch im Internat unter den pandemiebedingten Einflüssen. „Alle hier waren einem enormen Stress ausgesetzt“, sagte Reismann, die dem Team um Internatsleiterin Ruth Funk höchste Anerkennung zollte. Auch finanziell schlug die Krise durch und sorgte für eine Unterbelegung und fehlende Einnahmen. Die finanzielle Unterstützung durch den Stadtsportbund und die Sportjugend Münster habe sehr geholfen, sagte Peppenhorst, der auch zusätzliche Zuschüsse, Spenden und Sponsoring-Einnahmen generierte.

2020 nahm der Verein 24 000 Euro mehr ein (502 000 Euro), als er ausgab (478 000 Euro). Ein Jahr später war es umgekehrt. Einnahmen in Höhe von 486 000 Euro standen Ausgaben in Höhe von 511 000 Euro gegenüber. Der Etat 2022 liegt bei 523 000 Euro. Dass der Plan aufgeht, ist gut möglich: Ab August kann es mit 26 bis 28 Athletinnen und Athleten eine Vollbelegung geben.

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