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Fußball

Einst Preußen, Aasee oder Handorf: Diese Kicker aus Münster sind Profis

Münster

Starke Jugendarbeit leisten neben Preußen, dem 1. FC Gievenbeck und Münster 08 auch viele kleine Clubs der Stadt. Aus ihnen gingen viele Kicker hervor, die es außerhalb Münsters ins Profigeschäft geschafft haben. Wir haben eine Elf zusammengestellt.

Julian Niehues kickte einst für BW Aasee, durchlief dann die Jugendteams von Preußen Münster. Heute ist der defensive Mittelfeldmann Stammspieler in der 2. Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern. Foto: Imago / Lobeca

Einen aktuellen Bundesliga-Spieler hat Münster zwar nicht hervorgebracht. Immerhin haben es drei Kicker bis ins Unterhaus geschafft. Doch wo spielen die Jungs, die in der Stadt aufgewachsen sind und hier ihre ersten Schritte mit dem Ball gemacht haben, momentan? Wer hat es in den professionellen Bereich geschafft? Ein Blick in die Kader der ersten vier Ligen hat eine Elf ergeben, in der bekannte Namen stehen, sich aber auch einige unter dem Radar bewegen.

Nicht dabei sind Marc Lorenz (früher BSV Roxel und 1. FC Gievenbeck) und Deniz Bindemann (Borussia Münster), die ja für Preußen auflaufen. Dass die meisten, aber nicht alle, mindestens in der Jugend das Adler-Trikot trugen, liegt auf der Hand. Auch der FCG und der SC Münster 08 waren für viele eine Station. Doch auch aus einigen kleineren Vereinen gingen spannende Karrieren hervor.

Dominik Reimann: Der Stammkeeper des 1. FC Magdeburg stieg im Sommer als Leistungsträger in die 2. Liga auf. Seine Wurzeln liegen beim ESV Münster, doch schon mit sieben zog der inzwischen 25-Jährige zu Borussia Dortmund. Dort durchlief er Jugend und U 23, ehe er 2021 über Holstein Kiel beim FCM landete.

Leon Tia: Münster 08, Gievenbeck, dann die SCP-Reserve – so weit, so logisch. Dann gelangte der hochgewachsene Verteidiger in der Oberliga über Eintracht Rheine und die Hammer SpVg zum SC Wiedenbrück, wo der 27-Jährige seit mehr als drei Jahren eine feste Größe ist und 2020 den Regionalliga-Aufstieg feierte.

Tim Sechelmann: Der 23-Jährige ging fast den gleichen Weg wie Reimann. Vom Eisenbahner-Club mit sieben zum BVB, von der dortigen U 23 für ein Jahr zum 1. FC Köln in die Zweite und im Vorjahr dann nach Magdeburg. Aktuell ist er Teilzeitkraft und Backup auf der Zweitliga-Bank. Der Innenverteidiger, der im Meisterjahr in der 3. Liga einen Innenbandriss im Knie erlitt, hat es sogar zu neun Jugend-Länderspielen gebracht. In Münster ist er bislang eher eine unbekannte Größe.

Die komplette Elf der Fußballprofis aus Münster Foto: Imago, Lisa Stetzkamp

Nico Lübke: Sein Papa Andreas ist bei Preußen seit Ewigkeiten im Nachwuchsbereich tätig, vor zwei Jahren, vor zwei Jahren war der 21-Jährige selbst auch mal zum Probetraining da. Beim SCP begann seine Laufbahn. Dann ging es über den BVB und den VfL Bochum im Seniorenbereich zu Westfalia Herne, zum VfB Homberg und diesen Sommer in die Regionalliga Nordost zu Germania Halberstadt, das allerdings tief im Keller steckt.

Lennart Stoll: Als Einziger dieser illustren Runde trug der 26-Jährige auch als Senior das Trikot der Preußen-Profis (41 Drittliga-Einsätze), ehe er vor vier Jahren fürs Medizinstudium nach Süddeutschland ging und seitdem erfolgreich für Regionalligist SSV Ulm kickt (derzeit wieder Erster). Ein Wechsel zum 1. FC Heidenheim in die 2. Liga zerschlug sich im Vorjahr erst durch einen Schienbeinbruch. Der Außenverteidiger legte als Kind in Gievenbeck los und blieb sogar bis zur U 19.

Caspar Jander: Vielleicht in der Heimat auch noch gar nicht so bekannt, aber auf dem besten Weg, im Profigeschäft Fuß zu fassen. Der Mittelfeldspieler war bei Drittligist MSV Duisburg im ersten Seniorenjahr bis zu einem Bänderriss im Knöchel vor wenigen Wochen gesetzt und gab jüngst sein Startelf-Comeback. Der 19-Jährige fing bei Germania (heute SV) Mauritz an und gelangte in der Jugend über Preußen, Dortmund und eine lange Zeit beim FC Schalke 04 zu den Zebras.

Julian Niehues: Vielleicht aktuell das heißeste Eisen aus Münster. Nach dem Aufstieg mit dem 1. FC Kaiserslautern ist der 21-Jährige unter Coach Dirk Schuster auch in der 2. Liga Stammkraft. Von BW Aasee führte sein Weg an die Hammer Straße, nach sechs Spielzeiten wechselte der Mittelfeldakteur für drei Jahre zur U 19 und U 23 von Borussia Mönchengladbach und dann auf den Betzenberg. Rückholüberlegungen der Preußen scheiterten bisher stets an einem Leistungsschub.

David Sauerland: Er galt einst als BVB-Versprechen für die Zukunft, war bis zur U 20 Junioren-Nationalspieler und hoch gehandelt. Irgendwann machten dem inzwischen 25-Jährigen aber viele Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. Wie sein Kumpel Stoll beim FCG ausgebildet, dann zu Preußen und schließlich nach Dortmund. Im Erwachsenenbereich waren seine Stationen Eintracht Braunschweig, zuletzt RW Essen (Aufstieg ohne Einsatz) und seit diesem Sommer Alemannia Aachen. Beim Regionalligisten will der Außenverteidiger wieder auf die Beine kommen, nachdem ihn binnen zwei Jahren ein Kreuzbandriss, viele muskuläre Probleme und zuletzt Achillessehnenbeschwerden ausbremsten.

Exaucé Andzouana: Auch in Aachen unter Vertrag – meist als Joker kommt der 29-Jährige dort durchaus zum Zug. Als Fußballer hat er eine lange Odyssee hinter sich: Münster 08, RW Ahlen, Gievenbeck, Preußen II, TSV Marl-Hüls, FC Gütersloh, Westfalia Rhynern, SV Lippstadt, SC Verl, SF Lotte und jetzt Alemannia – so lauteten die Stationen. Der Flügelspieler wurde in Kongos Hauptstadt Brazzaville geboren und kam früh nach Münster. Er war auch mal vereinslos, blieb aber beharrlich am Ball.

Alaa Bakir: Der TSV Handorf ist der Jugendclub des Stürmers, mit elf Jahren wechselte er aber schon nach Dortmund und blieb dort bis zur zweiten Mannschaft. In der vergangenen Saison schloss sich der 21-Jährige Drittligist Duisburg an und machte dort gleich 30 Meisterschaftsspiele. Aktuell muss er allerdings wegen eines Meniskusrisses längerfristig pausieren.

Yassin Ibrahim: Vor wenigen Wochen war er mit Regionalligist SV Rödinghausen noch im Preußenstadion im Einsatz. Der 22-Jährige pendelt zwischen Startelf und Bank. Seine ersten Schritte machte er in Gievenbeck, für eine Weile spielte er auch für den SCP, ehe es den Angreifer zum BVB zog. Aus der dortigen U 19 gelangte er zu den Würzburger Kickers und machte sieben Partien in der 3. Liga. Seit über zwei Jahren nun schon in Ostwestfalen.

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