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K+K-Cup: Mannschaftskür bei der Bauern-Olympiade

Seriensieger Westbevern meldet sich spektakulär zurück

Münster

Der Seriensieger meldet sich zurück: Offensichtlich war es nur eine Atempause, die der RV Gustav Rau Westbevern im vergangenen Jahr nach sieben Siegen in Folge eingelegt hat. Am Donnerstagabend meldete sich der Rekordsieger der „Bauern-Olympiade“ eindrucksvoll zurück und begeisterte die Zuschauer in der restlos ausverkauften Halle Münsterland mit einer furiosen Mannschaftskür

Michael Schulte und Henner Henning

Starke Vorstellung: Der RV Albachten überzeugte am Mittag in der Dressur und präsentierte sich auch in der Kür von seiner besten Seite. Foto: Jürgen Peperhowe

Mag ja sein, dass die Mannschaft aus Westbevern zahlenmäßig den größten Fanclub am Start hatte. Auch gut möglich, dass die Anhänger des RV Gustav Rau besonders laut jubeln können. Aber wenn dann noch Rufe nach „Zugabe“ durch die Halle Münsterland schallen, dann muss bei der Mannschaftskür etwas ganz Besonderes passiert sein. War es auch. Denn der Abonnementsieger beim Kampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster meldete sich am Donnerstag sehr eindrucksvoll zurück, nachdem er sich 2019 in Sachen Gesamtsieg zurückgehalten hatte. Viermal zog die Jury am Abend die Traumnote 10,0 und verzückte damit nicht nur einen völlig entrückten Hallensprecher Carsten Soestmeyer, sondern auch ein ausverkauftes Haus.

Westbeverns „Chefin“ Tanja Alfers

Nachdem die Truppe aus dem Telgter Stadtteil auch schon in der vorgeschalteten Dressur vorne gelandet war, steht einem erneuten Titelgewinn nur noch das abschließende Springen am Samstag im Weg. Trainerin und Ausbilderin Tanja Alfers war hinterher beinahe sprachlos, nachdem Kommentator Martin Plewa die Superlative bemüht hatte. „Auch ich könnte den ganzen Abend ,super‘ sagen. Im Training ist es nie so gut gelaufen, jetzt waren die Pferde in Top-Form und die Reiter haben es super hinbekommen“, erklärte Alfers, die direkt danach den starken Ritt des Vorjahreszweiten RV St. Georg Saerbeck mitverfolgte. Die Equipe von Christina Nordhues bekam zweimal die Höchstwertung und rangiert damit auf Platz zwei.

Hohes Niveau

Zuvor erlebten die Besucher durch die Bank guten bis sehr guten Kürsport, allerdings fehlte das absolut Herausragende. In der Breite war das Feld spitze, aber die Spitze war nicht gerade breit aufgestellt. Beispiel RV Nienberge-Schonebeck: Als Titelverteidiger ins Rennen gegangen, der vor einem Jahr mit einer begeisternden Mannschaftskür geglänzt hatte, gelang am Donnerstag „nur“ eine sehr gute Vorstellung. Teamchefin Angelika Geßmann: „Wir hatten an einigen Stellen Probleme, die wir aber, glaube ich, gut gelöst haben. Und das war ja alles auf hohem Niveau.“ Auf das vergangene Jahr angesprochen, stellte sie dieses Mal fest: „Vergangenes Jahr fünfmal die 10,0, nun immerhin siebenmal die Neun vor dem Komma. Die Begeisterung ist natürlich nicht so hoch, aber die Reiter haben es gut gemacht.“

Svenja Düffel aus Albachten hatte mit ihrem Quartett ebenfalls überzeugt, aber eben nicht alles überstrahlt: „Ich bin sehr zufrieden, wir können uns nicht beschweren. Die Reiter haben ihr Bestes gegeben.“ Man mag ergänzen, nicht nur die Reiter, auch die Pferde.

Alle Register gezogen

Wie die Vierbeiner überhaupt wieder alle Register ihres Könnens am Donnerstagabend zogen. Sicher in den Grundgangarten, ruhig in der Startaufstellung, dynamisch beim Galopp, ruhig im Schritt. Harmonisch zur Musik, elegant in der Ausführung, erprobt in den Lektionen. Ob mutig oder bergauf, ob angelehnt oder durchlässig – alles war vertreten.

Das Quartett, das in Farbe, Größe und Ausstrahlung total harmonierte und auch die Vier, die optisch wenig gemeinsam hatten, dafür im Viereck glänzten. Die Ausbilder(innen) hatten sich kreative Linien überlegt, die weder Reiter noch Pferd überforderten. Dafür ist die Qualität der Paare inzwischen auf einem Niveau angekommen, das man vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten hätte.

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