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Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften

Neuling Athletico Union erntet viel Applaus – und das nach harten Jahren

Münster

Premiere in der Halle Berg Fidel: Athletico Union Münster mischte am Dienstag erstmals bei den Hallen-Stadtmeisterschaften mit. Über einen blutjungen Club und den Mann, bei dem nahezu alle Fäden zusammenlaufen.

Vorsitzender, Trainer, Spieler: Abdelmoutaleb Aitoujaken hat beim 2020 gegründeten Club Athletico Union Münster fast alle Posten inne. Am Dienstag debütierte der Verein bei den Stadtis. Foto: Peter Leßmann

Das Clubsterben ist ein Thema, das auch den Fußballkreis beschäftigt. Das beste Mittel dagegen: neue Vereine, die auf der Landkarte auftauchen. Genau das tat Athletico Union Münster im Sommer 2020, tritt seither in der Kreisliga C an. Und am Dienstagabend feierte der Club um Coach Abdelmoutaleb Aitoujaken seine Premiere in der Halle Berg Fidel. „Die Jungs waren richtig nervös, hatten aber tierisch Bock“, sagte der Trainer nach der Feuertaufe gegen den Oberligisten 1. FC Gievenbeck. Das ungleiche Duell ging nur mit 2:0 an den haushohen Favoriten.

Gerade einmal zwei Hallen-Einheiten hatte Athletico vorab absolviert. Anzumerken war das dem Ensemble, das auf der Anlage in Hiltrup-Süd heimisch ist, keinesfalls. Nach dem respektablen Ergebnis gegen den FCG folgte ein 2:2 gegen Bezirksligist BW Aasee. Die Halle hatte ihre neuen Lieblinge schnell gefunden – und feuerte kräftig an.

Abdelmoutaleb Aitoujaken und sein Sohn Tarik, der als Athletico-Kapitän auf dem Platz stand, leiten die Geschicke des Clubs quasi im Alleingang. „Ich bin Vorsitzender, Trainer, Torwart und Feldspieler – alles auf einmal“, sagt Abdelmoutaleb, der in der C-Liga mit seinen 51 Jahren noch aufläuft. „Das mache ich richtig gerne, Gott sei Dank kann ich es noch“, sagt Aitoujaken. „Wenn ich die Jungs nicht hätte, würde ich auf jeden Fall deutlich fauler werden.“

In Berg Fidel schloss sich für den jungen Club gewissermaßen ein Kreis, denn die Vereinsgründung ist auf regelmäßige Hallen-Kicks zurückzuführen. „Ein Jahr lang haben sie nur für den Spaß in der Halle gespielt, dann entstand die Idee, eine Mannschaft zu gründen – und ich wurde gefragt, ob ich der Trainer werden will“, erzählt Aitoujaken.

Nur zwei Siege in den ersten beiden Saisons

Und na klar wollte der ehemalige (Jugend-)Coach des TuS Hiltrup, des 1. FC Gievenbeck und des BSV Roxel. „Natürlich gibt es mal Probleme wie Personalsorgen, aber es macht mir Spaß. Sonst würde ich sofort aufhören“, sagt der 51-Jährige. Auch wenn – wie im letzten Sommer – mal sieben Flemmer auf einmal seinen Club verlassen, hat Aitoujaken genau im Blick, wen er in sein Team aufnimmt und wen nicht. „Ich merke sofort, wer in unsere Mannschaft passt“, sagt Athleticos Coach.

Aitoujaken verschweigt nicht, dass der Anfang steinig war. 34 Partien absolvierte Athletico Union in den ersten beiden Spielzeiten, gewann genau zwei und kam dabei auf ein Torverhältnis von 32:137. In dieser Saison aber sieht die Welt schon ganz anders aus: Der Stadtis-Neuling liegt zur Winterpause auf Platz zwei der Kreisliga C2, fünf Punkte hinter dem SV Greven II.

Wofür steht der Vereinsname?

Abdelmoutaleb Aitoujaken ist Berber, stammt aus dem Norden Marokkos und lebt seit 1991 in Deutschland. Bei Athletico hat er Kicker aus Italien, Libanon, Palästina, Nigeria, Sambia oder Somalia um sich. „Einige von ihnen haben vorher noch nie in einem Verein gespielt“, verrät der Trainer.

Davon war am Dienstagabend wenig zu sehen, auch wenn der Hallen-Neuling nach dem 1:10 gegen den SV Mauritz die Segel streichen musste. Bleibt noch eine Frage: Wie entstand der Clubname? Aitoujaken: „Athletico habe ich gewählt, weil ich athletische Fußballer im Team haben wollte – und Union steht für ‚united‘. Wir wollen eine Einheit sein.“

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