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Fußball: Stadtmeisterschaften

Zocker, Trickser, Edelflemmer – Wildcard für Blesz, Tahiri und Co.

Lüdinghausen

Wer bisher an den Stadtmeisterschaften, kurz: „Stadtis“, teilnehmen wollte, musste einem Verein in Münster angehören. 2022 ist das anders. Gleich vier ehemalige oder aktuelle Spieler aus dem Altkreis zählen zu den Auserwählten.

„Ex-Stadtis-Flemmer“: Christoph Blesz (r.), Mittelfeldlenker des SC Union Lüdinghausen. Foto: Florian Levenig

Es soll Fußballer in der Region geben, die sich, ungeachtet der sportlichen Perspektive, nur deshalb einem münsterischen Verein anschließen, um ein Mal bei den Stadtmeisterschaften, kurz: „Stadtis“, mittun zu dürfen. Ein Mal vor 3000 Zuschauern und mehr seine angenommenen oder tatsächlichen Hallenfertigkeiten zu demonstrieren.

Und dann gibt es neuerdings Kicker, die so sehr für den Budenzauber gemacht sind, dass sie nicht mal den Klub wechseln müssen, um zum alljährlichen Highlight zwischen den Jahren eingeladen werden. Willkommen, „Ex-Stadtis-Flemmer“ – eine Combo aus ehemaligen Domstädtern, Edeltechniker alle miteinander, die dank einer Wildcard zum ersten Mal dabei sind. Auffällig: Unter den bislang elf Auserwählten sind vier Mann, die im Altkreis gespielt haben oder es bis heute tun.

Blesz: Stadtis-Finale „unvergesslich“

Zum Beispiel Christoph Blesz. Der 31-Jährige stand zwei Mal im Finale der „Stadtis“, mit Preußen Münster II und dem TuS Hiltrup, die Südstädter führte der Mittelfeldstratege des SC Union Lüdinghausen 2016 zum Titel. „Unvergesslich“, erklärt Blesz, „insbesondere der Finaltag. Die Fans direkt an der Bande, alle Plätze bis unters Dach besetzt, das Einlaufen vor dem Endspiel, diese Wahnsinnsatmosphäre: Etwas Größeres kannst du als Amateurfußballer fast nicht erreichen.“

Stadtmeister 2016: Christoph Blesz (mi. Reihe, 3.v.r.) und der TuS Hiltrup. Foto: WN

Zum Beispiel Armen Tahiri: Der ehemalige Sendener und Davensberger wirbelte schon als Jugendlicher bei Borussia Münster das erste Mal übers Parkett, später mit Concordia Albachten dann auch bei den Senioren. Er sei für die „Aahs“ und „Oohs“ unterm Dach zuständig, wie es die Kollegen von heimspiel-online.de so treffend formuliert haben.

Für die „Aahs“ und „Oohs“ unterm Dach zuständig: Armen Tahiri (r.). Foto: flo

In Tahiris eigenen Worten: „Die ,Stadtis‘ sind das Geilste überhaupt.“ Das Eins-gegen-eins, den Gegner tunneln, Sohlendreher, schnelle Wendungen: Tahiri, inzwischen für A-Ligist SW Havixbeck aktiv, kennt alle Indoor-Kniffe. Bei den Stadtmeisterschaften wurde er einst als treffsicherster Schütze ausgezeichnet, beim Davertpokal zum besten Spieler gekürt. Wie Blesz habe er sich „riesig gefreut“, als der Anruf von Roland Jungfermann, der die „Allstars“ coacht, kam.

Auch Schrader und Hunnewinkel nominiert

Zum Beispiel Georg Schrader. Der Ur-Sendener, der 2020 zu Westfalenligist GW Nottuln wechselte und davor eine Saison bei den Hallenkönigen des SC Münster 08 untergekommen war, sei nicht nur ein „Supertyp“, wie Tahiri weiß, sondern auch taktisch bestens geschult. „Nur das Tricksen“, sagt Schraders Ex-VfL-Kollege und lacht, „soll er mir und den anderen Jungs vorne überlassen“. Zum Beispiel Christoph Hunnewinkel, mit Ausrichter Gievenbeck, den Nullachtern und Roxel Stammgast bei den „Stadtis“, ehe es den Schnapper im Sommer zum SV Herbern verschlug.

Und was können die hiesigen „Flemmer“ mit ihrem Team, das sich zu zwei Vorbereitungseinheiten kommende Woche in Gievenbeck verabredet hat, erreichen? „Erstmal die Vorrunde überstehen“, schlägt Tahiri vor. Und dann? „Warum nicht die Endrunde erreichen, das Finale? Vielleicht gewinnen wir das Ding sogar. Zocken können die Jungs jedenfalls ohne Ausnahme.“ Für Blesz ist schon die neuerliche Teilnahme „ein absolutes Highlight“. Alte Weggefährten treffen, das Drumherum genießen – da spiele es fast eine untergeordnete Rolle, „wie wir am Ende abschneiden“.

Davertpokal: Blesz-Team verzichtet

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