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Speckbrett: Aufnahmestopp der Mitglieder

SV Sentruper Höhe tritt auf die Bremse

Münster

Speckbrett ist nach wie vor eine Kultsportart in Münster. In Zeiten der Pandemie ist sie im Vergleich zu vielen anderen Bereichen der körperlichen Ertüchtigung erlaubt. Das Interesse ist riesig – mit der Folge, dass die Schläger mitunter ausverkauft sind und der SV Sentruper Höhe einen Aufnahmestopp in Sachen neue Mitglieder veranlasst hat.

Von André Fischer

Münster lebt Speckbrett: Aktuell werden die Plätze von Spielern nur so geflutet. Foto: dpa

Der Ehrgeiz steckt schon im Namen: Bei Westfalenfleiß, Münsters größtem Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung, scheint in der Unternehmens-Schreinerei in Zeiten der Pandemie das Licht unentwegt zu brennen. Aus gutem Grund wird die Produktion der legendären Speckbretter seit Wochen erhöht. Denn: das robuste Stück Holz ist begehrt wie nie. „Täglich gibt es Anfragen. Wir arbeiten mit einer Warteliste“, verrät Birgit Honsel-Ackermann, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Während allerorts der Ruf nach Lockerungen im Sport lauter wird, darf auf den über 20 öffentlichen Asphalt-Plätzen und auf der roten Asche in den Vereinen beim SV Sentruper Höhe, bei der SV 91 und beim TuS Hiltrup nach Lust und Laune gezockt werden.

Das Tennisspiel mit dem durchlöcherten Küchenbrett boomt. Diese Beobachtung macht auch Timo Höppner, Sportwart beim Speckbrett-Verein Sentruper Höhe (SVSH). Der sieht sich mit seinen Kompagnons aktuell gar dazu gezwungen, einen Aufnahmestopp auszusprechen. 185 treue Mitglieder – mehr geht nicht. „Wir wollen gewährleisten, dass auch ein jeder auf die Felder kann.“ Höppner und Co. sind Mieter der Anlage, teilen sich das Areal mit dem Betriebssport. Da kommt es nicht selten zu Menschenansammlungen – vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Die Ascheplätze sind begehrt.

Und jetzt, wenn es langsam wärmer wird, werden die Eifrigen noch mehr aus den Löchern kriechen. Und dann wird es eng. Zumindest die Schwimmvereinigung Münster von 1891 und der TuS haben in Sachen Speckbrett-Anhängern noch kein Machtwort gesprochen. So um die 70 müssen es sein, sagt Höppner, die dem weißen Sport in den beiden Vereinen jeweils auf die etwas andere Weise frönen. Im ­April und Mai wurden die Anlagen bislang geflutet, der Run auf die Speckbrettplätze war enorm. „Das ist unser Sport hier in Münster“, so Honsel-Ackermann, die selbst viele Jahre gespielt hat. „Dann haben die Knie nicht mehr mitgemacht.“ Sie weiß, dass die Nachfrage an Holzbrettern das Angebot übersteigt. Wer vorbestellt hat, muss sich in der Regel gedulden, ehe er auf den Court kommt. Eine Entwicklung, über die sich Höppner freut. Er, der alljährlich den Hut in Sachen Stadtmeisterschaften auf hat, weiß aber auch, dass die Zahlen der Interessierten in den vergangenen Jahren nach oben geschnellt sind. 2013 noch registrierte der SV Sentruper Höhe 87 Mitglieder. Inzwischen sind es fast 100 mehr – und weitere scharren mit den Hufen.

Eines ist klar in diesen Zeiten: Wer zuerst kommt, spielt zuerst auf den frei zugänglichen, städtischen Plätzen. In den organisierten Vereinen, die feste Nutzungszeiten bei der Stadt buchen, ist das nicht anders, Terminlisten werden kaum geführt, wie Höppner erklärt. Geduld ist also gefragt. Der frühe Vogel fängt mitunter den Wurm.

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