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Corona-Regeln

Testpflicht sorgt in Münsters Sportvereinen für Irritationen

Münster

Das Hin und Her bei der Testpflicht für Kontaktsportarten in Münster hat für große Aufregung in den Sportvereinen gesorgt. Doch insgesamt waren die vergangenen Wochen und Monate eine stressige Zeit für die Verantwortlichen. Die Testpflicht wird zwar weitestgehend akzeptiert, doch sonst gab es viele Diskussionen.

Von Joel Hunold

Personenbegrenzung oder nicht, Testpflicht ja oder nein – die Auflagen für Sportvereine sind sehr unterschiedlich und hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab – zum Leid der Corona-Beauftragten in den Sportvereinen. Foto: HMB Media/Julien Becker via www.imago-images.de

Es waren und sind anstrengende Wochen für die Corona-Beauftragten der Sportvereine.

Erst durften Mitglieder der Clubs sich nur alleine oder mit Partnern bewegen, etwa Tennis spielen. Dann: Kinder bis 14 Jahren draußen in kleinen Gruppen. Später war kontaktloser Sport draußen erlaubt, erst nur mit der Familie, dann in größeren Gruppen – und jetzt ohne Personenbegrenzung. Kontaktsport draußen erst ohne Test und jetzt mit. Alles abhängig von der Inzidenz. Mehrfach haben sich die Regeln, unter denen Münsteraner Sport machen dürfen, geändert, mehrfach mussten sich die Vereine neu anpassen.

„Es verursacht erheblichen Stress. Wir sind ja ein relativ großer Verein mit verschiedenen Abteilungen. Und es macht es nicht einfacher, wenn sich die Regeln wie im Moment fast wöchentlich ändern“, sagt Simon Chrobak, Leiter der Geschäftsstelle beim TuS Hiltrup. Kathrin Halstrick-Hömberg, Corona-Beauftragte bei Westfalia Kinderhaus, ergänzt: „Sobald eine neue Verordnung rauskommt, kaut man auf den Fingernägeln, bis es News vom Sportamt gibt.“

Infos müssen in allen Eben ankommen

Jede Änderung stößt in den Vereinen einen langen Prozess an: Die Geschäftsstelle informiert die Corona-Beauftragten, diese die Abteilungsleiter, die geben die für ihre Disziplin wichtigen Regeln an die Trainer weiter und diese setzen die Sportlerinnen und Sportler ins Bilde, berichtet Halstrick-Hömberg. „Es ist schwierig, sicherzustellen, dass es auf jeder Ebene ankommt.“ Es gebe öfter Rückfragen, „dann muss ich selbst oft in die Verordnungen reingucken“, sagt sie. „Ich habe mich dran gewöhnt, die Dokumente dreimal zu lesen“, sagt Chrobak – durch diverse Ausnahmen und inzidenzgekoppelten Regeln werden diese zunehmend schwerer zu verstehen. Und: „Die Vereine brauchen immer ein bisschen Vorlauf, um die neuen Änderungen auch umzusetzen“, sagt er. Auch wenn sie gelernt hätten, „maximal flexibel zu sein“.

Für Verwunderung hat bei den Corona-Beauftragten die aktuelle Fassung der Vorschriften mit der zuvor zumindest für einige Tage nicht bestehenden Testpflicht für Outdoor-Sportler gesorgt. Bernhard Mennes, Geschäftsführer und Corona-Beauftragter beim SC Münster 08, sagt dass sich „gerade die Trainer alle ziemlich aufgeregt haben“. Halstrick-Hömberg spricht von einem „Rückschritt“ für Outdoor-Sportler, im Verein herrsche viel Unverständnis über die Regel. Chrobak weist darauf hin, dass „das Infektionsgeschehen im Sport draußen gering ist“. Im vergangenen Jahr habe es keine einzige Infektion im Verein gegeben.

Corona-Regeln oft nicht nachvollziehbar

Große Diskussionen hätten die Corona-Beauftragten mit den Vereinsmitgliedern aber nicht führen müssen. „Solange die Fußball spielen dürfen, machen die alles“, sagt Mennes. Chrobak: „Die Mitglieder nehmen die höheren Hürden als sonst in Kauf“, die Freude, überhaupt wieder gemeinsam Sport machen zu dürfen, sei groß. An anderer Stelle habe es sehr wohl Diskussionen zwischen den Mitgliedern und den Corona-Beauftragten gegeben, erzählt Mennes. Etwa mit Eltern, die während des Training ihren Kindern nicht zuschauen durften. Oder mit Sportlern, die abseits des Trainingsplatzes Maskenpflicht und Abstände einhalten müssen, nachdem sie sich im Training bereits ohne Maske begegnet sind. „Es wurde nur über die auf den ersten Blick unlogischen Regeln diskutiert“, sagt Mennes.

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