1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Verena Löffler möchte mit Westfalia Kinderhaus auf Sicht wieder eine Etage höher

  8. >

Handball: Landesliga Frauen

Löffler möchte mit Westfalia auf Sicht wieder eine Etage höher

Münster

Verena Löffler kommt aus einer „Handball-Familie“, suchte ihre Studienorte auch nach den Sportmöglichkeiten aus – und wird nun im Sommer neue Trainerin von Westfalia Kinderhaus. Die 30-Jährige tritt die Nachfolge von Florian Ostendorf durchaus mit Ambitionen an.

Von Thomas Rellmann

Bislang tritt Verena Löffler (l.) bei Westfalia Kinderhaus vor allem als Antreiberin im Rückraum auf. In der kommenden Saison wechselt sie aber auf die Trainerbank und wird Nachfolgerin von Florian Ostendorf. Foto: Jörg Riemenschneider

Als Schülerin und Studentin zog es Verena Löffler mehrmals ins Ausland. Ihre Aufenthaltsorte wählte sie aber nicht nach dem Ruf der Uni oder gar Strandnähe aus. „Nein, ich habe geschaut, wo ich Handball spielen kann.“ Also verschlug es sie mit 16 in Australien nach Queensland und später in Frankreich nach Marseille. Diese Anekdote zeigt, welche große Rolle ihr Sport im Leben der 30-Jährigen spielt. Und sie spricht auch dafür, dass Westfalia Kinderhaus eine vielversprechende Nachfolgein für Frauen-Trainer Florian Ostendorf gefunden hat.

Im Sommer geht der Chefcoach nach fünfeinhalb Jahren. Sein Erbe hat er selbst geregelt, indem er seine Spielerin vorschlug. Diese kam 2020 ins Schulzentrum, nachdem sie ein Jahr lang schon einmal wöchentlich mittrainiert, aber noch für den ETSV Witten gespielt hatte. Statt Oberliga, wie erhofft, kamen Corona und im Vorjahr der Westfalia-Rückzug in die Landesliga dazwischen. „Das war sehr schade. Ich hatte mich drauf gefreut, gegen Mannschaften aus meiner Heimat zu spielen“, sagt sie.

Everswinkel eilt voraus

Dennoch blieb Löffler, Verletzungen bremsten sie auch nicht aus. Aktuell liegen die Kinderhauserinnen auf Rang zwei. Ob Spitzenreiter SC Everswinkel II noch abzufangen ist? „Ich hoffe es. Wobei das Team extrem stark und erfahren ist, wie wir im Hinspiel erfahren mussten. Aber wir wollen alles möglich machen und bei einem Ausrutscher da sein.“ Die Verbandsliga würde sie ihrem Team nächste Saison zutrauen, sagt sie. „Auch wenn das Niveau in allen Spielklassen durch den vermehrten Abstieg größer wird. Es wären dann eineinhalb Ligen.“ Auf Sicht möchte Löffler Münsters Nummer eins definitiv eine Etage höher führen. Der Ehrgeiz in der Truppe ist sowieso groß.

Verena Löffler

„Ich habe noch nie in einer so ausgeglichen besetzten Mannschaft gespielt. Auch die Mädels aus der alten Zweiten haben noch mal riesige Sprünge gemacht“, sagt die C-Lizenz-Inhaberin, die mit 14 erstmals im Nachwuchs coachte und das auch im Bachelor-Studium am Bodensee bei der HSG Friedrichshafen/Fischbach fortsetzte. Mit 19 und 23 erlitt sie Kreuzbandrisse und arbeitete in dieser Zeit mehr von der Seitenlinie.

Löffler besitzt Doppelspielrecht

Aktuell besitzt die Rückraumspielerin, die auch in der Abwehr wichtig ist, sogar noch ein Doppelspielrecht, mit dem sie in Witten ab und an aushilft. In der neuen Saison ist aber nicht nur dort Schluss. „Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, eine Spielertrainerin zu sein. Ich merke schon, wenn ich mal eine Einheit leite, dass ich mich auf mich selbst gar nicht konzentrieren kann.“

Schon vor der Saison fragte Ostendorf („Von ihm habe ich mannschaftstaktisch unfassbar viel gelernt“) Löffler, die 2016 zum Master-Studiengang an die Uni Münster kam und gerade in VWL promoviert an, ob sie ihn im Training etwas unterstützen wolle. Im November häuften sich die Tage, an denen sie einsprang. Im Januar fühlte der Chefcoach dann für die kommende Serie bei ihr vor.

„Mir hat das total Spaß gemacht, ich sehe unglaublich viel Potenzial in der Truppe, alle identifizieren sich mit dem Verein. Mit den Verantwortlichen bin ich mir dann in sehr kurzer Zeit einig geworden“, erzählt Löffler, die „aus einer echten Handball-Familie“ kommt. In Kinderhaus hat sie offenbar eine weitere gefunden.

Startseite
ANZEIGE