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Fußball: Bezirksliga

Wolbecks ewiger Kampf um echte Derbys – und wie die Chancen stehen

Münster

So nah – und doch so weit weg. Das gilt für den VfL Wolbeck, der zu gerne in der Staffel 12 der Bezirksliga mitspielen und viele Stadtduelle bestreiten würde. Doch die Realität heißt Staffel 7, aus der es wohl kaum einen Ausweg gibt. Oder etwa doch?

Yannek Lubitz (2. von links) und der VfL Wolbeck müssen in der Fußball-Bezirksliga 7 oft weit in Richtung Südosten reisen. Die bange Frage: Wie lange noch? Foto: Brunner

Alle Fußballer der Stadt freuen sich auf die Hallen-Stadtmeisterschaft. Die vom VfL Wolbeck aber vermutlich noch ein bisschen mehr. Denn sie treffen im Gegensatz zu allen anderen in der Meisterschaft nie auf Kontrahenten aus Münster. Seit dem Aufstieg 2017 muss der Club als geografischer Außenseiter in der Staffel 7 ran und steuert dabei Orte wie Hilbeck (Werl), Ostinghausen (Bad Sassendorf) oder Oestinghausen (Lippetal) an. Der Raum Hamm, Beckum und Ahlen wird oft ins Navi eingegeben, die „Derbys“ führen in den Kreis Warendorf nach Telgte, Drensteinfurt, Freckenhorst und Beelen. „Immerhin haben wir die“, lacht Abteilungschef Jörg Pöppelbaum.

Der Funktionär gibt zu: „Wir haben uns mit der Situation arrangiert, werden aber auch im nächsten Sommer wieder versuchen, in die Staffel 12 zu wechseln.“ Die Aussichten sind mäßig, da dort schon jetzt 18 Vereine spielen, kurzfristig aber eine Reduzierung auf 16 angestrebt wird und zudem die jährlichen Aufsteiger aus Tecklenburg und Steinfurt nirgendwo anders eingruppiert werden können. Da die SG Telgte denselben Wunsch wie der VfL hat, müssten wohl über Jahre keine Landesliga-Absteiger aus dem Gebiet runterkommen und zugleich in den A-Ligen im Kreis Münster Warendorfer Clubs Meister werden. So lange bleibt Wolbeck ein Exot im Südosten der Stadt.

Wo sich Bezirksliga-Staffel 7 und 12 unterscheiden

„Ja, es wäre schön, wenn wir da irgendwie rauskämen“, sagt Pöppelbaum. „Die meisten Spieler bei uns kommen schließlich aus Münster und Umgebung. Die müssen dann immer erst zum Brandhoveweg raus und dann weiter auf die Auswärtsfahrten.“ Die dauern nicht selten eine knappe Stunde und führen 50, 60 Kilometer über Land. Wobei die Strecken nach Recke, Rheine oder Neuenkirchen kaum kürzer wären.

„Die Spritkosten spielen inzwischen eine Rolle“, sagt Pöppelbaum. „Nachholspiele am Mittwoch oder Donnerstag, bei denen wir bis nach Westönnen müssen, sind natürlich unangenehm. Am Wochenende ist es aber alles okay.“ Bei Transfergesprächen mag die Zugehörigkeit zur Staffel 7 auch schon mal eine Rolle gespielt haben. „Aber alle Jungs spielen gerne bei uns, weil die anderen Dinge passen.“

Auch wenn es zuletzt ein Tief gab, liefern die Wolbecker eine ordentliche Saison. „Wir sind gut zusammengewachsen nach turbulentem Start. Ich hoffe, auf eine entspannte Spielzeit“, sagt Trainer Daniel Hölscher, der nach einem Spieltag den Posten von Kolja Zeugner übernahm. Aber auch er sagt: „Es macht nicht so viel Spaß, so weit zu reisen. Derbys wären reizvoller. Ich glaube, dass die 12 spielstärker ist. Bei uns geht es eher körperbetont, robust zu.“

So scoutet Wolbeck ohne weite Fahrten

Einig sind sich der Coach und Pöppelbaum, dass in der Parallelliga das Leistungsgefälle geringer ist. „Bei uns marschieren zwei Mannschaften vorne weg, und hinten fallen vier, fünf etwas ab“, sagt der Abteilungsleiter. „Qualitativ tut sich da aber nicht viel.“ Weil Duelle mit Borussia, Münster 08 oder BW Aasee trotz Nachbarschaft in der Meisterschaft ausfallen, gibt es zumindest in jeder Vorbereitung schon mal einen automatischen Testspielpartner. Natürlich wäre die Gegnerbeobachtung vor der Haustür auch einfacher. „Aber das Scouting klappt mittlerweile auch über die Streams im Internet ganz gut“, sagt Pöppelbaum.

Und wenn sich auch 2023 keine Lösung ergibt, dann hoffen die Wolbecker zumindest, dass mit der Warendorfer SU oder der SG Sendenhorst Clubs dazukommen, denen sie schon öfter über den Weg gelaufen sind. Der letzte Ausweg wäre allerdings ein anderer. Im Falle eines Aufstiegs würden in der Landesliga 4 wieder eine ganze Reihe Münsterland-Duelle warten.

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