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Fußball: Interview

Wacker-Abteilungschef Hendricks: „Stehen in Westfalen auf der Landkarte“

Münster

Seit einem halben Jahr hat Nicolas Hendricks eine Schlüsselrolle bei Wacker Mecklenbeck. Eigentlich sogar zwei. Er ist nicht nur Sportlicher Leiter von Wacker Mecklenbeck, sondern nun auch Vorsitzender der Fußball-Abteilung. Im Interview spricht der 35-Jährige über die aktuelle Lage im Verein.

Von Thomas Rellmann

Nicolas Hendricks ist Ur-Wackeraner, arbeitete aber als Coach auch bei Preußen, dem TSV Handorf und dem 1. FC Gievenbeck. Foto: Wacker

Seit November 2021 ist Nicolas Hendricks nicht nur Sportlicher Leiter von Wacker Mecklenbeck, sondern nun auch Vorsitzender der Fußball-Abteilung. Im Interview spricht der 35-Jährige über den verjüngten Vorstand, die hohen Ziele der Männer und den Stellenwert der Frauen im Verein und in der Stadt.

Üben Sie derzeit und künftig eine Doppelrolle aus?

Hendricks: Momentan ja. Wir hatten ja den Trainerwechsel von Costa Fetsch zu Daniel Efker und wollten die Dinge erst sortieren. Daher bin ich bei der Kaderplanung noch mit drin, das macht mir auch Spaß. Aber zur neuen Saison wollen wir einen neuen Sportlichen Leiter installieren. Er soll zumindest einer handelnden Person gut bekannt sein und kein hohes Budget erwarten. Bei Wacker nehmen wir ja nicht viel Geld in die Hand.

Wie sieht die Aufgabenverteilung im Vorstand aus?

Hendricks: Kathrin Pels ist als 2. Vorsitzende gewählt, aber ich sehe uns als Doppelspitze. Sie ist im Frauen-Bereich, der für uns eine gewichtige Rolle hat, sehr aktiv. Aber beides überschneidet sich. Jan Walczak, Christian Hotho, Mark Schwartze, Thomas Schmidt, Fabian Brendel, Tim Bredthauer und Beate Frankrone sind weitere wichtige Mitstreiter. Vor allem stehen uns aber mein Vorgänger Willi Golberg und Hansi Geitebrügge weiter zur Seite.

Haben Sie noch Hoffnung, dass die Männer in der Kreisliga A Spitzenreiter Warendorfer SU abfangen?

Hendricks: Es wird sehr schwierig. Wir hatten gerade eine heftige Corona-Welle und treten am Sonntag gegen den TuS Hiltrup II mit einer Rumpfelf an. Wir hatten zuletzt zwei Unentschieden, unter anderem im Dezember in Davensberg – den Gegner haben die Warendorfer zuletzt mal eben 10:0 weggehauen, und die Mannschaft war fast identisch. Sie haben sich einen Lauf erarbeitet, müssten aber noch mehrmals ausrutschen, da wir wahrscheinlich auch nicht alles gewinnen. Im Moment spielen wir nicht so unbekümmert, die Hoffnung wollen wir aber so lange wie möglich am Leben halten.

Wenn’s nicht klappt, folgt dann der nächste Angriff?

Hendricks: Ja, zumindest stellen wir das Aufgebot dafür auf. Wir haben sechs, sieben Kandidaten an der Angel. Qualität und auch Quantität sollen für ganz oben reichen. Wir wissen aber, dass es mit bis zu 18 Mannschaften statt elf oder zwölf pro Staffel noch härter wird, der Beste zu sein. Andererseits war Wacker Jahrzehnte lang ein Bezirksliga-Urgestein. Da wollen wir wieder hin – ohne zu viel Druck auszulösen.

Sehen Sie Ihren Verein als Aushängeschild in Münster für den Frauenfußball? Seit Jahren spielt keiner höher als Wacker.

Hendricks: Ja. Das wollen wir schon sein. Bei uns gibt es seit 25 Jahren eine Frauen-Abteilung. Dass wir da stehen, wo wir momentan sind, war ein Prozess. Den Status möchten wir festigen. Was André Frankrone und andere in der Vergangenheit geleistet haben, ist wirklich bemerkenswert. Wir haben immerhin drei Mannschaften im Seniorenbereich, die U 17 in der Westfalenliga. Unterbau und Drumherum passen also. Ich glaube, dass wir auch attraktiv für Studentinnen sind, die in die Stadt kommen.

Kann es denn auf Sicht auch mal eine Etage höher in die Regionalliga gehen, womit ja fast schon der semiprofessionelle Sektor erreicht wäre?

Hendricks: Das muss man abwarten. Ich glaube, dass es schon ein Erfolg ist, sich in der oberen Hälfte der Westfalenliga wie im Augenblick zu etablieren. Ich finde es ja jetzt schon cool, wenn Menschen im Sauerland die Zeitung aufschlagen und lesen, dass, sagen wir der FC Finnentrop, gegen Wacker Mecklenbeck verloren hat. Der Club steht auf der Fußball-Landkarte in Westfalen.

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