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Rudern: Jubiläumsregatta

Weder Boote noch Sonne gingen auf dem Aasee unter

Münster

Im dritten Anlauf ging die Jubiläumsregatta auf dem münsterischen Aasee über die Bühne – und bekanntlich ist drei ja auch die Ordnungszahl aller guten Dinge. Im konkreten Fall sogar der sehr guten, wie die Organisatoren vom Regattaverein bilanzieren durften: Ein Jubiläum mit Format.

Von Ansgar Griebel

Hinter der Torminbrücke wurde es ernst für die Aktiven bei der Frühjahrsregatta auf dem Aasee. Die Ziellinie rückt unaufhaltsam näher, letzte Kräfte müssen mobilisiert werden. Foto: Peter Leßmann/RVM

Als die freiwilligen Helfer des münsterischen Regattavereins (MRV) am Sonntagabend die letzten Kisten in ihrem Depot in Amelsbüren verstauten, war es draußen noch taghell, die Dämmerung just in den Startlöchern. „Kurz nach acht“, staunte der MRV-Vorsitzende Henrik Niebuhr über den ungewohnten Durchblick, „so schnell waren wir noch nie fertig.“

Es war das passende Ende einer Regatta, die vom Aufbau am Freitagabend bis zum Abschließen des Gerätelagers am Sonntag komplett reibungslos verlaufen war – wie es sich für eine Jubiläumsveranstaltung gebührt. „Wir sind absolut zufrieden“, lautete dann auch das Fazit des Regattachefs zur 50. Frühjahrsregatta auf dem Aasee. Auch wenn Corona nach zwei Jahren des Totalausfalls zumindest noch für einen spontanen Schwund im Starterfeld sorgte, herrschte zwei Tage lang ordentlich Betrieb auf und neben dem Aasee. „Die studentischen Ruderer haben fast komplett abgesagt. Am Ende waren es aber immer noch rund 700 Starts“, so Niebuhr.

Neues technisches Niveau

700 Starts mit der neuen Ampelstartanlage, 700 Zieleinläufe im Fokus der neuen Zielkamera. Zwei der wichtigsten Neuanschaffungen des MRV, die am Wochenende Premiere feierten und bei den bevorstehenden vierfachen Deutschen Meisterschaften im Juni die Regatten auf ein neues technisches Niveau hieven sollen. „Und uns nebenbei eine Menge Geld sparen werden, weil wir nicht mehr auf Leihgeräte angewiesen sind.“ Einen Großteil der gut 20 000 Euro Anschaffungskosten für die Zielkamera hatte der MRV durch ein Crowdfunding zusammengetrommelt, den Rest mit Landesmitteln finanziert.

Neu und auch für meisterschaftstauglich befunden waren die Pavillons, die erstmals die Holzhütten am Ufer ersetzten, und die Strahler, die nachts das Bootslager erhellten – und dem Sicherheitsdienst eine ruhige und ungestörte Nachtschicht bescherten. Wenn es noch Verbesserungsbedarf geben sollte, dann vielleicht in der Wetterplanung. Trocken war´s am Aasee, aber auch ziemlich windig. „Meine Schuld“, gestand Regattaleiter Nils Warnke freimütig ein. „Ich hatte bei Petrus eine Regatta angemeldet, aber nicht extra darauf hingewiesen, dass gerudert und nicht gesegelt wird.“ Und so mussten vier Junioren-Boote am Wochenende notwassern. Die Besatzungen wurden nass, aber unversehrt geborgen

Die Ergebnisse:

RV Münster: 70 Vereine waren am Aasee vertreten, die größte Abordnung kam natürlich aus Münster. Kurze Wege für die Lokalmatadoren – die sich dann auch auf dem Wasser nicht viel Zeit ließen. Die 35 Schützlinge aus dem U-17-Kader von Trainer Mario Acosta Dominguez fuhren zahlreiche Erfolge ein. Allen voran Daniel und Sebastian Hopf, die sowohl in ihrem Zwillingszweier als auch mit dem RVM-Vierer die Konkurrenz hinter sich ließen.

ARC Münster: Das war nicht das Wochenende für die Aktiven des ARC zu Münster, die in den beiden vergangenen Jahren startklar gewesen wären. Da verhinderte das Coronavirus die Regatten. Jetzt fand sie endlich wieder statt – und der ARC musste passen: Wegen Corona. Erwischt wurden die jungen Ruderer und Ruderinnen in der Woche zuvor beim Trainingslager in Bremen, als gleich acht Tests aus dem Ruder liefen und das Oster-Trainingslager vorzeitig abgebrochen werden musste. Einzig Linus Böckenholt konnte an den Start gehen – dafür aber auch 50 freiwillige Helfer, die einen wichtige Beitrag zum Gelingen dieser Regatta beitrugen.

Die Münster-Achter: In diesem Jahr schickt Münster gleich zwei Großboote ins Bundesliga-Rennen. Neben den Titelverteidigern im schnellen Männerboot, trainiert auch ein ambitionierter Frauen-Achter als Kooperationseinheit mit dem Melitta-Achter aus Minden in Münster. Beide Boote zeigten sich bei der Aaseeregatta erstmals im Wettkampfeinsatz und bewiesen auch auf der „langen“ 1000-m-Distanz ihre Qualitäten. Im kleinen Teilnehmerfeld der Männer bezwang der Münster-Achter den Konkurrenten aus Osnabrück – allerdings beide Boote wohl noch nicht in der Rennformation, die zum Bundesligastart im Juni um den Titel kämpfen werden. Einen ganz starken Eindruck hinterließ der Frauen-Achter, der beide Rennen gewann und auch im Vierer Siege einfuhr.

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