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Fußball: Kreis Münster

Kuriose Anstoßzeiten: Wer hat an der Uhr gedreht?

Münster

Wer sonntags Fußballspiele in Münster besucht, muss sich vorher genau informieren. Immer häufiger variieren die Anstoßzeiten. Auch im Winter bleibt es nicht selten bei 15 Uhr, aber auch ganz andere Datierungen kommen vor. Was dahinter steckt? Ganz verschiedene Motive.

Von Thomas Rellmann

Kunstrasenplätze mit Flutlicht wie hier in Roxel sorgen gerade im Winter für variable Anstoßzeiten. Wacker-Coach Costa Fetsch (l.) und Nullachter Julian Wiedenhöft sind nicht die einzigen, die davon Gebrauch machen. Foto: Marion Fenner, Johannes Oetz (2)

Früher war alles – besser? Vielleicht. Aber zumindest einfacher. Die Anstoßzeiten im Amateurfußball konnte sich jeder leicht merken. An Heimspieltagen begann die Erste um 15 Uhr, die Zweite war vorher um 13 Uhr dran.

Doch das hat sich geändert. Gerade in Münster gibt es etliche verschiedene Datierungen. Die Gründe hierfür sind höchst unterschiedlich, aber doch allesamt nachvollziehbar.

Darum stößt Nullacht um 15.45 Uhr an

Bezirksligist SC Münster 08 zum Beispiel fängt zu Hause immer erst um 15.45 Uhr an. Ganz schön krumm. „Aber zu unserer Idee einer technisch ordentlichen Spielweise passt der Kunstrasenplatz besser“, sagt Coach Julian Wiedenhöft. „Dort trainieren wir auch dreimal pro Woche. Das ist also ein Vorteil – zumal der Naturrasen schon sehr beansprucht ist.“

Da am Mauritz-Lindenweg morgens schon Jugend-Teams auflaufen und danach noch die Reserve, ist der Regelanstoß weit nach hinten verschoben. Aufwärmen wollen sich die Nullachter ja auch noch.

Kleiner Nachteil: Sie kommen nicht in den Genuss einer Sprecheranlage und müssen von der Manfred-von-Richthofen-Straße aus ihre Klamotten quer über den Parkplatz mit auf die andere Seite schleppen. „Auf Rasen könnten wir aus der Kabine auf den Platz stolpern“, lacht Wiedenhöft, dem die Ergebnisse aber recht geben. Zu Hause ist sein Team ungeschlagen, in der Fremde beträgt der Punkteschnitt 0,4.

Beleuchtung erweitert bei BW Aasee die Möglichkeiten

Ligarivale BW Aasee weicht von der normalen Herbst-Startzeit (14.30 Uhr) um eine halbe Stunde nach hinten aus. Weil die zweite Mannschaft um 12.15 Uhr aufläuft und auf der engen Anlage wenig Platz zum Warmmachen ist, ist der Schritt einfach pragmatisch. Ebenso handhabt es Concordia Albachten. Auch dort ändert sich in den kalten Monaten nichts – mehr Luft nach dem Spiel der Zweiten kommt gelegen. Die Beleuchtung macht’s möglich.

Wacker Mecklenbeck führt meist doppelte Heimspieltage je für Frauen- und Männer-Teams durch. 12.30, 14.30, 15 Uhr. Alles ist drin. „Es geht meist darum, dass wir, aber auch unsere anderen Mannschaften am Kunstrasen noch Licht haben“, sagt Felix Melchers, Coach der Westfalenliga-Damen. „Wenn wir sicher auf Rasen gehen, fangen wir früher an, weil es eher dunkel wird“, ergänzt Herren-Trainer Costa Fetsch.

Flexibilität wird an der Egelshove großgeschrieben. Beim SC Nienberge, ebenfalls A-Ligist, steckt eine ähnliche Überlegung hinter dem Startpunkt um 15 Uhr auch im Winter. „Wir haben am Kunstrasen ja Flutlicht“, so Abteilungsleiter Timo Leusing.

Münster 05 setzt auf Abstand in Corona-Zeiten

Der Grund für den Beginn erst um 16 Uhr ist beim FC Münster 05 ein etwas anderer. Weil am Arnheimweg nur zwei Kabinen zur Verfügung stehen, müssen sich Erste und Zweite sowie deren Gegner coronabedingt aus dem Weg gehen.

„Letztes Jahr sind wir noch um 15 Uhr angefangen und haben die Gäste gebeten, umgezogen zum Platz zu kommen“, sagt Trainer Roland Böckmann, der nicht ausschließt, künftig mit den Zeiten auch mal zu variieren. Kreis und Verband geben sich hier mittlerweile sehr offen.

Beim Landesligisten Borussia Münster geht’s seit einigen Jahren bereits, zumindest im Sommer, um 15.30 Uhr los. Auch hier liegt der Grund vor allem im Aufwärmprogramm. Im Winter aber passt sich der Club von der Grevingstraße aber dem vorgezogenen Anstoß an.

Logermann: "Wir haben nichts gegen den Sonntag"

Ein Spezialfall ist in dieser Saison zweifellos Klassenrivale BSV Roxel, der schon viermal Begegnungen auf Freitag oder Samstag vorzog und bis zur Winterpause alle drei weiteren Partien (gegen Ahaus und Borussia sowie in Wettringen) ebenfalls verlegt hat.

„Eigentlich haben wir nichts gegen den Sonntag“, sagt Trainer Oliver Logermann. „Aber mal kam eine Hochzeit dazwischen, dann hat ein Gegner angefragt – das war schon extrem oft und wird sich in der Rückrunde ändern.“

Vorteile hat ein freier Nachmittag zum Wochenausklang aber auch. „Es ist generell schön, dann Zeit für die Familie zu haben“, so der Coach. Er gibt zudem zu: „Wir hatten durch die Verschiebungen natürlich auch schon einige Mannschaftsabende in den vergangenen Monaten. Und Spieler finden es manchmal ganz gut, samstags feiern gehen zu können.“ Vermutlich nicht nur in Roxel.

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