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Fußball: Westfalenliga

Westfalia Kinderhaus verspielt den Sieg erst spät

Münster

Es bleibt ein leidiges Thema bei Westfalia Kinderhaus. Der Westfalenligist spielt immer wieder gut, bekommt die drei Punkte dann aber doch nicht über die Ziellinie gespielt. Auch beim 2:2 gegen GW Nottuln war es wieder erst die letzte Aktion der Partie, die dem Team von Coach Holger Möllers den Sieg nahm.

Von Thomas Austermann

Beim Stand von 2:0 sah Westfalias Leon Niehues (r.) die Rote Karte, was Martin Lambert (M.) und Kapitän Nick Rensing nicht sonderlich gut gefiel. In Unterzahl kassierte Kinderhaus dann noch spät zwei Treffer, die Nottuln einen Punkt retteten. Foto: Wilfried Hiegemann

Die letzte Aktion kostete Westfalia Kinderhaus in Unterzahl den sicher geglaubten Sieg in der Westfalenliga. Und brachte GW Nottuln durch Kapitän Andre Kreuz das 2:2 (0:2) in der Nachspielzeit. Da lässt sich leicht ausmalen, wer sich als Verlierer fühlte. „Zum x-ten Mal machen wir den Deckel nicht drauf“, sagte Westfalia-Coach Holger Möllers und erinnerte sich ungern an ähnliche Spielverläufe.

Die mit drei Niederlagen ins zerrupfte Jahr gestarteten Kinderhauser, zuletzt vier Wochen am Stück ohne Spiel, schüttelten eine Halbzeit lang genau dieses Manko ab und überzeugten auf ganzer Strecke durch enorme Galligkeit über den gesamten Platz und starke Offensivattacken. Und dass es ein Comeback gab, schlug auch voll durch.

Kinderhaus dominierte die erste Hälfte

Marvin Kehl nämlich, zuletzt Ende Oktober am Ball und bis dahin vierfacher Torschütze, lief zu seinem neunten Saisonspiel auf – 13 Tage zuvor kam der 24-Jährige im Test gegen Bezirksligist SG Telgte (2:3) zur ersten Praxiseinheit. Jetzt stürmte der technisch so beschlagene Kehl, den eine Kapselreizung im Sprunggelenk überaus lange geplagt hatte, aus dem Stand in die tragende Rolle. Nach elf Minuten und auf Zuspiel von Massih Wassey traf er. Überragend und entscheidend waren vorher Ballannahme und Abspiel von Luis Haverland. Mit den unablässig Tempo machenden Witt-Zwillingen Jendrik und Fabian in den defensiven Außenrollen und Wassey als Zehner gefiel die Anlage. Verlass war auch auf die Innenverteidiger. Haverland legte das 2:0 nach (36.), als er nach Doppelpass mit Kehl antrittsschnell den Freiraum nutzte. Nottuln wirkte perplex ob des hohen Pensums der Gastgeber. Einmal aber stand Josse Gerick frei vor dem Kasten, scheiterte an einer bärenstarken Reaktion von Tim Siegemeyer (40.).

„Schlechter konnten wir ja nicht mehr spielen“, sagte GWN-Trainer Roland Westers später und gab preis, „dass ich in der Kabine so laut war wie seit Jahren nicht“. Er brachte die schnellen und wendigen Offensivspieler Fabian Schöne und Christian Messing. Und erlebte vor allem eine ganz andere Einstellung. Nottuln machte Druck und Tempo. Semih Daglar hatte den Treffer auf dem Fuß, aber Westfalia-Kapitän Nick Rensing rettete per Bodeneinsatz. Als nach einer Stunde auch Leon Niehues retten wollte, traf er an der Sechzehnmeterlinie Gerick und sah die Rote Karte, obschon er nicht der letzte Mann war.

Aus dem Gewühl fällt der späte Ausgleich

Grün-Weiß schob sich unverdrossen nach vorne. Manche Aktionen wurden zu unpräzise gespielt. Kinderhaus hielt sich noch schadlos. Kehl hatte eine der wenigen Szenen der zweiten Halbzeit, er war allmählich platt. Nach Eckball sorgte Daniel Feldkamp für das 1:2 (86.) und die hitzige Schlussphase inklusive Nachspielzeit. Möllers hatte frische Leute gebracht, aber weder Felix Ritter noch Henrik Hake nutzten ihre Kontermöglichkeiten. „Dass Nottuln mehr riskieren musste, war ja klar. Aber bis zum 2:1 passierte ja nichts vor unserem Tor“, sagte er. Und sah dann, wie Nottulns nun ständig vorne präsenter Innenverteidiger Kreuz aus dem Gewühl heraus doch noch den Ausgleich markierte.

Westfalia: Siegemeyer – J. Witt (69. Wietzorek), Rensing, Niehues, Lambert, F. Witt (78. Alic) – Schöneberg, Schürmann (62. Ritter) – Wassey – Haverland, Kehl (85. Hake)

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