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Fußball-Interview: Bezirksliga

Westfalia-Trainer Kloer: „Da ist Geld im Spiel, nichts für mich“

Münster

Stefan Kloer ist im siebten Jahr Trainer der zweiten Mannschaft von Westfalia Kinderhaus. Im Interview verrät er Hobbys eines Spielers, spricht über die eigene Situation und beschreibt sein Saisonziel.

Von Wilfried Sprenger

Hat Spaß und Erfolg in Kinderhaus: Stefan Kloer, Trainer des Bezirksliga-Teams der Westfalia. Foto: Johannes Oetz

Souverän und mit nahezu makelloser Bilanz schaffte die zweite Mannschaft von Westfalia Kinderhaus in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Bezirksliga. Die Premiere im neuen Umfeld ging beim 1:5 gegen Borussia Münster gründlich schief. Vermutlich nur eine Momentaufnahme. Danach siegten die Schützlinge von Trainer Stefan ­Kloer zunächst in Altenberge (4:1), ehe sie Recke (7:1) sehenswert abfertigten.

Schnelle Wende nach miserablem Start. Das klingt so, als hätten sie Ihren Jungs nach der Partie gegen Borussia einmal so richtig die Leviten gelesen ...

Kloer: Nee, so war das nicht. Im ersten Spiel kam halt sehr vieles zusammen. Der Gegner war richtig stark. Und mein Team nach wirklich schlechter Vorbereitung konditionell noch nicht auf der Höhe. Das zeichnete sich bereits bei der ersten Wasserpause noch vor der Halbzeit ab. Später sind dann alle Dämme gebrochen.

In der Vorbereitung haben Sie nie alle Mann an Bord gehabt. Wie ist die Trainingsbeteiligung aktuell?

Kloer: Besser, eigentlich sogar gut. Allerdings haben wir nur zwei Einheiten. Und der eine oder andere fehlt dann doch. Vincent Gogoll beispielsweise hat neben Fußball Urlaub als zweites Hobby.

Haben Sie mal überlegt, warum sich Ihre Mannschaft nach dem Start-1:5 so schnell gefangen hat?

Kloer: Die Packung hat natürlich alle gewurmt. Außerdem waren wir schon in Altenberge besser aufgestellt. Es ist Wahnsinn, in welch tolles Regal ich greifen kann, wenn alle da sind. Dazu kamen dann ja auch noch die Raketen aus dem Westfalenliga-Kader.

Für die dann andere weichen müssen. Als Coach einer zweiten Mannschaft müssen Sie auch Moderator sein ...

Kloer: Das trifft es ziemlich gut. Wenn du eine Zweite trainierst, weißt du, dass es immer wieder Härtefälle gibt, wenn Spieler von oben kommen und dein Kollege erwartet, dass sie auch spielen.

Sie tun sich diesen Job jetzt schon im siebten Jahr an, warum?

Kloer: Weil Kinderhaus Spaß macht und es meine Heimat ist.

Hätten Sie nicht trotzdem Lust und Interesse, eine erste Mannschaft zu übernehmen?

Kloer: Das hatte ich ja schon. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, Kinderhaus zu verlassen.

Auch bei der Westfalia war und wird der Cheftrainerposten mal frei ...

Kloer: Da ist Geld im Spiel, das ist nichts für mich. Ich habe da wirklich keine Ambitionen mehr.

Zurück zu Ihrer Mannschaft: Zwölf Tore, acht verschiedene Schützen, das klingt nach konsequentem Offensivfußball ...

Kloer: Genau das möchte ich. Wenn ich den Klassenerhalt nur mit einer Mauertaktik schaffen könnte, würde ich tatsächlich lieber absteigen.

Das wird mit diesem Kader kaum passieren ...

Kloer: Wir haben kein Ziel formuliert. Als ich unsere Gegner, von denen ich einige noch gar nicht wirklich kenne, vor der Saison mal im Kopf durchgegangen bin, habe ich gedacht, dass wir mit neun oder zehn Teams auf Augenhöhe sein könnten. Von denen wollen wir der Beste sein.

Gehört Borussia auch zu diesem Kreis?

Kloer: Nein, die sehe ich weiter vorn. Aber Altenberge und Recke habe ich schon auf der Rechnung.

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