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Basketball: Regionalliga

WWU Baskets zeigen sich in Salzkotten als perfektes Team

Münster

Philipp Kappenstein hatte Verständnis für den Frust beim Gegner: Da laufen seine Baskets ohne etatmäßigen Spielmacher und ohne Center beim TV Salzkotten auf und dann das: Mit einer kollektiven Galavorstellung nebst überragendem Solisten feiert Münster sich selber und einen 100:89-Erfolg.

Ansgar Griebel

Gerrell Martin präsentiert sich seit Wochen in bärenstarker Form und lieferte in Salzkotten sein Meisterstück. Seine Baskets siegten 100:89. Foto: Wilfried Hiegemann

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vor allem, wenn die medizinische Betreuung auf einem derart hohen Niveau stattfindet, wie aktuell von den Regionalliga-Basketballern der WWU Baskets Münster durchgeführt. Anfang Februar war das Team um Trainer Philipp Kappenstein nach der überraschenden Niederlage bei den Telekom Baskets Bonn II in Schockstarre verfallen, die Titelhoffnungen wurden bestenfalls von theoretischen Gedankenspielen am Leben erhalten. Vier Spiele und vier Siege später ist urplötzlich wieder Bewegung in die Flatliners gekommen: Münster hat zunächst eine stabile Seitenlage eingenommen und steht nach dem eindrucksvollen 100:89-Erfolg beim TV Salzkotten wieder mit beiden Beinen im Leben.

Ausfälle im Kollektiv ersetzt

„Die letzten beiden Spiele waren mit die stärksten der gesamten Saison“, so ein rundum zufriedener Trainer, der in Salzkotten einen Sieg des puren Willens, der absoluten Begeisterung und eines überragenden Teamgeistes gesehen hat. Dass Gerrell Martin zudem seine zuletzt ohnehin starken Leistungen im Baskets-Dress im perfekten Moment mit einer Galavorstellung krönte, dürfte ebenfalls vitalisierende Wirkung gehabt haben. Ohne Spielmacher Anselm Hartmann (krank) und Center Kai Hänig (verletzt) waren die Baskets gezwungen, im Ballvortrag und unter dem Korb neue Wege zu suchen. Mit einem Wegweiser wie Gerrell Martin kein Problem: Der junge US-Amerikaner gab das Tempo vor und brachte das Spielgerät mit Präzision zu den Mitspielern und so häufig wie nie zuvor im Korb unter: 38 Punkte sammelte er in Salzkotten, neun Rebounds, zwei Blocks, zwei Assists – und das mit giftigen Gegnern, die aber letztlich vergeblich Jagd auf den blitzschnellen Denker und Lenker der Münsteraner machten. Doch es war keine One-Man-Show, die Kappenstein und die Baskets-Fans in Salzkotten bejubelten. Die Ausfälle wurden im Kollektiv ersetzt. Der 15-jährige Niko Funk schrieb Regionalliga-Geschichte als jüngster Spieler auf dem Feld in der laufenden Spielzeit, seine Kollegen aus der Zweitvertretung Guido Narendorf und Niklas Husmann lieferten ebenso wie ein defensivstarker Daniel Woltering und der ehemalige Salzkottener Leo Padberg. Am Samstag stimmte die Mischung bei den Baskets vom Spielmacher auf dem Court bis zum letzten Platz auf der Bank.

Spitzenreiter gibt sich keine Blöße

Der Blick auf die Konkurrenz verbietet sich dennoch eigentlich so lange, wie sich die Schwelmer Baskets keine Blöße geben. Der Spitzenreiter sicherte sich am Samstag die nächsten beiden Zähler beim 95:70 bei den Hertener Löwen und verteidigte seinen Vier-Punkte-Vorsprung auf die Verfolger, die sich seit Samstag wieder als Duo präsentieren. Die BSG Grevenbroich hatte am Wochenende ihre unheimliche Begegnung der dritten Art: Sie bekamen es in eigener Halle mit dem Schreckgespenst der Liga zu tun und konnte den mittlerweile zehnfachen Seriensieger aus Ibbenbüren nicht stoppen. Die Ballers überrollten den Gegner im Abschlussviertel mit 37:20 und siegten 105:100. Grevenbroich verliert damit ein wenig den Anschluss, darf aber noch gegen den Tabellenzweiten BG Hagen ran, der seinerseits noch Kontakt mit Ibbenbüren aufnehmen muss. Es steckt noch viel Potenzial in der Liga und vor allem Leben in den WWU Baskets.

Punkte: Martin (38), Jean-Louis (16), Padberg (16), J. König (15), A. König (7), Woltering (6), Husmann (2).

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