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Fußball: Max Floer ist ein fußballerisches Nordwalder Urgestein

Abschirmmanöver sind seine Stärke

nordwalde

Wie alle Fußballer in den Amateurligen muss auch Max Floer vom FC Nordwalde seine Schuhe derzeit im Schrank lassen. Völlig ungelegen kommt ihm die Zwangspause allerdings nicht, denn so kann sich der Kicker (auch) um seinen frisch geborenen Sohn kümmern.

Günter Saborowski

Den Ball mit seinem Körper abschirmen, das kann Max Floer, wie hier im Spiel gegen Borussia Emsdetten II 2014, gut. Aber auch für das Wesentliche im Fußball, die Tore, hat er ein Füßchen. Foto: Thomas Strack

Eines steht mal fest: Der schnellste Kicker unter Nordwaldes Fußballhimmel ist Max Floer nicht. Und zu den ersten elf Spielern, die zum Anstoß das grüne Rechteck betreten, gehört er auch nicht immer. Sein Handicap: Bei einer Größe von 1,86 Meter hat er ein wenig zu viel an Masse zu schleppen. „Ich musste mir aufgrund meiner körperlichen Statur alles hart erkämpfen. Die schnellen Spieler hatten mir gegenüber immer Vorteile. Aber das habe ich dann mit meiner Spielintelligenz ausgeglichen“, sagt der Angreifer, der sein Leben lang in Nordwalde spielt.

„Ich kenne ihn ja eigentlich nur als gegnerischer Trainer. Aber was ich bisher von ihm erlebt habe, ist, dass er sehr rührig und ehrgeizig ist. Er hat sich vor der Saison fit gemacht und tut außerdem viel für die Mannschaft“, rückt ihn sein neuer Coach André Wöstemeyer ins rechte Licht.

Dass die Nordwalder Fußballer aus dem Sparkassenstadion in dieser Spielzeit mit dem Logo des DRK auf der Brust auflaufen (würden), wenn sie denn dürften, ist Floers Verdienst. „Normalerweise tut der Verein ja sehr viel für seine Mannschaften“, sagt Floer, der jemanden beim DRK kannte und diesen „Verein“ auch mal unterstützen wollte. „Diesmal haben wir die Trikots selbst bezahlt und dazu eine Spende an das DRK gegeben. Leider haben wir sie wegen Corona erst einmal tragen können“, hat der Schalke-Fan diesen wohltätigen Deal eingefädelt.

Schwierig war das nicht unbedingt, denn die Nordwalder Fußballer sind eine gute Gemeinschaft. „Die wird bei uns groß geschrieben und das finde ich auch wichtig. Vielleicht sind wir manchmal ein bisschen zu gesellig“, mutmaßt Floer, dass die Tatsache der fünfmaligen Vizemeisterschaft in den Jahren 2013 bis 2017 eventuell hierin begründet sein könnte. „In der Anfangsphase der Saison, wenn noch Ferien waren, da haben wir oft Punkte liegen gelassen. Da waren wir schon ziemlich frustriert“, erinnert er sich. Carlos Andrade vier Spielzeiten und zuletzt, in der Saison 2016/17, Matthias Kappelhoff hießen die Trainer in diesen fünf Jahren. „Unter Andrade war das Training sehr professionell. Den meisten Spaß und am besten zur Geltung gekommen, sind wir unter Kappi“, blickt Floer zurück.

Viele Tore hat Max Floer nicht unbedingt in diesen Jahren erzielt, aber er gehörte oftmals zu den entscheidenden Vorbereitern. „Der zweitletzte Pass ist der wichtigste“, sagt er. Das sehe man auch bei Kimmich und Kroos immer wieder. Den Ball über die Linie zu drücken, sei meist nicht mehr so schwer. „Meine größte Schwäche vorne ist der Kopfball. Ich glaube, ich habe nur ein Kopfballtor erzielt – und dabei bin ich wahrscheinlich nicht mal hochgesprungen“, arbeitete die Erdanziehungskraft stärker als bei anderen gegen ihn. Aber: „Ich brauche meine paar Pfunde zu viel, um mich vorne auch durchsetzen und den Ball gegen den Gegner behaupten zu können.“

Ab März 2017 war der Schalke-Fan ein Jahr zum Zuschauen verdammt. Ein Achillessehnenriss im Spiel gegen den SC Reckenfeld hatte ihn niedergestreckt und anschließend lange Zeit außer Gefecht gesetzt. Auf seine Tore und Torvorbereitungen musste seine Mannschaft eine Spielzeit lang verzichten. Beinahe punktgenau ein Jahr später, am 15. April 2018, „habe ich mein erstes Tor nach der Verletzungspause geschossen“, erzählt Max Floer, dass dieses 1:0 beim 6:1 gegen den TuS St. Arnold eines seiner für ihn schönsten gewesen sei.

Und nun? Corona hat uns alle in die Knie gezwungen. Max Floer jedoch kam die bislang fußballfreie Zeit nicht gänzlich ungelegen. „Im Oktober 2020 ist unser Sohn Felix geboren. Da hatte ich, weil ja nix stattfand, Zeit für meine Familie. Das war schön. Das Trainingspensum hätte ich in der Zeit nicht schaffen können“, beanspruchten Arbeit, Frau und Kinder seine volle Aufmerksamkeit.

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