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Unterbrechungen nerven die Trainer

Der Spielrhythmus verkümmert in den Handballligen

Ochtrup/Steinfurt/Nordwalde

Hier vier Wochen Pause, dann dort zwei Wochen kein Spiel – und der Break zu den Feiertagen kommt auch noch. Ein richtiger Rhythmus will sich da für die Handballlerinnen und Handballer nicht einstellen. Das monieren auch die Trainer. Aber die, die für die Erstellung der Spielpläne zuständig sind, haben sich dabei etwas gedacht.

Von Günter Saborowskiund

Auch Kreisläufer Gerrit Thiemann (M.) und die Ochtruper Landesliga-Handballer werden ständig aus dem Wettkampf Foto: Thomas Strack

Am Wochenende 4./5. September hat in den Amateurligen im Handball die Meisterschaftssaison begonnen. Seitdem sind zehn Wochen vergangen, aber in den meisten Ligen sind oft nur sechs Spiele ausgetragen worden. Manche Vereine, wie zum Beispiel der TV Vreden in der Landesliga der Herren – am Samstag übrigens um 18 Uhr zu Gast bei Arminia Ochtrup – hat erst vier Punktspiele absolviert. In der Landesliga der Frauen dagegen kommt der TB Burgsteinfurt bereits auf sieben Einsätze – ist an diesem Wochenende allerdings schon wieder spielfrei.

Dass die Saison durch Ferienzeiten im Herbst und an Weihnachten meist für zwei, drei Spieltage unterbrochen wird, ist normal und gab es auch früher schon. Dass nun aber auch zusätzliche Pausen von zwei oder mehr Spieltagen eingeschoben werden, hat seinen Grund. Und der heißt Corona.

Daniel Hooge, Vorsitzender des Handballkreises Euregio-Münsterland, kennt die Hintergründe: „Wir haben einen Spielplan aufstellen wollen, der einige Puffer enthält, damit die Vereine von September bis Mai einen vernünftigen Spielplan vor Augen haben. Wir wollten bei möglichen Coronafällen Luft lassen für Verlegungen“, sagt Hooge. Daher habe man den Spielplan entzerrt und diese Pausen eingeschoben.

Uwe Geersen, Spielwart beim TB Burgsteinfurt, ergänzt: „Es gab im Vorfeld der Saison seitens des HV (Handballverband) Abfragen bei den Vereinen, wie man das am besten handhaben sollte.“ Zudem seien die Ligen zum Teil bis ins Unermessliche aufgebläht worden. Statt vier Staffeln in der Männer-Landesliga gebe es jetzt sechs.

Darüber hinaus komme es in der Bezirksliga der Männer – zwei Achterstaffeln – im März zu Auf- und Abstiegsrunden, erklärt Hooge. In der Landesliga der Männer, in der auch Ochtrup spielt, habe TV Telgte zurückgezogen, daher falle hier schon mal für jeden eine Partie weg. Und auch hier gebe es im neuen Jahr Auf- und Abstiegsrunden.

Dass die Unterbrechungen für die Mannschaften auch einen Bruch im Spielrhythmus und für die Trainer Probleme in der Trainings- und Belastungssteuerung mit sich bringen können, habe man in Kauf genommen. „Es gibt immer ein Für und Wider. Wir wollten in erster Linie einen geregelten und gesicherten Spielbetrieb gewährleisten“, sagt der Kreisvorsitzende. Die Vereine könnten ja Testspiele einlegen, um ein spielfreies Wochenende zu überbrücken.

Die Botschaft kommt bei den Trainer der heimischen Teams unterschiedlich an. Jürgen Kötterheinrich, der die Frauen des TB trainiert, hat Verständnis für den zerfledderten Spielplan: „Man ist wegen Corona vorsichtiger geworden. Es war ja noch nicht klar, ob es überhaupt eine normale Saison würde geben können. Bei uns läuft alles ziemlich normal, mit Unterbrechungen nur durch Ferien und Totensonntag.“ Was das Thema „Spannung aufrecht halten“ betrifft, macht sich der TB-Trainer nur geringe Sorgen: „Das ergibt sich bei uns durch die Tabellensituation von ganz allein. Wir sind Vorletzte.“

Rainer Nowack, der beim SC Nordwalde in der Bezirksliga an der Seite steht, hat wenig Verständnis für die ständigen Unterbrechungen. „Ich habe bereits mit einigen Trainerkollegen gesprochen, die diese Unterbrechungen im Spielrhythmus auch nicht gut finden. Ich vermute, es liegt daran, dass im neuen Jahr noch Auf- und Abstiegsspiele durchgeführt werden müssen.“

Christian Woltering von Arminia Ochtrup gefällt die Situation mit den häufigen Pausen ebenfalls nicht. „Wir hatten gerade wieder eine längere Pause und mussten ein Spiel verlegen. Da wird es immer schwieriger, den Ehrgeiz der Mannschaft hoch zu halten. Sicherlich kann man mal ein Testspiel dazwischen schieben, aber man merkt dann schon, dass die Leute vom Kopf her nicht richtig bei der Sache sind. Man wird ständig aus dem Wettkampfmodus herausgeholt“, sagt der SCA-Coach.

Und dann gibt es ja noch den Trainerspruch nach einer Niederlage: „Gut, dass wir in drei Tagen schon wieder spielen müssen.“ Soll heißen, dass sich eine Mannschaft für eine schwache Niederlage rehabilitieren kann. Bei längeren Pausen unmöglich.

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