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Fußball: Arminia Appelhülsens Höhenflug in der Kreisliga B

„Das möchten wir nicht erleben“

Appelhülsen

So lässt es sich doch in die Spielpause gehen: Arminia Appelhülsen thront weit über der Konkurrenz in der Kreisliga B. Die volle Punktzahl steht für das Team nach zwölf Spielen zu Buche. Die WN sprachen mit Erfolgstrainer Marcus Thies.

-ng-

Fokussiert: Marcus Thies und seine Arminia aus Appelhülsen denken gar nicht daran, locker zu lassen. In der Kreisliga B führte sein Team diese vorbildliche Einstellung zu zwölf Siegen in zwölf Spielen. Foto: Iris Bergmann

Arminia Appelhülsen zieht einsam seine Kreise in der B-Liga. Das Team von Trainer Marcus Thies hat alle zwölf Saisonspiele gewonnen. Im Interview spricht der Übungsleiter über die Lehren aus all den Siegen, das ständige Mahnen im Training und ein selbstkritisches Team.

Herr Thies, in welcher Phase erwischen wir Sie? Euphorie? Ungläubiges Staunen? Gewöhnung?

Thies: (lacht) Es läuft ganz gut, das kann man nicht anders sagen. Zufrieden sind wir aber nicht – wir haben noch nichts erreicht. Wenn dir irgendwann einer erzählt: ‚Da war mal ein Team, das war nach zwölf Spieltagen mit voller Punktzahl und 48:13-Toren vorne und ist am Ende Zweiter geworden‘ – das möchten wir nicht erleben. Ich möchte aufsteigen! Das ist möglich. Das war auch in den vergangenen Jahren möglich, aber in diesem vielleicht noch ein bisschen mehr.

Sie sagen es: Die Arminia versucht schon länger hochzugehen. Was ist in dieser Saison anders?

Thies: Der Kader ist über die Jahre immer breiter geworden. Wir hatten lange mit einem zu kleinen Kader zu kämpfen und mit einer relativen Inkonstanz. Wir sind immer gut gestartet, haben dann aber – meist gegen einen schwächeren Gegner – verloren. In diesem Jahr gewinnen wir die Dinger einfach.

Auf dem Papier hat Ihr Team noch keine Schwächephase gezeigt. Hat Ihr geschultes Trainerauge eine gesehen? Was gilt es zu verbessern?

Thies: Wenn‘s nichts zu verbessern gäbe, wäre ich ein schlechter Trainer. Oder ein guter? Wie auch immer. Wir fangen uns das eine oder andere Gegentor zu einfach. Im Spiel gegen den Ball, vor allem im ersten Drittel, haben wir eine Menge Steigerungspotenzial – und im Passspiel können wir noch besser werden. Die Jungs sind da aber auch sehr selbstkritisch. Wir sprechen jeden Dienstag über das Spiel vom zurückliegenden Sonntag, und da kommt eine Menge Input von den Jungs. Der Konkurrenzkampf in der Mannschaft ist groß, alle sind hochmotiviert.

Es heißt, in der Niederlage lerne man mehr als im Sieg. Würden Sie das unterschreiben?

Thies: Nein, würde ich nicht. Wir hatten viele knappe Spiele – daraus lernst du auch. Selbst eine Bundesliga-Mannschaft kann ja Woche für Woche etwas verbessern – und wir spielen in der Kreisliga B.

Sind Sie schonmal in der Situation gewesen, einen Höhenflug moderieren zu dürfen bzw. zu müssen? Oder läuft gerade alles von alleine?

Thies: Nein, von allein geht das sicher nicht. Wir haben viele junge Spieler im Team, die so etwas noch nicht erlebt haben. Da sind viele Gespräche zu führen. Es ist natürlich toll, dass wir jetzt dieses Selbstbewusstsein haben, diese breite Brust. Und das versuchen wir, jedes Wochenende aufs Neue auf den Platz zu bringen.

Welche Entwicklung hat die Mannschaft explizit in dieser Saison genommen?

Thies: Sie ist deutlich konstanter geworden. Wir spielen im Moment sehr dominant, mit viel Ballbesitz. Gerade im Spielaufbau haben wir einen Schritt nach vorn gemacht.

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