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Leichtathletik: Appelhülsener Landlauf

Drei Generationen auf einer Strecke

Appelhülsen

Beim Appelhülsener Landlauf erhielten die Sieger ihre verdiente Anerkennung. Außergewöhnlich war indes auch die Leistung von drei Mitgliedern einer Appelhülsener Familie: Oma, Tochter und Enkel liefen nach zehn Kilometern gemeinsam ins Ziel.

Von Johannes Oetz

Freuten sich nach dem Lauf am runden Tisch, dass sie gemeinsam das Ziel erreicht hatten (v.l.): Enkel Silas Schürmann (14 Jahre), Oma Franziska Hollenhorst (71) und Tochter Natascha Schürmann (44). Foto: Johannes Oetz

Beim Appelhülsener Landlauf standen am vergangenen Sonntag einmal mehr die richtig schnellen Läuferinnen und Läufer im Mittelpunkt. Doch abseits des Scheinwerferlichts ereignete sich etwas nicht Alltägliches: Im 10-km-Rennen starteten nämlich mit Oma Franziska Hollenhorst (71 Jahre), Tochter Natascha Schürmann (44) und Enkel Silas Schürmann (14) drei Mitglieder einer Appelhülsener Familie.

Als Franziska Hollenhorst 500 Meter vor dem Ziel war, kamen ihr Silas und Natascha entgegen, um gemeinsam mit der ältesten Teilnehmerin des gesamten Wettbewerbs die letzten Meter bis ins Ziel zurückzulegen. „Darüber habe ich mich sehr gefreut. Unterwegs hatte ich schon mal kurz gedacht, dass ich es nicht schaffen würde. Doch dann habe ich mir gesagt, dass ich es für Silas schaffen muss. Ich habe mich deshalb durchgebissen“, ist die 71-Jährige schon auch ein wenig stolz auf sich.

Das kann sie wohl auch sein, denn es war ihr erster Wettkampf überhaupt. 65:48 Minuten benötigte sie und ließ sogar zwei Frauen und einen Mann hinter sich. Logisch: Die Altersklasse W70 gewann sie mangels weiterer Konkurrentinnen souverän – und stellte nebenbei noch einen Streckenrekord auf.

„Meine Tochter Natascha kam vor einiger Zeit zu mir und meinte, sie habe ein Attentat auf mich vor. Ich sollte doch mit ihr und Silas beim Landlauf starten. Zunächst habe ich mich gesträubt, aber dann . . .“ Wenige Tage später unternahm das Trio einen Probelauf – und Oma kam durch. „Ich laufe nie draußen. Daheim habe ich einen kleinen Fitnessraum mit einem Laufband. Da gehe ich fünf Mal die Woche drauf und schaue beim Laufen das Morgenmagazin“, berichtet die Appelhülsenerin, die neben ihrer Tochter Natascha noch ihre Söhne Karsten, Frederik, Stefan und Michael hat.

Auch ihre Tochter Natascha ist von Hause aus keine Läuferin. „Ich bin ursprünglich Reiterin und ehrenamtlich schon lange Kassiererin beim Reitverein Appelhülsen, früher war ich Jugendwartin. Gefühlt bin ich schon immer im Reitverein“, erzählt die 44-Jährige, die neben Silas mit Maja (12) und Toni (8) noch zwei weitere Kinder hat.

Mit ihrer Zeit von 52:08 Minuten, was gleichzeitig Rang drei bei den Frauen bedeutete, war sie sehr zufrieden. „Ja, das hat gut geklappt. Viel wichtiger aber war, dass wir drei gut durchgekommen und gemeinsam ins Ziel gelaufen sind“, wird sie diesen Moment wohl nie vergessen.

Auch Silas nicht. Der Enkel war mit 49:02 Minuten sehr flott unterwegs und stolz auf seine Leistung. Noch stolzer aber auf seine Oma. „Er hat mir einen kleinen Brief geschrieben. Darüber habe ich mich sehr gefreut“, erzählt Franziska Hollenhorst und blickt etwas versonnen in die Ferne: „Manchmal muss man es einfach wagen.“

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