Ultimate Frisbee: Neue Abteilung geplant

GW Nottuln: Ehrgeiziges Scheiben-Projekt

Nottuln

Ultimate Frisbee – das soll die Sportart für die nächste neue Abteilung des Sportvereins GW Nottuln werden. FSJlerin Lizzy Schwarzer ist optimistisch, dass es klappt.

Thomas Austermann

Lizzy Schwarzer reicht Josef Dirks schon mal die Frisbeescheibe: Die FSJlerin wird vom GWN-Vorsitzenden in der Planung der Abteilungsgründung unterstützt. Foto: Thomas Austermann

Die pandemiebedingten Einschränkungen im Sport sorgen dafür, dass Lizzy Schwarzer ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei Grün-Weiß Nottuln in spezieller Erinnerung behält. Sie hatte viel weniger Kontakt zu jungen Sportenthusiasten als geplant und gewünscht. Aber die trotzdem sehr engagierte 20-jährige Havixbeckerin will bis Ende August und ihrem FSJ-Abschluss im Verein Spuren hinterlassen – und plant derzeit die Gründung einer neuen Abteilung. Künftig sollen die Scheiben fliegen beim Teamsport namens Ultimate Frisbee. Der Landesverband beschreibt diese Disziplin selbstbewusst als „schnellste, schönste, fairste, anstrengendste und spannendste Teamsportart der Welt.“

Ein Projekt zu steuern ist eine für die Anerkennung zu erledigend Pflichtaufgabe während des FSJ. Und alle für GWN tätigen sechs Vorgängerinnen oder Vorgänger von Lizzy Schwarzer widmeten sich einem Thema – vom Streetbasketball über ein 24-Stunden-Trampolinspringen bis zum Kinderbewegungsabzeichen. „Wir haben Jahr für Jahr von Ideen und deren Umsetzungen profitiert“, sagt der GWN-Vorsitzende Josef Dirks, der überzeugt ist von der doppelten Wertschöpfung. Die jungen FSJler lernen, sich im sozialen Berufsfeld auszuprobieren. Der Verein erfährt Input und weitet seinen Blick.

Lizzy Schwarzer hat sich Ultimate Frisbee nicht zufällig ausgesucht. Während ihrer Schulzeit auf dem Anne-Frank-Berufskolleg in Münster, wo sie das Fach-Abi im Bereich Gesundheit und Soziales mit Schwerpunkt Sport erwarb, hat sie das Spiel kennengelernt. Sportlich, wie sie ist – ob beim Voltigieren oder mit dem Tennisschläger – kam sie schnell mit der Frisbeescheibe klar. „Das hat mir direkt großen Spaß gemacht“, sagt sie im Rückblick.

Und kann mühelos den Reiz und die Philosophie der in den USA entstandenen Sportart erklären. „Hier geht es absolut ehrlich zu. Das Miteinander und der Respekt vor dem Gegner stehen im Mittelpunkt. Es gibt gar keine Schiedsrichter, denn die Aktiven regeln alles untereinander“, beschreibt sie, wie es läuft.

Die hohe Flexibilität in der Organisation spricht zudem für den Teamsport. Grundsätzlich spielen beim Ultimate Frisbee je siebenköpfige Mannschaften, oft gemischt nach Geschlechtern, gegeneinander. In der Halle sind es je zwei weniger. Die Schreibe muss in eine Endzone gelangen durchs Passspiel, dann gibt es Punkte. Wer die Scheibe hat, darf nicht laufen, sondern hat als Werfer zehn Sekunden Zeit, abzuwerfen. Verliert die angreifende Mannschaft die Frisbeescheibe, wechselt das Sportgerät zum Gegner. Körperkontakt ist nicht erlaubt, passiert aber im Eifer – untereinander wird geregelt, ob ein Foul tatsächlich vorliegt und wie es weitergeht. „Ich glaube, dass jeder Interessierte das schnell lernen kann“, sagt die Sportsfreundin.

Beim SC Münster 08 ist der Beweis übrigens leicht zu finden: Binnen drei Jahren etablierte sich bei dem Traditionsverein ein neuer Kreis bemerkenswert stabil. Von 25 Gründungsmitgliedern auf heuer 150. Neun Ultimate-Teams sind inzwischen am Start.

Wenn es denn wieder möglich ist, will Lizzy Schwarzer zum Probetraining einladen. Sie wird es leiten und nimmt jetzt Anmeldungen über die GWN-Geschäftsstelle entgegen. Irgendwann im Sommer müssen ja die Schranken abgebaut werden.

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