Fußball: Juniorentrainer in Corona-Zeiten

GW Nottuln: Eins-zu-Eins-Betreuung im Training

Nottuln

Man kann in Corona-Zeiten auch positive Entdeckungen machen. Das hat Darius Schwering, der kommende U-19-Trainer bei GW Nottuln, festgestellt.

Thomas Austermann

Ein bisschen Betrieb ist erlaubt auf den Trainingsplätzen – besser als nichts, aber weit entfernt von der gewünschten Normalität. Zum Beispiel bei GW Nottuln lassen sich die Trainer einiges einfallen, um die Defizite abzufangen. Foto:

Das sportlich verlorene Jahr sorgt für Defizite gerade im Bereich der Heranwachsenden. Ohne sich im Wettbewerb wirklich erprobt und verbessert zu haben, rücken Junioren in die nächsthöhere Altersklasse. Und die Trainer stehen, wie sich am Beispiel des Fußballsports aufzeigen lässt, vor der kniffligen Aufgabe der Kaderzusammenstellung. Für Grün-Weiß Nottuln haben sich die engagierten Juniorencoaches einiges einfallen lassen, um beide Pro­blemfelder zu bearbeiten.

„Der Weg hin zur neuen Mannschaft ist stark erschwert“, sagt mit Darius Schwering der bisherige U-15- und kommende U-19-Trainer, der mit seinem Hochrücken zur A-Junioren-Bezirksliga sein Spielerdasein für die Kreisliga-A-Zweite aufgibt. Und eine schlagkräftige Truppe formen will. „Es wird einen leichten Umbruch geben müssen.“ Nicht alle aktuellen Jung-Jahrgänge bleiben. Obschon die B-Junioren lediglich in der Kreisliga spielten, „sehe ich hier einige, die Potenzial für mehr haben.“

„Weg zur neuen Mannschaft ist stark erschwert“

Nach dem Saisonabbruch sind die neuen Trainerstellen bei GWN schon so besetzt, wie es für die Folgeserie abgemacht wurde. „Seit April kümmere ich mich aktiver um die U 19 und mein jüngerer Bruder Robert schon um die C-Junioren“, erklärt der 25 Jahre alte Lehramtsstudent Darius Schwering, der diese Landesliga-U-15 bemerkenswert erfolgreich steuerte. Nun sichtet er im erlaubten Rahmen potenzielle Spieler, weil es seit dem 8. März erlaubt ist, dass ein Einzelsportler durch einen Trainer in eine aktive Einheit geführt wird. „Wir alle sind sehr froh, dass uns das auch vom Verein ermöglicht wird.“

Diese Eins-zu-Eins-Betreuung – nach negativem Schnelltest und kontaktfrei – auf Kunstrasen haben zehn Kandidaten aus grün-weißen Teams freiwillig absolviert. Schwering bereitete jeweils positionsspezifische Einheiten vor. In der Regel waren er und der jeweilige Kicker nachher schlauer. „Die Coronaphase zwingt uns allen ein Umdenken auch im Kleinen auf. Ich sehe jetzt, wie wertvoll individualisiertes Training sein kann. Ich denke, dass wir auch künftig solche Einheiten in den Alltag einbauen.“ Da ist es hilfreich, dass er in Ralf Kemper und Daniel Pilkewicz auf zwei Assistenten zählen kann.

„Das kann man in den Alltag einbauen“

Bis Ende April durften Clubs übrigens keine externen Kandidaten zum Vorspielen einladen, weil der westfälische Verband das so festgelegt hat. „Manchmal muss man eben ohne ein Probetraining entscheiden“, sagt Schwering, der Anfang Juni seinen Kader beisammenhaben will. „Wir starten, wenn es uns möglich ist, ganz sicher früher mit der Vorbereitung. Wir müssen mehr machen und zugleich auf die Belastungssteuerung achten – sonst kann es nach dieser langen Auszeit schnell zu Problemen kommen.“ Testspiele sind schon terminiert. In der Hoffnung, dass sie stattfinden werden.

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