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Fußball: Westfalenliga

GW Nottuln möchte angreifen

Nottuln

Um Fußball-Westfalenligist GW Nottuln geht es heute in unserer Serie „Winter-Fazit“. Die Grün-Weißen spielen bislang eine ganz gute Saison, meint Trainer Roland Westers und fügt hinzu: „Es hätte aber noch besser laufen können.“

Trickreich und torgefährlich: Mit zehn Treffern führt Semih Daglar (r.) die interne Torschützenliste bei GW Nottuln an. Foto: Johannes Oetz

Mit Verspätung startete Fußball-Westfalenligist GW Nottuln in die Saison, da der Gegner am ersten Spieltag kurzfristig seine Mannschaft zurückzog. Wie berichtet, stand die IG Bönen im Sommer plötzlich ohne Sponsor da und hatte damit das unüberwindbare Problem, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu stellen. Danach absolvierten die Grün-Weißen bis zur Winterpause 15 Spiele, die von Höhen und Tiefen geprägt waren. Das Positive überwog allerdings, denn der Vorjahresfünfte feierte den Jahreswechsel als Tabellensechster.

„Einigermaßen okay“, antwortet Nottulns Trainer Roland Westers daher auch auf die Frage, wie er die Runde seines Teams bisher beurteilt. „Wir sind in der Sechsergruppe mit dabei, die sich etwas nach oben abgesetzt hat. Das Ziel von GW Nottuln ist es, die Mannschaft in der Spitzengruppe zu etablieren, das ist uns damit gelungen.“

Sieben Punkte Vorsprung hat Nottuln als Sechster vor dem Siebten Kinderhaus. Der Rückstand auf Spitzenreiter Erkenschwick beträgt allerdings auch schon ganze elf Punkte. „Wir haben einige Niederlagen kassiert, die sehr ärgerlich waren“, erinnert sich der GWN-Coach. Als „unnötigste Niederlage ever“ bezeichnet der Fußballlehrer die 1:2-Heimpleite gegen den TuS Haltern Mitte November. „Wir haben damals viele Chancen liegen gelassen. Und das gegen einen Gegner, der wahrlich keinen Fußball von einem anderen Stern gespielt hat.“

Wozu die Nottulner Mannschaft in der Lage ist, zeigte sie hingegen beim 1:0-Sieg in Peckeloh und beim 2:1-Erfolg gegen den SV Rödinghausen 2. „Wenn wir 90 Minuten konzentriert in der Defensive sind, dann gewinnen wir auch die Spiele. Nach vorne sind wir immer für ein, zwei Tore gut“, so Westers. Das zeigt auch ein Blick in die Tabelle: 39 Treffer erzielten die Grün-Weißen in den ersten 15 Partien – Bestwert in der Liga. Allerdings zeigen 29 Gegentore auch, dass die Defensivarbeit eben nicht immer bravourös erledigt wurde. Vor allem zu Saisonbeginn stimmte die Balance noch nicht. Und so meinte Westers Mitte September nach dem 6:3-Auswärtssieg bei RW Deuten nicht zu unrecht: „Wir sind im Moment die Spektakel-Truppe der Liga.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte GWN erst fünf Spiele bestritten, aber bereits ein Torverhältnis von 19:13. Machte einen Durchschnitt von über sechs Buden pro Partie. Die Zuschauer jubelten ob der torreichen Begegnungen, die Begeisterung beim Trainer hielt sich in überschaubaren Grenzen. Als Konsequenz veränderte Westers die Pressing-Taktik. Fortan erzielte GWN zwar weniger Tore, kassierte aber auch deutlich weniger Gegentreffer. In den nächsten zehn Spielen kamen daher nur noch 16 Gegentreffer hinzu – immer noch zu viele für eine absolute Spitzenmannschaft.

Dass Grün-Weiß nicht noch mehr Tore als 39 erzielt hat, liegt auch daran, dass Neuzugang Peter Stüve lange verletzt ausfiel. „Er ist ein Neuner, wie ihn sich viele Mannschaften wünschen“, sagt Westers, der den Knipser aufgrund seiner langen Ausfallzeit neben Finn Köhler als die größten Pechvögel im bisherigen Saisonverlauf bezeichnet. „Im Training hat Finn oft angedeutet, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Ich hoffe, dass sich seine muskulären Probleme jetzt bessern und er im Laufe des Februars wieder zur Mannschaft stoßen kann.“

Mit Blick auf die noch ausstehenden 13 Saisonspiele hofft der im Sommer scheidende Fußballlehrer, dass sich seine Mannschaft „noch nach oben robben“ kann. „Wir waren letzte Saison Fünfter, unser Ziel ist es, besser abzuschneiden. Rang drei oder vier ist realistisch.“ Der Tabellenzweite Peckeloh präsentiere sich bislang sehr stabil und sei doch schon ein ganzes Stück enteilt, mit Platz eins beschäftige er sich ohnehin nicht mehr. „Wir müssen zum Neustart der Liga am 26. Februar zum Fünften Lüner SV. Mit einem Sieg wollen wir die Grundlage dafür schaffen, dass wir um die vorderen Plätze weiter mitspielen können.“ Und sollte sich Peckeloh tatsächlich den ein oder anderen Ausrutscher erlauben, dann wolle er mit seiner Mannschaft bereit sein.

Nicht mehr dabei sein werden zum Trainingsauftakt Felix Risau und Marc Wenning-Künne. „Die beiden sind vor Weihnachten auf uns zugekommen und haben darum gebeten, den Verein in der Winterpause verlassen zu dürfen. Ihnen ist der Aufwand zu groß geworden. Außerdem haben sie nicht die Spielzeiten bekommen, die sie sich zuvor erhofft hatten“, berichtete Co-Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion Dirk Nottebaum. Die Grün-Weißen entsprachen dem Wunsch des Duos, das sich dem Bezirksligisten TuS Altenberge anschließt. Dort möchte Torhüter Marc Wenning-Künne zukünftig als Feldspieler auflaufen.

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