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Tischtennis: Arminia Appelhülsen

Jan-Bernd Frie ist Oberschiedsrichter

Nottuln

Tischtennis ist seine große Leidenschaft. Zunächst war Jan-Bernd Frie Spieler, dann Trainer. Jetzt hat der Nottulner seine Prüfung zum Oberschiedsrichter abgelegt.

Von Johannes Oetz

Er weiß, wie ein richtiger Aufschlag geht: Jan-Bernd Frie. Der Nottulner ist seit kurzem Oberschiedsrichter im Tischtennis. Foto: Johannes Oetz

Hendrik Frie ist schuld. Hendrik schleppte seinen Bruder im Haus der Großeltern immer in den Keller, um sich dort mit dem kleinen Jan-Bernd an der Tischtennis-Platte umkämpfte Spiele zu liefern. Inzwischen ist aus dem kleinen Bruder ein 40 Jahre alter Mann geworden, und Tischtennis nimmt mittlerweile einen großen Raum in seinem Leben ein. Seit kurzem kann Jan-Bernd Frie auch auf einen weiteren Erfolg verweisen: Anfang Juni bestand er seine Prüfung zum Oberschiedsrichter. Mit dieser Qualifikation darf er bis zur Regionalliga Spiele leiten und in der 1. Bundesliga das Zählgerät bedienen.

„Ich bin meinen Eltern Walburga und Heinrich sehr dankbar, denn sie haben mich in meiner Kindheit immer zu den Turnieren gefahren. Kein Weg war ihnen zu weit. Und ich bin natürlich auch Hendrik dankbar, der mich letztlich zum Tischtennis gebracht hat“, sagt der Nottulner, der in dem schnellsten Rückschlagspiel der Welt eigentlich schon alles gemacht hat. „Ich war Spieler, Trainer, Betreuer und habe dann auch noch die Schiedsrichter-Laufbahn eingeschlagen“, erzählt der Spieler der Bezirksligamannschaft von Arminia Appelhülsen, der in Münster für eine Krankentransportfirma arbeitet.

In der Jugend spielte er zunächst für GW Nottuln, doch dort fehlte ihm irgendwann die Perspektive: „Deshalb wechselte ich zum VfL Billerbeck. Dort habe ich dann auch angefangen, als Trainer zu arbeiten.“

Doch zunächst stand noch die eigene sportliche Karriere im Vordergrund. 1997 stand Frie in der Verbandsliga, der höchsten deutschen Jugendklasse, an der Platte. Als seinen größten sportlichen Erfolg bewertet er indes, dass er sich 2017 für die Endrunde der Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen qualifizieren konnte. „Schöne Erlebnisse waren auch die Ehrungen durch die Gemeinde Billerbeck, wo ich gleich vier Mal für herausragende sportliche Leistungen von der Bürgermeisterin geehrt wurde.“

Irgendwann kam in ihm auch der Wunsch auf, sein Wissen an den Nachwuchs weiterzugeben. Deshalb schlug der Nottulner die Trainerlaufbahn ein. „Von 2015 bis 2018 habe ich das Leistungstraining in Billerbeck geleitet. Den größten Erfolg feierte ich sicherlich im Jahr 2017. Bei der Westdeutschen Rangliste Top 32 Schülerinnen B gingen drei meiner Schülerinnen als krasse Außenseiterinnen an den Start und belegten am Ende alle einen Platz unter den Top 10, eine wurde sogar Zweite.“ Auch schon zwei Jahre zuvor war Trainer Frie glücklich gewesen. „Frederike Starp war damals elf Jahre alt und wurde bei den Minis Deutsche Meisterin. Anschließend wurde sie in Billerbeck zur Sportlerin des Jahres gewählt. Damit war sie die jüngste Sportlerin des Jahres aller Zeiten“, erzählt Frie.

Doch irgendwann reichte ihm auch das nicht mehr. „Es kam der Tag, da ich auch ein großes Interesse verspürte, das Reglement immer besser kennenzulernen. Mir fiel nämlich immer wieder auf, dass viele meiner Schüler elementare Regeln nicht kannten. Die wollte ich ihnen fundiert näherbringen und wurde deshalb auch Schiedsrichter“, erläutert Frie seinen Antrieb.

Doch worauf muss ein Oberschiedsrichter achten? „Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Der Oberschiedsrichter muss beispielsweise überprüfen, ob die Schläger den Regeln entsprechen. Sind die Beläge zu dick? Weisen die Schläger Risse auf ? Oder fehlen Noppen?“, erklärt Frie nur einige Aufgaben. Außerdem dürfe der Tisch-Schiedsrichter nur eine gelb-rote Karte zeigen, während der Oberschiedsrichter auch glatt rot geben könne. „Das ist etwa dann der Fall, wenn ein Akteur aus Wut seinen Schläger mehrfach gegen die Wand wirft. Zum Glück kommt das aber nur äußerst selten vor.“

Wenn die neue Saison im September beginnt, wird Jan-Bernd Frie seine ersten Einsätze haben. „Zunächst bin ich aber Hospitant und werde einen erfahrenen Kollegen begleiten. Erst dann darf ich alleine als Oberschiedsrichter tätig sein.“ Auf diesen Tag freut sich der Nottulner schon heute, denn er möchte seinem Sport noch viel zurückgeben. „Tischtennis fasziniert mich. Neben der sportlichen Betätigung lernt man auch, sich gut zu konzentrieren und taktisch zu denken. Oft gewinnt nicht unbedingt der vordergründig bessere Spieler, sondern derjenige mit der besseren Taktik“, sagt der 40-Jährige und fügt lachend hinzu: „Und die Geselligkeit kommt bei uns Tischtennisspielern natürlich auch nicht zu kurz.“

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