1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Nottuln
  6. >
  7. Philipp Marx von Arminia Appelhülsen hat viele Interessen

  8. >

Fußball: Kreisliga B

Philipp Marx von Arminia Appelhülsen hat viele Interessen

Appelhülsen

Seine fußballerischen Qualitäten fielen bei den Testspielen des B-Ligisten schnell auf. Seit kurzem kickt Philipp Marx für den SV Arminia Appelhülsen, der sich freut, dass sich der Mittelfeldspieler dem SVA angeschlossen hat. Der 25-Jährige hat aber noch andere Interessen.

Von Johannes Oetz

Spricht viel, manchmal auch ungefragt, mit dem Schiedsrichter. Doch nicht jeder Unparteiische in Westfalen hat während des Spiels Lust, sich mit dem gebürtigen Rheinländer Philipp Marx zu unterhalten – definitiv ein Fehler. Foto: Johannes Oetz

Und dann nahm die Nummer 5 von Arminia Appelhülsen Maß. Aus gut 25 Metern drosch Philipp Marx im Testspiel gegen Fortuna Schapdetten am 15. Juli aus dem Stand den Ball ins gegnerische Tor. Unhaltbar! Nach einer Stunde erzielte Marx auch noch den ebenfalls sehr sehenswerten Treffer zum 2:2-Endstand. Marx? Nie gehört. Kein Wunder, denn der 25-Jährige ist beim heimischen B-Ligisten ein Neuzugang, der vorher im Rheinland gekickt hat. Warum er zur Arminia kam? Der Liebe wegen . . .

„Ja, es ist richtig. Ursprünglich stamme ich aus dem Rheinland. Ich bin in Brand geboren, einem Stadtteil von Aachen. Dort habe ich als Jugendspieler bei der DJK Rasensport Brand das Kicken gelernt und als Senior auch in der Bezirksligamannschaft gespielt“, erzählt der Mittelfeldspieler, der über eine sehr gute Technik verfügt und große Torgefahr ausstrahlt. „Früher habe ich meistens auf der 10 gespielt. In Appelhülsen wurde ich von unserem Trainer bisher aber immer auf der 6 oder der 8 eingesetzt. Das gefällt mir auch, denn so kann ich von hinten raus noch mehr Einfluss auf das Spiel nehmen“, erzählt der Kicker, der „immer gerne den Ball hat“.

Aber wieso landet ein Fußballer aus dem fernen Aachen ausgerechnet in Appelhülsen? Marx muss lachen: „Meine Freundin Laura ist Appelhülsenerin und spielt beim SVA Volleyball. Ihr Bruder Jonas und ihr Cousin Fabian Beisenbusch spielen beide Fußball bei der Arminia. Sie haben mich einfach mal zum Training mitgenommen. Und mir hat es auf Anhieb gefallen.“

Direkt sei ihm aufgefallen, dass die Mannschaft intakt sei. „Und mit Marcus Thies wird das Team auch von einem sehr guten Coach trainiert.“ Nicht unwichtig war für Marx aber auch, dass er viele gute Mitspieler angetroffen hat. „Ich denke, dass wir für einen B-Ligisten eine sehr gute Qualität im Kader haben. Ich kenne unsere Gegner zwar noch nicht, aber ich glaube, dass man mit dieser Mannschaft aufsteigen muss. Dieses Ziel haben wir auch. Und ich möchte mithelfen, dass wir es auch erreichen.“

Wobei Fußball nicht alles für den Neuen ist. Das war ein weiterer Grund, warum er sich der Arminia anschloss. „Ich habe wirklich viel um die Ohren, brauche aber auch den sportlichen Ausgleich. In Appelhülsen kann ich auch mal nur einmal pro Woche zum Training gehen.“ Marx studiert an der Universität Duisburg-Essen den Master-Studiengang Internationale Beziehungen und ist obendrein wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl der Uni.

„Ich bin politisch und historisch sehr interessiert. Das fing schon 2002 an“, erzählt der Rheinländer. Und auch dafür sei der Fußball verantwortlich gewesen. „Die Fußball-Weltmeisterschaft 2002, die in Japan und Südkorea ausgetragen wurde, war die erste WM, die ich bewusst wahrgenommen habe. Damals gewann der Senegal das Eröffnungsspiel gegen den turmhohen Favoriten und Titelverteidiger Frankreich sensationell mit 1:0. Danach begann ich, mich für Afrika zu interessieren. Wie leben die Menschen dort? Wie ist ihre Geschichte?“

Das Interesse wurde immer stärker und führte schließlich dazu, dass Marx nach dem Abitur das Studium der Politikwissenschaften in Würzburg aufnahm. Nach seinem Bachelor-Abschluss lebte der 25-Jährige dann für einige Monate in Südafrika. „Ich habe in dieser Zeit unter anderem in Pretoria, der Verwaltungshauptstadt von Süda­frika, in der Deutschen Botschaft gearbeitet“, erzählt der Alemannia-Aachen-Fan, der inzwischen in Münster wohnt.

Die Arminia hofft, dass sie möglichst häufig und lange auf die Dienste ihrer Nummer 5 zurückgreifen kann. Dabei sieht der Kicker selbst seine Leistung durchaus noch als ausbaufähig an: „Die Corona-Pandemie hat mich im Bereich Fitness doch sehr zurückgeworfen. Ich laufe einfach nicht gerne ohne Ball, deshalb muss ich jetzt etwas mehr machen. Von Spiel zu Spiel wird es aber immer besser.“

Sein Trainer ist indes jetzt schon mit den Leistungen des Iniesta-Fans, der spanischen Passmaschine, mehr als zufrieden. „Philipp hat ein hervorragendes Spielverständnis. Er wechselt oft den Spielrhythmus und macht das sehr gut. Nicht zuletzt hat er einen richtig guten Schuss“, sagt Thies und fügt noch schmunzelnd hinzu: „Und außerdem ist er ein cooler Typ.“

Startseite