1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Nottuln
  6. >
  7. Schwester steht vor dem Comeback

  8. >

Leichtathletik: Geschwister Sietmann für Bundes- und Landeskader 2023 nominiert

Schwester steht vor dem Comeback

Nottuln

Die Leichtathletik-Geschwister Marco und Nele Sietmann bleiben in der Spur. Die beiden Nottulner, die seit Jahren für die LG Brillux Münster an den Start gehen, wurden nun für das kommende Jahr für den Landeskader (Nele) beziehungsweise Bundeskader (Marco) nominiert.

Von Christian Besse

Marco Sietmann verbuchte seine größten Erfolge 2022 bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig und Wattenscheid. Foto: Imago

Die Leichtathletik-Geschwister Marco und Nele Sietmann bleiben in der Spur. Die beiden Nottulner, die seit Jahren für die LG Brillux Münster an den Start gehen, wurden nun für das kommende Jahr für den Landeskader (Nele) beziehungsweise Bundeskader (Marco) nominiert.

Wobei die obige Metapher für die jüngere Schwester eigentlich nicht ganz richtig ist. Die 17-Jährige muss sportlich erst wieder in die Spur kommen: Nele Sietmann hatte im März einen Meniskusriss erlitten, an dem sie monatelang laborierte. Erst seit November ist sie wieder im Training.

Nele Sietmann hat ihre lange Verletzungspause hinter sich gebracht und greift 2023 wieder an. Foto: Imago

Den bisher letzten Wettkampf hatte die Nottulnerin, die auf das heimische Rupert-Neudeck-Gymnasium geht, im Februar 2022 bestritten. Aber was für einen: Bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U 20 war Sietmann, die damals noch U 18-Athletin war, über 1500 Meter Vierte geworden. Und hatte damit die Erwartungen ihrer LG-Trainer noch einmal weit übertroffen: Die wären schon mit dem Erreichen des Finales gegen teils weit ältere Konkurrentinnen vollauf zufrieden gewesen.

Lange freuen konnte sich die damals 16-Jährige über ihren Erfolg aber nicht: Kurz darauf erlitt sie ihre Verletzung und verpasste damit unter anderem die U 18-Europameisterschaften, die im Juli in Jerusalem stattfanden.

Ganz den Anschluss verlor sie aber nicht. Ihre Landeskader-Trainer Milan Dransmann und Vanessa Huke blieben mit der Nottulnerin in Kontakt, hatten sie und die Fortschritte bei ihrer Genesung ständig im Auge. Nun, wo sie wieder fit ist, ist die hochtalentierte 17-Jährige wieder im Landeskader, wie schon in den vergangenen zwei Jahren. Geändert hat sich die Altersklasse: Nele Sietmann tritt nun in der U 20 an.

Bruder Marco blieb von einer Verletzung verschont und konnte daher ganz im Wortsinne die Saison durchlaufen. „Im Großen und Ganzen schon“, antwortet der 20-Jährige auf die Frage, ob er mit dem Jahr 2022 sportlich zufrieden sei.

Unter anderem wurde er im November Sieger bei den Westfälischen Crossmeisterschaften, gleich in seinem ersten Jahr in der Männerklasse. Bei den U 23-DM im Geländelauf kurz darauf war er nicht fit und unterbot als 17. seine eigenen Erwartungen.

Wesentlich stärker ins Gewicht fällt dagegen der dritte Platz, den sich der Pharmazie-Student aus Nottuln Ende Februar bei den Senioren-DM in Leipzig über die 1500 Meter erlaufen hatte. Im Juli dann die nächste Duftmarke, wieder bei einer Deutschen Meisterschaft, diesmal der U 23: In seiner Paradedisziplin, den 3000 Metern Hindernis, überquerte der 20-Jährige in Wattenscheid als Dritter die Ziellinie.

Wobei bei diesem Rennen vielleicht noch mehr drin gewesen wäre. Am Morgen darauf sei er mit Halsschmerzen und Husten aufgewacht, erinnert sich Sietmann. Er könne nicht ausschließen, dass die ersten Vorboten der Krankheit schon am Tag zuvor ihren Tribut gefordert hatten – vom Athleten selbst im Wettkampfstress unbemerkt.

So oder so – für die Nominierung in den Bundeskader reichte es dennoch. Per Mail sei er vom Verband informiert worden, sagt Sietmann – und er habe sich mehr als sonst gefreut. Denn eigentlich hatte er mit einer Nominierung gar nicht gerechnet, weil er irrigerweise geglaubt hatte, die Norm nicht geschafft zu haben.

Startseite