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Handball: Abteilungsleiter Peters sucht händeringend nach einem Trainer für die Landesliga-Frauen

Über 40 zwecklose Gespräche

Nottuln

In diesen Zeiten scheint das eine echte Crux zu sein, einen Menschen zu finden, der eine ambitionierte Handballmannschaft trainieren möchte. GW Nottulns Landesliga-Frauen jedenfalls sind noch immer ohne Coach und versuchen, das Beste daraus zu machen. Der Abteilungsleiter ist als Teambetreuer am Ball bzw. Telefon, um die missliche Lage zu lösen. Ausgang offen.

Von Klaus Schulte

Eine nur zu kleine verschworene Gemeinschaft bilden (hinten v.l.) Betreuer Mika Peters, Maxima Faltmann, Nicole Diederichs, Anna Steinhoff, Meike Eckhardt, Sophie Ahlers, Lara Elberfeld und ( Foto: Klaus Schulte

GW Nottulns Mika Peters, seines Zeichens Abteilungsleiter der Handballabteilung, ist derzeit um seinen Job nicht zu beneiden. In seiner zusätzlichen Funktion als Betreuer der Landesliga-Damen wählt er sich auf der Suche nach einer Trainerin oder einem Trainer seit Wochen die Finger wund. Aber immer hagelt es Absagen.

Mika Peters

„Übungsleiter wachsen leider nicht auf den Bäumen“, flüchtet er sich in Sarkasmus. Über 40 Gespräche hat Mika Peters bereits geführt. Mit sechs Kandidaten gab es intensivere Gespräche, doch leider ohne Ergebnis.

„Die letzte Saison endete aufgrund der Pandemie bereits nach nur zwei Spieltagen. Die meisten Kandidatinnen und Kandidaten, die ich anrief, zeigten sich vertragstreu und wollten nicht schon wieder wechseln“, zeigt Peters Verständnis. „Und diejenigen, die derzeit ohne Verein sind, haben sich ihr Leben inzwischen anders eingerichtet und neue Betätigungsfelder für sich entdeckt“, fügt er beinahe resignierend hinzu.

Kein Einzelfall

Mit seinem Problem ist Peters beileibe nicht allein: „Ich weiß von mindestens zwei weiteren Vereinen in unserer Liga, die ebenfalls auf Trainersuche sind“, sieht er sich starker Konkurrenz ausgesetzt. „Zwei Trainer haben mit meiner Mannschaft ein Probetraining absolvieren wollen, aber nur einer ist gekommen. Dieser hat er sich aber leider für ein anderes Angebot entschieden“, macht Peters aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Aber der Betreuer der GWN-Handballerinnen will weiter suchen. „Aufgeben ist meine Sache nicht“, zeigt er sich kämpferisch. „Vielleicht ergibt sich noch etwas im Herbst“.

Kalkuliertes Wagnis Landesliga

Seit Anfang Juni befinden sich die Grün-Weißen im Hallentraining. Für die Landesliga deshalb, weil sie aufgrund früherer guter Platzierungen in der Bezirksliga vom Handballkreis Münsterland die höhere Spielklasse angeboten bekamen. „Viele Vereine belächeln uns“, weiß Kapitänin Sabrina Welp. „Aber darin liegt auch unsere Chance. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft und haben uns unisono für den Aufstieg am Grünen Tisch ausgesprochen. Niemand sollte uns unterschätzen. Alle sind hoch motiviert und vielleicht gelingt es uns, die eine oder andere etablierte Mannschaft zu ärgern“, wünscht sie sich.

Die Grundlagen in puncto Kraft, Ausdauer und Kondition sind gelegt. Dafür verantwortlich waren Kim Frie, Sabrina Welp, Marina Rotermund und Meike Eckhardt. Drei von ihnen besitzen den Fitness-Trainerschein.

„Problematisch wird es allerdings, uns ohne Trainer als Mannschaft auf dem Feld zusammenzufinden“, sieht Sabrina Welp derzeit die größten Schwierigkeiten. „Wir müssen die jungen Spielerinnen integrieren und uns einspielen. Da fehlt jemand auf der Bank, der Korrekturen vornimmt“, erklärt sie mit Blick auf den Betreuer.

Peters winkt lächelnd ab: „Aber ich bin aber auf der Suche nach einer Übergangslösung optimistisch“, verrät er vielsagend. „Jemand mit Sachverstand, der kurzfristig einspringt und mit Blick von Außen das Positionsspiel optimiert.“

Kader zu schmal

Der Kader mit nur 13 Spielerinnen ist allerdings sehr schmal und lässt wenig Möglichkeiten zu. Aus Studiengründen mussten Antonia und Johanna Entrup die Mannschaft verlassen. Mit Maren Wietholt, Sarah Chowanietz und Lea Heiman sehen drei Stammspielerinnen Mutterfreuden entgegen. Bleibt zu hoffen, dass die Grün-Weißen von Verletzungen verschont bleiben. Da ist es immerhin beruhigend, mit Lena Brochtrop eine Physiotherapeutin im Team zu haben.

Im Tor wird Nicole Diederichs allerdings häufiger auf sich allein gestellt sein, da Sophie Ahlers bei Terminüberschneidungen während der Saison im Tor der Landesliga-Fußballerinnen Nottulns gebraucht wird. „Neuzugänge sind leider nicht in Aussicht“, blickt Mika Peters etwas neidisch auf die Münsteraner Vereine. „Bei denen klopfen immer wieder Studentinnen an“, weiß er aus Erfahrung.

Testspielsieg macht Mut

Ein erstes Vorbereitungsspiel haben die Nottulnerinnen auch schon absolviert. Gegen Borussia Darup (Kreisliga) gab es einen 22:13-Erfolg. Am Samstag reist die Mannschaft zu einem Dreier-Turnier nach Haltern, um sich weiter einzuspielen. Der Saisonstart mit dem Auswärtsspiel am 4. September bei Vorwärts Wettringen 2 wird auf Bitten der Grün-Weißen verlegt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

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