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Kreisliga A: Die Halbzeitbilanz des FSV Ochtrup II

Das Ende der Blauäugigkeit

Ochtrup

Nach großen Schwierigkeiten zu Beginn der Saison hat sich die Reserve des FSV Ochtrup in der A-Liga anscheinend eingegroovt. Mit 18 Punkten auf der Habenseite steht der Aufsteiger über dem ominösen Strich. Das führt Spielertrainer Tim Niehues unter anderem auf seine Dauerbrenner zurück.

Tim Küper (h.) ist ein bärenstarker Innenverteidiger und Leistungsträger der FSV-Reserve. Foto: Thomas Strack

Patrick Laurenz ist der Kabinen-DJ der FSV-Reserve. Wenn der Keeper an die Turntables tritt, dann beschallt er seine Mitspieler am liebsten mit zwei Songs: „One (Always Hardcore)“ von Scooter und „You make my dreams (come true)“, einem Stück aus den tiefsten 80ern des amerikanisches Popmusikduos „Hall and Oates“. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber darüber guckt Spielertrainer Tim Niehues wohlwollend weg: „Ich komme musikalisch zwar eher aus einer anderen Ecke. Was dann aber in der Kabine läuft, ist mehr egal, so lange wir gewinnen.“

Das taten die Töpferstädter in der Hinrunde der Kreisliga A fünf Mal. „Jeder Sieg hat sich für uns ein bisschen so angefühlt wie der Aufstieg im vergangenen Mai“, hebt Niehues den Stellenwert dieser Erfolgserlebnisse hervor. Hinzu kamen drei Unentschieden, was zu 18 Punkten und Platz zwölf reicht.

Für den 35-jährigen Coach ist das ein beachtliches Ergebnis. Schließlich gelingt nicht jedem Neuling gleich die Umstellung von der B- auf die A-Liga. „An das höhere Tempo mussten wir uns erstmal gewöhnen. Die Jungs konnten nach der Ballannahme nicht einfach so aufdrehen wie eine Klasse tiefer. Hier geht es schneller in die Zweikämpfe“, berichtet Niehues, der sich selbst elf Mal aufgestellt hat. Vornehmlich als Stürmer. Fünf Treffer gingen auf sein Konto – damit führt er die interne Rangliste zusammen mit Sakaria Omeirat an.

Der Start in die Spielzeit ging komplett in die Hose. Nach vier Runden hatte der Neuling keinen Zähler auf dem Konto, erst ein 3:1-Sieg in Gellendorf Mitte September hauchte den Schwarz-Roten wieder Leben ein. „Wir sind in den ersten Wochen zu blauäugig aufgetreten, das haben wir abgestellt“, hat Niehues eine Trendwende hin zum rationaleren Fußball erkannt.

Dafür steht unter anderem eine immer stabilere werdende Defensive, die sich nach dem Fehlstart (17 Gegentore in den ersten vier Partien) gefunden hat. Die beiden Innenverteidiger Tim Küper und Hannes Ruhkamp standen in allen 16 Matches in der Startformation und verpassten keine einzige Spielminute. Nur einen Einsatz weniger hat Jens Bode vorzuweisen. Der Kapitän agiert bevorzugt hinten rechts oder auf der Sechs. „Es ist ein riesen Vorteil, wenn Du als Trainer nicht ständig die Abwehr umstellen musst“, betont Niehues, wie wichtig es ist, eine Planungssicherheit im hinteren Teil der Aufstellung zu haben. Zumal die Jungs aus der Abwehr richtig klasse abliefern.

Offensiv hingegen sind Niehues‘ Ansprüche noch nicht erfüllt. 23 Tore sind der fünftschlechteste Wert aller 17 A-Ligisten. An der Effizienz gelte es zu arbeiten, betont der Übungsleiter, der seinen Posten am Saisonende an Thorsten Weis abgibt – und – so ist es geplant – als Nichtabsteiger. „Dafür müssen wir gegen die Mitkonkurrenten besser punkten. Das ist uns in der ersten Saisonhälfte nicht so gut gelungen“, verweist Niehues auf Niederlagen gegen den Skiclub, Reckenfeld oder St. Arnold. Korrigiert wurde das mit nicht zwingend einkalkulierten Punktgewinnen gegen Nordwalde (2:0), Horstmar (1:1) und Metelen (2:1). Man könne mit jeder Mannschaft der Klasse mithalten, aber auch gegen alle verlieren, analysiert Niehues die Zahlen und leitet daraus ab, dass der Weg zum Ligaverbleib nur mit voller Konzentration und absoluter Hingabe zu bewältigen ist.

Patrick Laurenz soll ja schließlich auch in der Rückrunde wieder genug Gründe haben, seine Scheiben zu spielen. Am liebsten natürlich „You make my dreams (come true)“. Und dann in Dauerschleife, wenn Ende Mai der große Traum vom Klassenerhalt tatsächlich wahr geworden ist.

Der Winterfahrplan des FSV II: 28. Januar gegen den SV Bad Bentheim II.

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