Hallenfußball: Volksbank-Cup des FSV Ochtrup

Der VfL Wolfsburg gewinnt den Volksbank-Cup in Ochtrup

Ochtrup

Zum 40. Mal fand am Samstag der Volksbank-Cup in Ochtrup statt – zum dritten Mal holten sich die U-15-Fußballer des VfL Wolfsburg den Titel. In einem hochdramatischen Finale besiegte der Vorjahressieger den MSV Duisburg mit 5:3 nach Neunmeterschießen. Der gastgebende FSV beendete den Wettbewerb auf Platz 16, schrieb aber dennoch Turniergeschichte. Texte und eine große Bilderstrecke erzählen die Geschichte des Wettbewerbs, der erstmals im neuen Sportleistungszentrum „SportWerk“ ausgetragen wurde.

Marc Brenzel

Die U 15 des VfL Wolfsburg hat sich erneut die Ochtruper Hallenkrone aufgesetzt. Im Endspiel besiegte der Nachwuchs des Bundesligisten den MSV Duisburg mit 5:3 nach Neunmeterschießen. Foto: Thomas Strack

Zum zweiten Mal in Folge und zum insgesamt dritten Mal haben die U-15-Fußballer des VfL Wolfsburg den Volksbank-Cup in Och­trup gewonnen. Im einem hochdramatischen Endspiel besiegte der Titelverteidiger den MSV Duisburg mit 5:3 (3:3, 2:0) nach Neunmeterschießen. Platz drei ging an die Youngster von RW Essen, die das kleine Finale gegen Schalke 04 mit 4:2 für sich entschieden.

Als Gewinner durfte sich auch der gastgebende FSV fühlen, der für die Ausrichtung Lob in den höchsten Tönen bekam. Zum einen stieß die traditionell familiäre Atmosphäre des Wettbewerbs auf viel Gegenliebe, zum anderen die Bedingungen im „SportWerk“, das zum ersten Mal Austragungsort des Traditionsturniers war. „Wenn du hier reinkommst, dann ist das, als ob du eine andere Galaxie betrittst“, zeigte sich VfL-Trainer Christian Wimmer vom Sportleistungszentrum am Witthagen begeistert.

Das Feedback, das sich Turnierchefin Carmen Schomann von den Gastmannschaften einholte, fiel durchweg gut aus. „Wir haben nur Positives gehört. Das ist natürlich sehr schön. Trotzdem bleiben wir immer auf der Suche nach Ideen, was wir besser machen können“, erklärte die 23-Jährige, die schon während der Partien die ersten Zusagen für die 41. Auflage des Volksbank-Cups im nächsten Jahr erhielt. Mit 883 verkauften Eintrittskarten wurde die Zuschauerzahl aus den Vorjahren deutlich übertroffen.

Dass der Ochtruper Niklas Wesseler bei der 2:4-Niederlage gegen Borussia Dortmund den ersten Turniertreffer und damit das erste Volksbank-Cup-Tor überhaupt im „SportWerk“ erzielte, passte perfekt in das Drehbuch. „Da ging mir echt ein Herz auf“, strahlte sein Trainer Michael Schomann, seines Zeichens Schalke-Anhänger.

Ansonsten nahmen die Töpferstädter wie erwartet eine sportliche Nebenrolle (Platz 16 in der Endabrechnung) ein. Die Hauptdarsteller waren die Nachwuchsteams der Profivereine – und die Jungs vom Viertligisten Rot-Weiss Essen. Der Tabellensiebte der Regionalliga West gewann in seiner Gruppe alle drei Begegnungen und schaltete im Achtelfinale auch den FSV mit 8:1 aus. Drei Tore gingen dabei auf das Konto von Ahmet Etri, der aus Ochtrup kommt und mittlerweile für den Verein aus der Ruhrgebietsmetropole kickt. Nach einem 5:2 im Viertelfinale gegen Meppen setzte der MSV Duisburg den Essenern jedoch in der Vorschlussrunde das Stoppschild (2:1). Leif Linnig und Izzet Ali Erdal legten für die Zebras vor, Milot Ademis Anschlusstreffer war zu wenig.

Im anderen Halbfinale unterlag Schalke 04 dem VfL Wolfsburg mit 0:2. Max Herrmann und Laurent Marmullaku zeichneten für den Finaleinzug der Niedersachsen verantwortlich.

Das Endspiel hatte es in sich. Hermann gelang bereits nach 16 Sekunden das 1:0 für den VfL. Zwei Minuten später erhöhte erneut Herrmann auf 2:0, Adrian Doci markierte das 3:0. Doch die Meidericher gaben nicht klein bei. Dank ihres Willens und ihrer ungeheuren Physis kämpften sie sich wieder in das Match. Mit einem Doppelschlag von Jad Adnan Munzer (8.) und Stefan Block (9.) sorgte die Elf vom Niederrhein für neue Schärfe. 70 Sekunden vor Ablauf der zwölfminütigen Spielzeit gelang Erdal sogar das 3:3, was ein Neunmeterschießen erforderlich machte.

Dort haperte es aber mit der Duisburger Zielsicherheit. Fabrice Kempe schoss vorbei, und Linnig scheiterte an Wölfe-Keeper Tom Dahlke. Besser machten es die Spieler aus der Autostadt: Erst verwandelte Doci, dann ließ Herrmann die Titelverteidigung wahr werden.

„Dieser Erfolg bedeutet uns eine Menge. Zu diesem Turnier kommen wir immer wieder gerne“, hob Wimmer den hohen Stellenwert hervor, den der Volksbank-Cup in Wolfsburg genießt. „Wir haben heute super performt und viele gute Inhalte gezeigt. Das Tempo ist schon unglaublich brutal hier. Der schnelle Kunstrasen, die Bande, die Vier-Sekunden-Regel für die Torhüter – das macht die Geschichte enorm schnell. Und dann kommt im Finale mit Duisburg eine Mannschaft, die physisch echt stark ist“, begründete Wimmer, warum es der Dritte der Regionalliga Nord nach einem 3:0-Vorsprung noch einmal spannend gemacht hatte.

Für MSV-Coach Vincent Wagner stand fest: „Das ist hier ein sehr, sehr gutes Turnier, und Platz zwei ist ein super Ergebnis. Der Verlauf des Finals hat gezeigt, was uns stark gemacht hat: die richtige Mentalität.“

Die individuellen Auszeichnungen verteilten sich auf die Mannschaften, die auf dem Podest standen. Duisburgs Dominik Grehl wurde als bester Torwart ausgezeichnet, Wolfsburgs Max Hermann führte mit zehn Treffern die Torjägerliste an, und Essens Divine John Boafo glänzte als bester Feldspieler.

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