Fußball/Tischtennis: Marco Leimbach ist zweigleisig unterwegs

Ein ganz spezieller Doppelpack

Ochtrup

Für Marco Leimbach heißt es nicht Fußball oder Tischtennis, sondern Fußball und Tischtennis. Der ehemalige Oberliga-Torwart greift seit 2016 zum Schläger und hat sich beim SC Arminia Ochtrup bis in die Bezirksliga hochgespielt. Damit soll aber noch nicht Schluss sein. Parallel dazu trainiert der 36-Jährige die Landesliga-Fußballerinnen von Union Wessum. Das sorgt für eine prallgefüllte Sportwoche.

Marc Brenzel

Um sich für seine Einsätze für SC Arminia Ochtrup fit zu machen, hat sich Marco Leimbach in der Garage eine Platte und einen Tischtennis-Roboter aufgestellt. Foto: SCA

„Der ist heiß wie Frittenfett. Mental sehr stark und unheimlich lernfähig“, adelt Arminia Ochtrups Tischtennisabteilungsleiter Timo Scheipers Marco Leimbach. Der, der so gelobt wird, ist von Hause aus eigentlich Fußballer, doch auch in der Welt der Rückschlagsportler hat sich der 36-Jährige mittlerweile ein Standing erarbeitet.

Egal, ob großer Leder- oder kleiner Plastikball – Marco Leimbach haut sich voll rein. „Ich liebe den Sport und brauche den Wettkampf“, betont der gebürtige Thüringer, der bei Union Wessum die Landesliga-Fußballerinnen trainiert und beim SC Arminia in der Bezirksliga an den Platten steht.

Groß geworden in Geisa, einem 600-Seelenort in der thüringisch-hessischen-bayrischen Grenzregion, begann Leimbachs Laufbahn als Fußballtorwart. In der Thüringen- und in der Oberliga stand er für diverse Teams wie Ulstertal Geisa oder Lokomotive Erfurt zwischen den Pfosten. Mit 28 Jahren zog es ihn aufgrund seines Referendariats – er unterrichtet an der Kreuzschule in Heek Sport, Geschichte und Hauswissenschaft – zunächst nach Erkenschwick und später nach Ahaus. Dort lebt Leimbach mit seiner Frau und den beiden Kindern im Stadtteil Wüllen. Über die Zwischenstation SuS Stadtlohn ließ der Fan von Borussia Mönchengladbach seine aktive Karriere als Spielertrainer des B-Ligisten SF Graes (2016/17) ausklingen.

Nach zwei Kreuzbandrissen und anderen Verletzungen war Leimbach klar, dass er sich ein anderes Betätigungsfeld suchen muss, um seinen sportlichen Ehrgeiz zu befriedigen. „Ich habe 2016 bei TTC Alstätte mit dem Tischtennis begonnen. Damals ich der zweiten Kreisklasse“, erinnert sich der Pädagoge. Und damit war das Fieber entfacht.

In Ochtrup wird auch für die Herren ein gezieltes Training angeboten und deshalb wechselte Leimbach zum SCA. „Ochtrup bietet mir die Möglichkeit, was zu lernen“, so Leimbach, der an der Platte auf lange Noppen auf der Rückhand baut. „Viele halten das für Pfusch, aber ich komme damit super klar.“

Bei den Arminen ist Leimbach in der vierten Mannschaft aufgestellt, die in der Vorsaison der Sprung von der Bezirksklasse in die Bezirksliga schaffte. Dort bracht es der Quereinsteiger auf eine 6:2-Bilanz, ehe Corona für ein unsanftes Ende der Spielzeit sorgte. „Bei Marco ist eine klare Steigerung zu erkennen. Seine Leistungskurve steigt steil nach oben. Koordinativ bringt er beste Voraussetzungen mit, um im Tischtennis was zu erreichen“, hat Timo Scheipers festgestellt.

Leimbach wünscht sich, dass seine Reise durch die Ligen noch ein Stückchen weiter geht. „Ich bin da sehr ehrgeizig. Mein Ziel ist es, irgendwann mal in der Verbandsliga zu spielen. Wenn es nicht klappen sollte, muss ich das akzeptieren, aber ich gebe alles, dass das hinhaut“, stellt der Ahauser klar.

Zu Hause hat er sich ein Fitnessstudio eingerichtet, eine Platte aufgebaut und einen Tischtennis-Roboter aufgestellt – alles, um an sich zu arbeiten. Zudem wird in Metelen (montags), Alstätte (mittwochs) und Ochtrup (donnerstags) Spielpraxis geholt. „Bei mir ist alles so durchorganisiert, dass es keine Überschneidungen mit den Trainingseinheiten in Wessum oder mit den Fußballspielen kommt“, hat Leimbach einen vollen Terminkalender. „Den kann ich aber auch nur einhalten, weil meine Familie voll hinter mir steht.“

Müsste er zwischen Fußball und Tischtennis entscheiden, dann würde er die Rückschlagsportart favorisieren. „Immer das, was man auch aktiv machen kann. Aber vor diese Wahl werde ich ja Gott sei Dank nicht gestellt“, lacht Leimbach.

Und so geht es in der nächsten Saison zweigleisig für ihn weiter – mit Wessums Fußballerinnen und Ochtrups Tischtennisspielern.

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