1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Ochtrup
  6. >
  7. „Ich bin glücklich hier“

  8. >

Dawid Cioseks guter Start beim TTV

„Ich bin glücklich hier“

Metelen

Obwohl er erst mit 15 Jahren zum Sport kam, ist Dawid Ciosek an der Tischtennisplatte eine Wucht. Davon können sich seit Mitte August auch die Akteure des TTV Metelen überzeugen: Seither verstärkt der Neuzugang aus Polen das Landesligateam als Nummer eins.

Jonas Katerkamp

Über ein Internetforum für Tischtennisspieler stellte der TTV Metelen seinerzeit den Kontakt zu Dawid Ciosek (l.) her. Inzwischen hat sich der 23-Jährige sehr zur Freude von Teamsprecher Jan Tewes (r.) gut eingelebt im Münsterland. Foto: Jonas Katerkamp

Dawid Ciosek heißt die neue Nummer eins beim TTV Metelen. Mit ihm will der Verein schnellstmöglich zurück in bekannte Gefilde. „Unser oberstes Ziel“, stellt Teamsprecher Jan Tewes klar, „ist der direkte Wiederaufstieg in die Verbandsliga“. Sowohl in der Halle als auch in seiner Freizeit kümmert er sich hauptverantwortlich um den TTV-Neuzugang aus Polen. In gerade einmal zwei Monaten hat Ciosek bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Dawid ist einer der besten Spieler in der Liga. Er hat erst ein Spiel verloren – und das war ein reines Mentalitätsproblem. Er hat nach fünf Spielen eine Bilanz von 9:1.“

Die Sprache beherrscht der 23-jährige dabei schon ganz gut. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er bei seiner Ankunft Mitte August so gut wie kein Wort Deutsch verstehen, geschweige denn sprechen konnte. „Die ersten zwei Wochen waren ein großes Problem. Alles war neu und ich musste erstmal richtig ankommen“, erinnert sich der Pole an die Anfangszeit in Deutschland. In dieser steht ihm Tewes helfend zur Seite: „Dann muss ich halt immer ein wenig dolmetschen“, lacht der Metelener.

Ciosek, der erst im Alter von 15 Jahren das Tischtennisspielen anfing, ist verglichen mit anderen Akteuren an der Platte ein „Späteinsteiger“. Nichtsdestotrotz wurde er in Polen während seiner Jugend unter anderem Fünftbester seiner Altersklasse. Zuletzt ging der Tischtennisprofi für „KTS San Domierz“ in der zweiten polnischen Liga auf Punktejagd.

Zustande gekommen war der ungewöhnliche Wechsel über ein Internetforum für Tischtennisspieler. „Hendrik Waterkamp, unsere Nummer drei, ist damals auf ihn aufmerksam geworden und hat mit ihm korrespondiert“, erzählt Tewes. „Dawid hat sich dann immer die Nachrichten übersetzten lassen und uns stets auch auf Deutsch geantwortet.“

Inzwischen besucht Ciosek jeden Donnerstag einen Deutsch-Kursus der Volkshochschule, der momentan allerdings zwei Wochen lang pausiert. „Es ist ihm auch ausgesprochen wichtig, sich hier schnell zu integrieren“, spricht Tewes für seinen Teamkollegen.

Die Frage, was ihn an Deutschland gereizt habe, beantwortet Ciosek ebenso ehrlich wie direkt. „Das gute Leben hier. In Polen gibt es nicht so viele Trainingsmöglichkeiten. Die Sporthallen sind das größte Problem.“

Der Verein vermittelte ihm über Bekannte auch einen Job und eine eigene Wohnung. Bevor der gelernte Maler und Spachtler, der derzeit auf dem Bau arbeitet, Anfang September seine Wohnung bezog, war er bei den Eltern von Tewes untergekommen. Der TTV bietet also im wahrsten Sinne des Wortes und sehr zur Freude seines Neuzugangs ein denkbar familiäres Umfeld. „Ich bin glücklich hier. Nach dem Spiel gehen wir manchmal was zusammen essen oder fahren am Wochenende weg“, ist Ciosek froh, neben dem Vereinsleben auch die Umgebung mit Städten wie Münster oder Enschede kennenzulernen.

Unter anderem auch ein Grund, warum der Tischtennisprofi bislang noch kein Heimweh verspürt hat: „Über Skype und das Internet halte ich Kontakt zur Familie. Meine Freundin war hier auch schon einen Monat lang zu Besuch. Ihr hat es auch sehr gut in Deutschland gefallen.“ Die Frage, ob er es sich auch vorstellen könne, hier längerfristig zu wohnen, hat der 23-jährigen für sich schon eindeutig beantwortet: „Ich möchte hier bleiben.“

Startseite