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Junge Amerikaner spielen für die Sportwerk-Akademie in Ochtrup

Kicken in „Good old Germany“

Ochtrup

Die fußballerische Ausbildung in Deutschland genießt einen sehr guten Ruf. 17 junge US-Amerikaner und ein Kanadier sind jedenfalls davon überzeugt, in Ochtrup einen großen Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung machen zu können. Dazu gehören Christian Rodriguez und Andy Lares, die für die Sportwerk-Akademie spielen.

Christian Rodriguez (l.) und Andy Lares fühlen sich in Ochtrup unglaublich wohl. Die jungen Fußballer aus den Vereinigten Staaten wollen sich in Deutschland sportlich weiterentwickeln. Foto: Marc Brenzel

Obwohl die DFB-Elf bei der Weltmeisterschaft in Katar mal wieder enttäuschte, ist Deutschland für viele Nordamerikaner immer noch das Land, in dem sich der Fußball am besten leben und lernen lässt. Da sind sich Christian Rodriguez (19) und Andy Lares (18) ganz sicher. Die beiden US-Boys trainieren und spielen seit Sommer für die Sportwerk-Akademie in Ochtrup, wo sie nach eigenen Aussagen „beste Bedingungen“ vorfinden, um ihrem großen Traum vom Profifußball ein Stück weit näher zu kommen.

Das Sportwerk verfolgt viele interessante Projekte. Unter anderem bietet es in Zusammenarbeit mit der „International Soccer Academy“ Talenten aus den Vereinigten Staaten und Kanada die Möglichkeit, sich sportlich weiter zu entwickeln. 18 dieser Jungs im Alter von 16 bis 20 Jahren leben in der Töpferstadt, wo sie in den Genuss einer sportlichen Rundum-Betreuung kommen.

Darunter ist Christian Rodriguez aus Port Orange in Florida. Der Mittelfeldspieler sammelte zuvor schon Erfahrungen in „Good old Germany“. In der Vorsaison kickte er für für die Schwester-Akademie des Sportwerks, die beim FC Schalke 04 integriert ist. „Bei uns in den USA ist es der klassische Weg, nach Beendigung der High School am College weiter zu spielen. Aber ich habe es für sinnvoller gehalten, nach Europa zu gehen. Das bringt sportlich mehr“, berichtet der Lockenkopf, der vor seinem Deutschland-Aufenthalt für den FC Jacksonville in der „MLS Next“ kickte. Dabei handelt es sich um eine Nachwuchsliga, die von der Major League Soccer (MLS) organisiert und kontrolliert wird. Die MLS ist die Top-Liga in den USA und Kanada.

Andy Lares kommt aus der texanischen Metropole Dallas, in der J.R. Ewing und Dirk Nowitzki ihre Fußabdrücke hinterließen. Ausgebildet wurde er unter anderem beim FC Dallas, einem der 29 Teams der MLS. „Ich finde es klasse, dass ich mich hier weiter verbessern kann“, meint der defensive Mittelfeldmann mit mexikanischen Wurzeln. Sein Vorbild ist übrigens Michael Ballack, weil ihm sein Vater 2006 ein Trikot des ehemaligen „Capitanos“ schenkte.

Im Münsterland hat sich Lares gut eingelebt: „Hier ist natürlich alles kleiner als in Dallas, aber auch von Ochtrup aus bist Du schnell in einer größeren Stadt. Bis nach Berlin, Amsterdam oder Köln – das sind ja ganz andere Distanzen als bei uns in Texas“, lacht der Südstaatler, der gerne mal ein Schnitzel isst.

Und auch Rodriguez gönnt sich abseits des Trainings – zwei Einheiten stehen pro Tag auf dem Plan, dazu Angebote wie Fitness und Sprachtraining – mal eine deutsche Spezialität: „Die Stadionwurst schmeckt einfach viel besser als die Hot Dogs bei uns.“

Während Lares‘ Herz aufgrund seines Idols Michael Ballack für den FC Chelsea schlägt, hat sich Rodriguez in einen deutschen Traditionsverein verliebt. „Ich finde den 1. FC Kaiserslautern einfach klasse. Ich hab da mal ein Probetraining absolviert. Die Leute waren super, das Stadion ist klasse, und die Stadt ist echt schön. Dazu kommen noch die treuen Fans“, schwärmt er Amerikaner, der als Kind zunächst Baseball spielte. Sein Wunsch wäre es, bei einem Regionalligisten den nächsten Schritt machen zu können.

Ins passende sportliche Scheinwerferlicht dürfen sich Rodriguez und Lares in den Testspielen rücken, die die Elf der Sportwerk-Akademie regelmäßig bestreitet. Dabei trifft sie auf starke Gegner aus den Nachwuchsleistungszentren der Profivereine, Auswahlteams der Landesverbände oder ambitionierte Mannschaften aus der Region.

Über die Feiertage sind die Talente aus Übersee zurück in die Heimat geflogen, wo sich Christian Rodriguez und Andy Lares bei sehr wahrscheinlich besserem Wetter als hier vom Santa Claus beschenken lassen. „Mitte Januar kommen die Jungs wieder nach Ochtrup“, berichtet Leo Wermers vom Sportwerk, der sich in seiner Funktion als Administrator auch um die Betreuung der 18 Nordamerikaner kümmert.

Ein Blick in seinen Terminkalender verrät die nächsten interessanten Duelle der Akademie-Auswahl: Am 25. Januar wird bei der U 19 von RW Oberhausen getestet, drei Tage später kommt es zu dem Vergleich mit dem Landesligisten SuS Neuenkirchen. Daran schließen sich Partien gegen die Herren von Borussia Emsdetten und Eintracht Nordhorn sowie die Spiele gegen die U 23 des SC Spelle-Venhaus und die erste Mannschaft des SV Bad Bentheim an.

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