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Fußball: US-Amerikaner Zach Hamm lebt seit September in der Töpferstadt

Ochtrup fest im Herzen

Ochtrup

Zachery James „Zach“ Hamm lebt seit September in Ochtrup. Der Fußball hat den 26-jährigen Amerikaner aus Tampa in die Töpferstadt geführt. Dort betreuet er die jungen US-Boys, die im Talentwerk fußballerische Erfahrungen sammeln wollen. Aber Hamm ist selbst ein sehr guter Kicker. In seiner Heimat war er auf sogar auf Zweitliga-Niveau unterwegs.

Marc Brenzel

In den USA spielte Zachary „Zach“ Hamm in der 2. und 3. Liga. Aktuell trägt der Neu-Ochtruper das Trikot des Westfalenligisten Borussia Emsdetten. Foto: Marc Brenzel

Okay, das Wetter sei zwar hier augenblicklich leider nicht so schön wie im heimischen Florida, aber ansonsten hat Zachary „Zach“ James Hamm Ochtrup schon fest in sein Herz geschlossen: „Ich liebe die Stadt. Alles ist mit dem Fahrrad zu erreichen, und jeder kommt mit jedem leicht ins Gespräch.“

Seit September lebt der 26-jährige Amerikaner aus Tampa in der Töpferstadt. Hamm gehört zu dem Trainer- und Betreuerstab, der für die jungen US-Boys verantwortlich ist, die Anfang September nach Och­trup gekommen waren, um in Deutschland fußballerische Erfahrungen zu sammeln.

Aber Zach Hamm ist auch selbst ein sehr guter Kicker, was ihn 2013 zum SV Meppen verschlug. Direkt nach Beendigung der High School wechselte er zum SVM und trug seinen Teil dazu bei, dass die A-Junioren erstmalig in die Bundesliga aufstiegen. Später unterschrieb er einen Vertrag für die erste Mannschaft, doch die nötige Spielpraxis blieb dem Youngster ebenso verwehrt wie später beim VfL Osnabrück, wo der Außenstürmer nur in der Reserve zum Einsatz kam.

Für Hamm ging es danach für ein Jahr zurück nach Florida, wo er in der zweiten Mannschaft des Zweitligisten Tampa Bay Rowdies spielte. 2017 wechselte der Rechtsfuß wieder in die alte Welt, und zwar zum SV Seligenporten in die Regionalliga Bayern. Eine zunächst fehlende Spielererlaubnis und eine Verletzung führten schließlich dazu, dass der Amerikaner nur sieben Partien für die Rot-Weißen bestritt, die am Saisonende abstiegen. „Mir wurde dann gesagt, dass mit mir nicht mehr geplant wird“, erinnert sich Hamm, der die Zeit in Deutschlands Süden aber auf jeden Fall als Gewinn für sich verbucht. „Da habe ich meine Frau Anna kennengelernt. Also alles super.“ Am 14. Januar dieses Jahres wurde in ihrer Heimatstadt Nürnberg geheiratet, mittlerweile hat das junge Paar seinen Lebensmittelpunkt nach Och­trup verlegt.

Aber im Sommer 2018 stand Hamm ohne Verein da. Wieder zurück in den Staaten heuerte er erneut bei den Rowdies an und kickte zudem für den Drittligisten Sarasota Metropolis. „Die Saison ist da aber nur sehr kurz, weshalb ich kaum Spiele machen konnte. In den letzten vier Jahren bin ich so insgesamt nur auf 16, 17 Einsätze gekommen“, ärgert sich der sympathische US-Boy, der sehr gut Deutsch spricht.

Sebastian Röttger, der Sportliche Leiter des Talentwerks, lotste Hamm dann nach Ochtrup. „Ich kenne Sebastian aus meiner Zeit in Meppen und stehe seitdem in regelmäßigem Kontakt zu ihm. Er hat mir von dem Projekt erzählt, dass amerikanische Jungs nach Och­trup kommen und mich mit ins Boot geholt. Und so bin ich seit September wieder in Deutschland“, erklärt Hamm, der keinen expliziten Lieblingsverein hat. „Ich freue mich, wenn ich guten Fußball sehen darf. Egal, wer da spielt.“

Da die jungen US-Talente für Borussia Emsdetten auflaufen, lag es irgendwie auch auf der Hand, dass sich auch Hamm den Borussen anschloss und für die Herren in der Westfalenliga bislang zwei Partien bestritt. „Schade, dass die Saison aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen ist, denn ich hätte gerne wieder mehr gespielt“, so Hamm.

Wann wieder um Punkte gekickt wird, dass steht noch in den Sternen. Fest steht aber, dass Zach Hamm das in Deutschland machen möchte. Am liebsten bei einem Verein in der Ober- oder Regionalliga. Und einen Trainerschein möchte der 26-Jährige erwerben. Etwas weiterzugeben, etwas zu vermitteln – das schwebt ihm schon lange vor. Dabei verfolgt er Ansätze, die über den Tellerrand des Fußballs hinausgehen: „Messi und Ronaldo sind natürlich Vorbilder, aber man kann sich auch aus anderen Bereichen das Beste abgucken.“ Wie zum Beispiel vom Kampfkünstler Bruce Lee, dem Sprinter Usain Bolt oder dem Footballer Tom Brady, die für Hamm alle auf ihre Art inspirierend sind.

Genau so inspirierend wie seine neue Heimat im Münsterland, die Hamm so schnell nicht mehr verlassen will.

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