Serie: „Unsere Fanclubs“

Ochtruper Gladbach-Fans:Italienische Sehnsucht

Ochtrup

Eine Fahrt nach Rom zum Europa-League-Spiel ihre Borussia war für ein paar junge Gladbach-Fans aus Ochtrup die Initialzündung. Anschließend gründeten sie einen Fanclub mit einem Namen, der erstmal für ein großes Fragezeichen sorgt.

Die Puledri Welbergen sind laut ihrem Vorsitzenden Michel Wessel ein „kleiner, aber feiner Haufen“. 2019 besuchten die Gladbach-Fans Rom. Foto: privat

Puledri Welbergen. Was heißt das denn? Wie oft Michel Wessel diese Frage schon beantwortet hat, weiß er selbst nicht. „Puledri ist italienisch und bedeutet Fohlen. Und weil wir Gladbacher eben als die Fohlen bekannt sind, haben wir uns Puledri genannt“, schmunzelt der Vorsitzende des Borussen-Fanclubs aus Och­trup, der eben diesen Namen trägt: Puledri Welbergen.

Namenspatron war sozusagen ein Kellner aus Rom, den die Ochtruper bei ihrer Reise zum Europa-League-Spiel im Oktober 2019 kennenlernten. Nach einigen ausgetauschten Sätzen stand für den Mann aus der Gas­tronomie fest: Meine neuen Gäste sind die Puledri, die Fohlen. Und schon hatten die Welbergener einen Namen für ihren Fanclub.

Aus elf Mitgliedern besteht der Fanclub, den Wessel als „kleinen, aber feinen Haufen“ bezeichnet. Mit einer Altersspanne zwischen 17 bis 27 Jahren haben die Puledri einen ganz jungen Altersdurchschnitt. Das Gros kommt aus dem Ortsteil Welbergen, jeweils zwei Mitglieder aus Langenhorst sowie dem Innenstadtbereich. „Es können natürlich auch Ältere oder anderswo wohnhafte bei uns mitmachen. Wir haben bis jetzt noch nicht großartig die Werbetrommel gerührt“, betont Michel Wessel.

Obwohl der harte Kern schon seit Jahren zu den Heimspielen fährt, folgte die offizielle Registrierung der Puledri als FC erst im Herbst 2019. „Wir dachten, es sei jetzt mal an der Zeit“, erinnert sich Wessel, der nicht verheimlicht, sich nun bessere Chancen auf Tickets auszurechnen. „Wir haben keine Dauerkarten. Und ganz so einfach ist es nicht, an Kontingente zu kommen. Aber wer regelmäßig bestellt, der wird eher berücksichtigt. Daran arbeiten wir.“

Lässt die vermaledeite Pandemie wieder Zuschauer in den Bundesligastadien zu, dann kennen Wessel und Co. nur noch ein Ziel: den Borussia-Park. Entweder organisieren sich die Jungs einen Neunsitzer oder greifen auf das klassische Wochenend-Ticket der Deutschen Bundesbahn zurück. Variante zwei hat den Vorteil, auf dem Rückweg noch mal in Düsseldorf oder Münsters Nachtleben einzutauchen.

Man habe eine Menge Ideen, um das Vereinsleben auch abseits der Punktspiele kurzweilig zu gestalten, so die Fußball-Liebhaber. Kegel- und Grillabende oder ein Tippspiel sind geplant. „Leider konnten wir aufgrund von Corona noch nichts in die Tat umsetzen“, bedauert Wessel.

Apropos Tippspiel – damit hat der Puledri-Vorsitzende schon mal erstklassige Erfahrungen gemacht. „Mein erstes Match auf dem damaligen Bökelberg war 2001 ein Heimspiel gegen die Bayern. Meine Eltern und ich sind mit anderen in einem Bus hingefahren. Super, dass die Begegnung 1:0 für uns ausgegangen ist. Das hatte ich damals auch beim Tippspiel vorausgesagt. Es gab 24 Mark, und als Siebenjähriger fühlte ich mich richtig reich. Da war die Sache mit mir und der Borussia klar“, erinnert sich Wessel gerne zurück.

Als eine der besten Auswärtstouren stufen die Ochtruper ihre namensgebende Fahrt in die ewige Stadt ein. Dazu trug auch das Ergebnis gegen AS Rom bei. Ein 1:1, in dem Lars Stindl in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte. „Anschließend haben uns sogar die Fernsehkameras eingefangen und gezeigt“, berichtet Wessel. Momente, die sich in das Gedächtnis einbrennen.

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