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Handball: Anwärterlehrgang für Schiedsrichter

Viele sehr junge Interessenten

kreis steinfurt

Der Anwärterlehrgang für neue Handball-Schiedsrichter machte eine Praxisbeobachtung bei einem Spiel in Emsdetten. Insgesamt nehmen 47 Anwärterinnen und Anwärter am Lehrgang teil, der im April begonnen hat und noch bis Juni läuft.

-cni-

Foto: Oberheim

Sven Reidegeld hatte als Schiedsrichter des Handballspiels zwischen der zweiten Damen-Mannschaft des TV Emsdetten und dem TuS Recke II einen harten Job. Nicht, weil die Handballerinnen so unfair agierten. Nein, der Referee wurde gleich von 40 angehenden Kollegen auf der Tribüne der Sporthalle beobachtet.

Der aktuelle Anwärterlehrgang zum Handball-Schiedsrichter absolvierte dort einen von insgesamt vier Praxisteilen in seiner Ausbildung. Insgesamt nehmen 47 Anwärterinnen und Anwärter am Lehrgang teil, der im April begonnen hat und noch bis Juni läuft.

„Wir haben sehr viele junge Anwärter“, erläutert Schiedsrichterwart Hendrik Thiemann vom TV Borghorst, der gemeinsam mit Christian Voigt und Reinhard Bertels die Gruppe vor Ort betreut. „Das ist gut. Wenn sie früh beginnen, können sie auch höhere Spielklassen erreichen“, weiß der erfahrene Schiri.

Mindestens 14 Jahre müssen die Anwärter alt sein. „Es wäre gut, wenn wir mehr ältere Anwärter hätten“, gesteht Thiemann. „Die Altersgruppe zwischen 30 und 45 Jahren fehlt.“ Die meisten Anwärter des aktuellen Lehrgangs „sind zwischen 14 und 18 Jahre alt“.

Um die Jung-Schiris zu unterstützen, hat der Handball-Kreisverband ein Patensystem ins Leben gerufen. Thiemann: „Damit möchten wir die Vereine mehr ins Boot holen.“ Die Idee: Erfahrene Handball-Schiedsrichter sollen bei den Spielen der Nachwuchs-Referees in der Halle sein, sollen mäßigend auf Zuschauer und/oder Trainer einwirken, falls die Kritik an der Frau bzw. dem Mann an der Pfeife zu heftig ausfällt.

Circa 300 aktive Schiris gibt es im großen Handballkreis Münsterland. „Früher waren es mal 500“, weiß Thiemann. „Aber wir arbeiten daran, dass es wieder mehr werden“, betont Christian Voigt. 40 bis 50 Anwärter bildet der Handballkreis jährlich aus. Das ist allein schon notwendig, um der üblichen Fluktuation entgegenzuwirken. „Wir freuen uns über jeden, der weitermacht“, sagt Thiemann, der weiß, „dass viele schon nach zwei Jahren wieder aufhören“.

Die Anwärter hier auf der Tribüne in der Emsdettener Halle vielleicht nicht. Motiviert verfolgen sie das Geschehen unten auf dem Parkett. Auf „Schritt- und Dribbelfehler, Aktionen am Kreis und passives Spiel (Zeitspiel)“ sollen sie besonders achten. Ganz so wie ihr – ausgebildeter – Kollege Sven Reidegeld auf dem Parkett, der die Partie ganz souverän leitet.

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